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Mit Tempo und Dynamik schnell überzeugt

Eric Hottmann hat den Sprung von der A-Jugend des VfB Stuttgart zur Stammkraft beim Fußball-Drittligisten Großaspach geschafft

Das Urteil über die ersten Schritte im Sport war eindeutig: „Lass es bleiben, spiel lieber Fußball.“ Zum Glück hat Eric Hottmann auf seine zehn Jahre ältere Schwester Katarina gehört, die Versuche im Kinderturnen beendet und mit kicken begonnen. Mittlerweile stürmt der 19-Jährige in der Dritten Liga. Auch morgen wenn Aspach um 14 Uhr den FC Viktoria Köln empfängt.

Schnell und dynamisch: Eric Hottmann, der wie hier von Kaiserslauterns Jose Junior Matuwila oft nur durch rüde Fouls zu stoppen ist. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Schnell und dynamisch: Eric Hottmann, der wie hier von Kaiserslauterns Jose Junior Matuwila oft nur durch rüde Fouls zu stoppen ist. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Dass Eric Hottmann irgendwann beim Fußball landet, war eigentlich schon früh klar. „Ich bin direkt am Sportplatz aufgewachsen.“ Trotzdem hat er „wie so viele zunächst im Kinderturnen angefangen.“ Zumindest innerhalb der Familie waren dort nicht alle von seinem Talent überzeugt. Dafür machte er mit dem Ball am Fuß bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach sehr rasch auf sich aufmerksam. Schon in der D-Jugend holte ihn Domenico Tedesco zum VfB Stuttgart. Dorthin, wo Erics älterer Bruder Werner schon in der A-Jugend gekickt hatte.

Auch am Cannstatter Wasen machte der schnelle und dynamische Angreifer schnell von sich reden. In der U 16 trug er zum ersten Mal das DFB-Trikot und erzielte in seinem zweiten Länderspiel beim 2:1 gegen Österreich sein erstes Tor für Deutschland. Nicht ganz vier Jahre und 23 Junioren-Länderspiele später ist der athletische 1,87 Mann von der Ostalb nun im Fautenhau gelandet. Für ein Jahr ausgeliehen vom VfB, bei dem er noch bis 30. Juni 2021 unter Vertrag steht.

In Aspach hat er sich binnen weniger Wochen so gut entwickelt, dass er in den vergangenen drei Punktspielen zur Startelf zählte, obwohl es keine Personalsorgen gibt. Eine Leistung für einen, der gerade aus der U 19 gekommen ist, schließlich sind am Übergang von der Jugend zu den Männern schon viele Talente gescheitert. Auch solche, die wie Hottmann mit der Empfehlung als DFB-Pokalsieger und deutscher Vizemeister der A-Junioren zu den Aktiven kommen.

Derzeit sieht vieles danach aus, als würde der gebürtige Aalener diese Klippe meistern. Das Leihgeschäft der SG mit dem VfB scheint für alle ein Gewinn zu sein. Für Junioren-Nationalspieler Hottmann, weil er nicht bei Stuttgart II in der Oberliga ran muss. Für den Zweitligisten vom Cannstatter Wasen, weil sein talentierter Angreifer ein Jahr lang nur eine Liga tiefer als Gomez und Co. Spielpraxis und Erfahrung sammelt. Für Aspach, weil es auf der rechten Seite einen schnellen und robusten Offensivmann hat, der dem Gegner einige Probleme bereitet. „Es läuft sehr gut“, sagt Hottmann und fügt an: „Ich habe mich an meine neue Rolle gewöhnt.“ Der Mann, der bekennt: „Ich habe in meinen „bisherigen Leben immer ganz vorne im Zentrum gespielt“, beackert bei der SG nun mit Erfolg die rechte Mittelfeldseite.

Dabei kommt ihm zu Gute, „dass Defensivarbeit nicht zu meinen Schwächen zählt“. Positiv auch, dass der Abiturient bereit ist, an sich zu arbeiten. In Sachen Zweikampfhärte und Zweikampfschnelligkeit sei die Dritte Liga eine völlig andere Nummer als die A-Jugend-Bundesliga. Zudem: „Ich muss im Kopf schneller, technisch besser werden und mich auch läuferisch steigern.“ Eine erstaunlich realistische Einschätzung für einen 19-Jährigen. Und: Beweis dafür, dass Hottmann weiß, wie’s voran geht, wie’s gelingt, eine Stufe nach der anderen zu nehmen. Heißt: „Der nächste Schritt muss sein, auch mal ein Tor zu schießen.“ Völlig bleiben lassen sollte er das auf jeden Fall nicht. Nicht einmal, wenn es ihm seine Schwester Katarina empfiehlt.

Info
Kölner Geheimniskrämerei

Sieben Punkte, fünf Spiele. Eine ordentliche Bilanz für einen Aufsteiger. Entsprechend zufrieden könnte der FC Viktoria Köln sein. Doch ganz offensichtlich war die 0:2-Heimniederlage gegen die Spvgg Unterhaching ein ordentlicher Schlag ins Kontor. Jedenfalls scheint die sportliche Leitung des Neulings ein wenig nervös zu sein. Als unsere Zeitung die Viktoria gestern informierte, dass beim Abschlusstraining heute gegen 15.30 Uhr auf dem Sportplatz in Sulzbach/Murr ein Fotograf der BKZ ein Bild macht, wurde das untersagt: „Die sportliche Leitung wünscht keine Fotos und wünscht das zu respektieren.“ In den gut fünf Jahren, die die SG Sonnenhof Großaspach bisher in der Dritten Liga spielt, ist der FC Viktoria Köln der erste Klub, der unserer Zeitung ein solches Foto untersagt.

Die SG Sonnenhof Großaspach, die am 25. August 1994 aus einer Fusion zwischen der Spvgg Großaspach und dem FC Sonnenhof Kleinaspach hervorging, feiert 25. Geburtstag. Passend dazu gibt es ab morgen einen Dorfklub-Jubiläumsschal zu kaufen. Gleichzeitig ist das Köln-Spiel eine Art Auftakt der Feierlichkeiten. Offizielles Jubiläumsspiel ist das Baden-Württemberg-Duell am zweiten November-Wochenende daheim gegen Waldhof Mannheim. Auch den 15. November sollten sich alle SG-Freunde vormerken. Was an diesem Tag genau ansteht, das verrät der Fautenhau-Verein noch nicht.

Wer morgen nicht ins Stadion kommen kann, ist dank unserer Zeitung dennoch stets aktuell am Ball. Im Internet gibt es unter www.bkz.de ab 14 Uhr einen Liveticker.

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Erstellt:
23. August 2019, 06:00 Uhr

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