Ohnehin gebeutelte SG von Personalsorgen geplagt

Großaspachs sportlich enttäuschende Regionalliga-Fußballer müssen in Walldorf fast eine komplette Elf ersetzen.

Läuft in Walldorf nicht für Großaspach auf: Der gelbgesperrte Kai Gehring. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Läuft in Walldorf nicht für Großaspach auf: Der gelbgesperrte Kai Gehring. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Seit fünf Spielen warten Großaspachs Regionalliga-Fußballer mittlerweile auf einen Punktgewinn. Nur gut für die SG Sonnenhof, dass neben Schlusslicht Eintracht Stadtallendorf auch der Vorletzte FC Bayern Alzenau nicht richtig in die Pötte gekommen ist. Deshalb kann der Drittletzte aus dem Fautenhau nicht mehr auf einen der beiden Abstiegsplätze zurückfallen und die Partie beim Fünftletzten FC Astoria Walldorf (14 Uhr, Dietmar-Hopp-Sportpark) morgen in der Hinsicht recht entspannt angehen.

Ansonsten gibt es bei den Schwaben allerdings kaum etwas Positives. Irgendwie sieht es so aus, dass jeder das Ende der Saison und damit auch das Ende eines restlos enttäuschenden Jahres herbeisehnt. Zumal die Personallage in Aspach derzeit nicht dazu geeignet ist, einen Abstiegskampf optimistisch anzugehen. Glücklicherweise hat sich der wegen der Reduzierung von sechs auf zwei Absteiger ja aber erledigt und aus dem eigentlichen Kellerduell in Walldorf wird nur eine weitere Station für eine dem Ziel entgegentaumelnde SG Sonnenhof.

Coach Rainer Scharinger, der bereits bei seiner Premiere als Cheftrainer des Klubs aus dem Fautenhau gegen den FSV Frankfurt mit einem ausgedünnten Kader zu kämpfen hatte, hat diesmal noch weniger Alternativen. Mit Torwart Oliver Schnitzler (Achillessehnenriss), Mohamed Diakite (Knieprobleme), Nils Anhölcher (Rückenprobleme), Nicolas Jüllich, Jan Ferdinand (beide Oberschenkelprobleme), Joel Gerezgiher (Muskelfaserriss), Torjäger Marvin Cuni (Knieverletzung), Andreas Ivan (Fußsohlenentzündung), Jonas Meiser (Zehenentzündung) und Kai Gehring (Gelbsperre) fehlen gleich zehn Akteure. Fraglich ist zudem der Einsatz von Kapitän Sandro Sirigu. „Sicherlich ist das eine schwierige Situation, aber wir müssen diese Voraussetzungen eben nehmen, wie sie sind. Alles andere wird uns nicht weiterbringen“, sagt Scharinger zu der Personalmisere.

Begegnen wollen der Coach und sein Trainerteam den vielen Ausfällen, indem sie sich im eigenen Nachwuchs umschauen. „Wir werden am Samstag mehrere U-19-Spieler mit im Kader haben“, erzählt der ehemalige Bundesliga-Fußballer des SSV Ulm und des KSC, der jedoch gleich klarmacht: „Die Erwartungshaltung an diese Jungs darf natürlich nicht zu hoch sein. Sie sollen mutig sein und mit dem Glauben an sich selbst an die Sache rangehen. Aber egal, was auch passiert – ich werde ohne jeden Zweifel hinter ihnen stehen und die Jungs schützen.“ Eine Aussage, die von jemand kommt, der sich hauptberuflich als Verbandssportlehrer beim Badischen Fußballverband um talentierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren kümmert. Der Job in Aspach ist für Scharinger ein Freundschaftsdienst, der sich im Sommer wieder erledigt haben soll. Nötig geworden ist der bekanntlich, weil Walter Thomae vor zwei Wochen den Bettel hingeworfen hatte, nachdem er ihn erst im Februar nach der Trennung von Hans-Jürgen Boysen übernommen hatte.

Wegen seiner Tätigkeit im badischen Verband ist der 54-jährige Fußballlehrer übrigens ein Kenner des morgigen SG-Gegners. Sein Urteil: „Astoria hat derzeit einen guten Lauf und aus den letzten fünf Spielen beachtliche zehn Punkte eingefahren. Ich kenne einige Jungs und auch Coach Matthias Born sehr gut. Das Einzige, was wir am Samstag in der eigenen Hand haben, ist, zumindest körperlich und mental alles rauszuhauen, was wir haben. Und das werden wir tun.“

Trotz sinkender Inzidenzzahlen sind in Baden-Württemberg weiterhin keine Zuschauer zugelassen. Wer aktuell am Ball sein will, der kann dies im Internet. Unter https://cutt.ly/VbM3FXF bietet der FC Astoria Walldorf auf dem vereinseigenen Youtube-Kanal einen Livestream an.

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Erstellt:
21. Mai 2021, 11:30 Uhr

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