Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Mit Respekt, aber auch Mut nach Halle

SG-Trainer Oliver Zapel zählt nächsten Drittliga-Rivalen zu den Aufstiegsfavoriten, will mit seinen Fußballern aber dagegenhalten

„Wir spielen bei einem absoluten Aufstiegsfavoriten“, sagt Großaspachs Trainer Oliver Zapel vor dem morgigen Spiel in Halle (14 Uhr, Erdgas-Sportpark). Der Verein aus Sachsen-Anhalt habe sich „einen Kader zusammengebastelt, der ins obere Regal der Dritten Liga gehört und zurecht an die Tür zur Zweiten Bundesliga klopft“. Trotz des Respekts vor dem Rivalen verlangt der 51-Jährige einen mutigen Auftritt von seinen Fußballern.

SG-Trainer Oliver Zapel kennt Pascal Sohm aus seiner ersten Amtszeit in Großaspach und hält viel von dem seit 2018 für Halle spielenden Offensiv-Allrounder. Am Samstag kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Schützling, der gute Karten hat, zur Startelf der Hausherren zu zählen. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

SG-Trainer Oliver Zapel kennt Pascal Sohm aus seiner ersten Amtszeit in Großaspach und hält viel von dem seit 2018 für Halle spielenden Offensiv-Allrounder. Am Samstag kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Schützling, der gute Karten hat, zur Startelf der Hausherren zu zählen. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Der Blick zurück: Nach sieben Punkten aus drei Partien (3:0 in Würzburg, 2:2 gegen Uerdingen, 1:0 in Rostock), mit denen die SG Sonnenhof die beiden Niederlagen zu Rundenbeginn in den Hintergrund drängte, gab’s mit dem 0:3 gegen Köln wieder einen Rückschlag. Für Zapel war’s „das erste Spiel in dieser Saison, in dem wir nicht überzeugen konnten, aber das ist mittlerweile abgehakt“. Anders wäre es gewesen, wenn sein Team im Pokal in Backnang gepatzt hätte, aber gepaart mit der Reaktion im Training „war es gut, dass der 4:2-Sieg und die Leistung in der zweiten Halbzeit eine klare Sprache gesprochen haben“. Zusammengefasst sieht der Trainer keinerlei Anhaltspunkte, dass sich seine Truppe von der Schlappe gegen den Aufsteiger aus der Domstadt aus der Bahn werfen lässt.

Die Tabellensituation: Aspach belegt mit sieben Punkten aus sechs Spielen Platz 14, Halle ist Fünfter mit zwölf Zählern. Weniger als vier Tore, die Kai Eisele im Kasten der Hausherren bisher hinnehmen musste, kassierte kein anderer Drittligist. Dass das morgige Duell zumindest für den weiteren Vorrundenverlauf schon richtungsweisend sein könnte, glaubt Oliver Zapel nicht: „Es ist ganz schwierig, in dieser Liga irgendeine Tendenz zu erkennen, es kann jede Woche einen Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben.“ Man wolle grundsätzlich immer gewinnen, müsse aber realistisch sein und wissen, dass sich Halle „am Ende der Saison in ganz anderen Tabellenregionen als wir bewegt“. Die SG wird alles versuchen, in Sachsen-Anhalt für eine Überraschung zu sorgen, könnten aber auch eine Niederlage richtig einordnen. „Wir werden unsere Punkte holen, davon sind wir überzeugt“, betont der Trainer.

Lieber auswärts? Sechs ihrer bisher sieben Zähler holten die Fußballer aus dem Fautenhau in der Fremde, womit sich der Anfangsverdacht aufdrängt, dass die Antwort auf diese Frage „Ja“ lauten könnte. Tut es aber noch nicht, und so weit soll es auch nicht kommen. „Ich will hoffen, dass das keine Tendenz ist“, sagt Zapel, „auch wenn es letztlich egal ist, wo wir die Punkte holen“. Um im eigenen Stadion gar nicht erst in einen Negativstrudel zu geraten, möchte er an den organisatorischen Abläufen vor den Heimspielen ein paar Aspekte ändern, „um ab dem Anpfiff die notwendige Wettkampfschärfe drinzuhaben“. Ihren Beitrag könnten auch die Fans leisten, wenn sie etwas zahlreicher in die Mechatronik-Arena strömen würden, denn „es tut der Mannschaft gut, vor vielen Zuschauern zu spielen“. Das gelte auch, wenn die deutliche Mehrheit den Rivalen anfeuert, was wiederum morgen sicher der Fall ist. Halle hat seinerseits zwei der drei Heimspiele dieser Runde gewonnen, doch zuletzt gab es ein 1:2 gegen Bayern München II, für das sich das Team mit dem 3:0 in Unterhaching am vergangenen Sonntag rehabilitierte.

Die bisherigen Duelle: Seit Großaspachs Drittliga-Aufstieg vor gut fünf Jahren gab es zehn Partien gegen Halle, die Bilanz ist ausgeglichen: Vier Siege, zwei Remis, vier Niederlagen. Die erste Begegnung endete am 8. November 2014 mit dem 2:0-Erfolg der Schwaben an der Saale, die Tore markierten Cidimar und Simon Skarlatidis. Vom damaligen SG-Kader sind am Samstag noch Julian Leist und Kai Gehring dabei, bei den Hausherren ist niemand übrig. Pascal Sohm hat 2018 die Seiten gewechselt und stürmt morgen für die Hallenser, bei denen die SG noch einen zweiten Sieg landete: 2016/2017 gab es in Zapels erster Amtszeit ein 1:0. Um ein drittes Mal in der 240000-Einwohner-Stadt die Oberhand zu behalten, „müssen wir einen richtig guten Tag erwischen“, weiß der Trainer.

Ein alter Bekannter: Der Name von Pascal Sohm ist schon gefallen, von 2014 bis 2018 trug der Künzelsauer das Aspacher Trikot. Er erzielte in 98 Drittligaspielen 10 Treffer für die SG und leitete 11 ein. In den Duellen mit Halle sammelte der Offensiv-Allrounder zwar keinen Scorer-Punkt, trotzdem holte ihn der Klub vor der vergangenen Saison. Beim ersten Wiedersehen mit den Ex-Kollegen feierte der 27-Jährige mit seinen neuen Mitstreitern einen 2:0-Heimsieg, bereitete prompt das zweite Tor vor und war auch im Rückspiel 90 Minuten im Einsatz. Morgen wird Sohm erneut in Halles Startformation erwartet. „Ich freue mich auf das Wiedersehen mit ihm“, sagt Zapel, „ich habe über die Jahre einen guten Kontakt zu ihm gehalten“. Der Trainer ist voll des Lobes für seinen Ex-Schützling, der entweder die rechte Außenbahn beackert oder im Sturm eingesetzt wird: „Er ist taktisch, technisch und konditionell stark und hat auch die Qualität für die Zweite Bundesliga. Schade, dass er am Samstag das falsche Trikot trägt.“

Zum Artikel

Erstellt:
30. August 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!