Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Runderneuert auf den Betzenberg

Fußball-Drittligist Großaspach hat in der Winterpause nachgerüstet, um von Beginn an für den Abstiegskampf gewappnet zu sein

Beim deutschen Ex-Meister 1. FC Kaiserslautern starten Großaspachs Drittliga-Fußballer in die zweite Saisonhälfte. Eine schwere und gleichzeitig wichtige Auftaktpartie. Bevor allerdings am Montag ab 19 Uhr das Flutlicht auf dem legendären Betzenberg erstrahlt, beleuchtet unsere Zeitung die SG Sonnenhof und schaut, ob der Verein aus dem Fautenhau für den Abstiegskampf gut gerüstet ist.

Alter und neuer Hoffnungsträger: Timo Röttger (links) und Kamer Krasniqi. Sie wollen im Mai gemeinsam den Ligaverbleib der SG bejubeln. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Alter und neuer Hoffnungsträger: Timo Röttger (links) und Kamer Krasniqi. Sie wollen im Mai gemeinsam den Ligaverbleib der SG bejubeln. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Die Vorbereitung: In den vier Testspielen unter dem neuen Trainerduo Mike Sadlo und Heiner Backhaus gab es drei Siege und eine Niederlage. Das 0:4 bei Regionalliga-Spitzenreiter Saarbrücken ist für Sadlo kein Maßstab: „Das war ein Test.“ Einer, bei dem die SG sehr viel probiert hat. Zum Beispiel die zwei Gastspieler Alexander Farnerud (Mittelfeld) und Ibrahima Savane (Abwehr). Überzeugen konnte weder der schwedische Ex-Nationalspieler noch der Verteidiger aus Guinea. Deutlich besser als in Saarbrücken präsentierte sich Großaspach beim 2:1-Erfolg über den türkischen Zweitligisten Boluspor im sehr gut verlaufenen Trainingslager in der Türkei sowie zuletzt beim 3:1 und 4:0 gegen die Regionalligisten Ulm und Aalen. Beeinträchtigt wurde die Vorbereitung von größeren und kleineren Blessuren bei einigen Spielern. Im Test gegen Aalen zum Beispiel schauten gleich zehn Akteure verletzt zu. Nicht optimal. Zumal neben einigen Langzeitverletzten fehlten auch sogenannte Stammkräfte wie Sebastian Bösel, Kai Brünker, Eric Hottmann und Matthias Morys.

Die Zu- und Abgänge: Mit Rückkehrer Matthias Morys (von Austria Lustenau, 2. Liga Österreich), Kamer Krasniqi (BSV Rehden, Regionalliga Nord) und Marin Sverko (FSV Mainz 05 II, Regionalliga Südwest) kamen ein Stürmer, ein Mittelfeldspieler und ein Linksverteidiger neu hinzu. Damit wurde jeder Mannschaftsteil mit einem Drittliga-Erfahrenen-Spieler verstärkt. Bei der SG sind sich die Verantwortlichen sicher, dass sie mit den drei Neuen auch Schwachstellen beseitigt haben. Große Hoffnungen ruhen auf Matthias Morys. Der 32-Jährige soll nicht nur die Offensive stärken und Tore schießen, sondern auch als Führungsfigur vorangehen. Dass er das kann, hat er schon bewiesen. Unter anderem bei RB Leipzig, in Aalen und schon zweimal in Aspach. Marin Sverko, der vergangene Runde mit dem KSC in Liga zwei aufstieg, ist als Linksverteidiger eine Alternative zu Dan-Patrick Poggenberg. Kamer Krasniqi, in der Vorsaison mit VfL Osnabrück Drittligameister, soll im zentralen Mittelfeld für Stabilität sorgen.

Nicht völlig ausgeschlossen ist, dass weitere Zugänge kommen. Das wiederum hängt vor allem davon ab, ob Angreifer Dimitry Imbongo (18 Spiele, 3 Tore), der beim finnischen Erstligisten FC Lahti gelandet ist, der einzige Abgang bleibt. Konkret geplant ist aber nichts mehr.

Das neue Trainerduo: Mit Mike Sadlo und Heiner Backhaus baut der Drittletzte der Dritten Liga auf ein Gespann, das als Trainer noch keine Erfahrung im Profifußball hat. Als Spieler waren beide bereits schon höherklassig am Ball. Der 48-jährige Sadlo unter anderem zu Zweitligazeiten des FC Carl Zeiss Jena. Der 37-jährige Backhaus bringt unter anderem Zweitligaerfahrung von seinen Stationen bei Hannover 96 und den Offenbacher Kickers mit. Beide setzen auf konsequentes Pressing und schnelles Umschaltspiel. Von Spielerseite ist zu hören, dass die Nachfolger des kurz vor Weihnachten entlassenen Oliver Zapel in der Mannschaft bislang gut ankommen.

Die Erwartungen: Der erneute Klassenverbleib ist das große Ziel. Um ans rettende Ufer zu kommen, muss die SG (17 Zähler) in den restlichen 18 Partien noch wenigstens vier Punkte gut machen. Der Verein selbst rechnet damit, dass es wenigstens noch acht, möglichst aber neun Siege braucht. Bislang gab es in 20 Begegnungen nur vier Siege, fünf Unentschieden und elf Niederlagen. Erschwerend hinzu kommt das schlechte Torverhältnis (21:40). Vergangene Saison war es das gute Torverhältnis, mit dem die Aspacher die Eintracht aus Braunschweig sowie den ebenfalls punktgleichen Absteiger Cottbus hinter sich ließen. Einen solchen Vorteil haben Kapitän Julian Leist und seine Kollegen diese Runde wohl nicht. Nicht einfach ist zudem das Auftaktprogramm nach der Winterpause. Am
Montag geht’s nach Kaiserslautern, den Montag drauf gastieren die Würzburger Kickers in Aspach, ehe die SG zum KFC Uerdingen muss.

Das Fazit: Unmöglich ist das Unternehmen Nichtabstieg sicher nicht. Soll es klappen, muss die SG aber ihre Zweikampfschwäche und Probleme in der Rückwärtsbewegung in den Griff bekommen. Zudem braucht es in der Offensive mehr Ballsicherheit, eine höhere Passgenauigkeit und eine bessere Chancenverwertung.

Stimmen, Personalien, Infos

Großaspachs Trainer Mike Sadlo: „Der Mannschaft merkt man die Vorfreude auf die Partie richtig an. Jeder will sich im Training beweisen, um am Montag dabei zu sein. Egal gegen wen es geht, wir gehen in jedes Spiel mit der Einstellung, dass wir die Partie gewinnen wollen. So auch in Kaiserslautern. Es ist natürlich ein Highlight, direkt zum Auftakt dort aufzulaufen. Wir dürfen uns von der Kulisse aber auch nicht beeindrucken lassen, sondern müssen an uns selbst glauben. Wir haben nichts zu verlieren, keiner erwartet etwas von uns, außer wir selbst. Kampf und Leidenschaft werden hierfür die Basis sein. Ohne diese beiden Elemente wird es nicht funktionieren.“

Personell hat sich die Lage seit dem Testspiel gegen den VfR Aalen ein wenig entspannt. Verzichten muss der Drittletzte gegen den Traditionsklub aus der Pfalz auf die verletzten Korbinian Burger (Adduktorenprobleme), Michael Vitzthum (Hüftverletzung), Jonas Meiser (Knie-OP), Jamil Dem und Joel Gerezgiher (beide Aufbautraining) sowie Ken Gipson, der nach seiner roten Karte gegen Duisburg diese und die nächste Partie gesperrt ist.

Im Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern kommt es für die SG zum Wiedersehen mit den Ex-Spielern Lucas Röser, Philipp Hercher und Simon Skarlatidis. Beim 3:0 des FCK im Tetspiel am Dienstag gegen Pirmasens machte vor allem Lucas Röser mit zwei Toren auf sich aufmerksam.

Wer am Montagabend nicht selbst im Fritz-Walter-Stadion sein kann, ist dank unserer Zeitung dennoch stets am Ball. Unter www.bkz.de/sport/sg-sonnenhof gibt es ab 19 Uhr den gewohnten Liveticker. An selber Stelle kommt im Internet später auch noch ein kommentiertes Video vom Duell auf dem Betzenberg dazu.

Zum Artikel

Erstellt:
25. Januar 2020, 11:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!