Mit Kampf und Brünker zu drei Punkten

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof gewinnt in Zwickau mit 1:0 und klettert zumindest vorübergehend aus dem Tabellenkeller

Am Ende war es reine Willenssache. Gemeinsam warfen sich Großaspachs Drittliga-Fußballer in die Schussversuche des Gegners und wurden belohnt. 1:0 gewann die Elf aus dem Fautenhau beim FSV Zwickau. Schütze des goldenen Tores, das der SG im Abstiegskampf drei wichtige Punkte bescherte, war Angreifer Kai Brünker. Er traf nach nicht ganz einer Stunde mit dem Kopf.

Aspachs Fußballer bejubelten in Zwickau einen nicht unverdienten 1:0-Sieg. Gemeinsam wehrte die SG Sonnenhof alle Zwickauer Angriffsversuche ab und hielt den Laden hinten dicht. Foto: F. Kruczynski

© Frank Kruczynski

Aspachs Fußballer bejubelten in Zwickau einen nicht unverdienten 1:0-Sieg. Gemeinsam wehrte die SG Sonnenhof alle Zwickauer Angriffsversuche ab und hielt den Laden hinten dicht. Foto: F. Kruczynski

Von Uwe Flegel

Trainer Oliver Zapel wirkte nach der spannenden Partie trotz all der Dramatik in den letzten Minuten aufgeräumt. Ruhig analysierte er den nicht unverdienten Auswärtserfolg seiner Mannschaft, gestand dann aber doch: „Am Schluss war ich doch so ein bisschen erregt.“ Verständlich. Mühten sich die Westsachsen doch mit Mann und Maus, den Schwaben den Sieg noch zu entreißen. Selbst FSV-Torwart Johannes Brinkies war drei Minuten lang nur noch im gegnerischen Strafraum zu finden. Aspachs Abwehr hielt gestern Abend aber dicht. Torwart Maximilian Reule und seine Vorderleute brachten stets eine Hand oder einen Fuß dazwischen. Zudem hatte die SG das nötige Glück. Zum Beispiel als Elias Huth nach 26 Minuten nur die Latte traf.

Wobei es nicht nur Fortuna war, die den Gästen zur Seite stand. Das Kellerkind aus dem Fautenhau musste am Ende nur so zittern, weil es versäumt hatte, die abwechslungs- und temporeiche Partie früher für sich zu entscheiden. Denn nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der auch Großaspach den Pfosten (Kai Brünker, 42.) traf und Zwickaus Marcus Godinho kurz danach in Bedrängnis an die Latte des eigenen Tores köpfte, hatten die Schwaben nach der Pause zunächst ein deutliches Chancenplus. Das 1:0 von Brünker, der einen gut getimten Eckball von Panagiotis Vlachodimos aus fünf Metern ins lange Eck köpfte (57.), kam nicht von ungefähr. Danach ließen Julian Leist (70.) nach erneut starker Vorarbeit von Vlachodimos und der eingewechselte Eric Hottmann (75.) zwei ganz dicke Möglichkeiten aus. Beide scheiterten frei vor Brinkies. In der 83. Minute war es dann Pech. Schiedsrichter Patrick Schwengers ahndete ein Foul von Zwickaus Davy Frick im Strafraum an Brünker aus unerklärlichen Gründen nicht. Besonders bitter war, dass Großaspachs Torschütze nach der Attacke mit einer Knieverletzung vom Feld musste. SG-Coach Oliver Zapel wollte zu einem wieder mal nicht gegebenen Strafstoß für sein Team nicht mehr sagen. Er hatte nur noch Galgenhumor übrig und lachte lauthals, als er die Szene im Fernsehen sah. Telekom-Experte Martin Lanig wurde dagegen deutlich: „Ein klarer Elfmeter. Da gibt es keine zwei Meinungen.“

Großaspach überzeugt gegen aggressiven FSV Zwickau auch fußballerisch

Überhaupt war der Ex-Profi (unter anderem VfB, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt) angetan von der Leistung der SG: „Wenn man sieht, wie Aspach Fußball gespielt und sich spielerisch immer wieder aus dem Pressing des FSV befreit hat, dann geht der Sieg in Ordnung.“

Für Zwickau war das Geschenk des Unparteiischen wiederum das Zeichen, zur Schlussoffensive zu blasen. Hatte der FSV bis dahin in der zweiten Halbzeit keine klare Chance gehabt, machte er nun mächtig Druck. Die SG wehrte sich mit vereinten Kräften und einem starken Maximilian Reule. Der entschärfte zum Beispiel in der 85. Minute einen Kopfball von Christopher Handke und wehrte drei Minuten später gemeinsam mit Julian Leist einen Schussversuch des kurz zuvor eingewechselten Dirk Jäpel ab. Großaspach kämpfte mit aller Macht darum, die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Das gelang. Auch in der dritten Minute der Nachspielzeit, als Zwickaus aufgerückter Torwart Brinkies aus neun Metern abzog und Dennis Slamar den Ball abblockte. In der Schlussminute waren es Reule und Jonas Behounek, die die Kugel von der Linie kratzten, als ein Zwickauer Angreifer den Ball aus dem Getümmel heraus in Richtung Aspacher Gehäuse gestochert hatte.

Wenig später war Schluss. Aspach feierte die drei Punkte, mithilfe derer sie zumindest vorübergehend die Abstiegsplätze verließen und Maximilian Reule stellte zufrieden fest: „Mir geht es super. Endlich stand hinten wieder die Null. Ich hoffe, der Sieg sorgt für einen Ruck und wir legen nun gegen den Waldhof nach.“

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Erstellt:
2. November 2019, 06:00 Uhr

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