SG nutzt Chancen nicht und macht Fehler

Großaspachs Fußballer kassieren in der Dritten Liga gegen den Aufstiegsanwärter aus Braunschweig eine 1:3-Heimniederlage

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach blieb im dritten Spiel hintereinander ohne einen Sieg. Die Schwaben mussten gegen den Aufstiegsanwärter Eintracht Braunschweig eine bittere 1:3-Heimniederlage hinnehmen. Damit fiel der Dorfklub in der Tabelle auf Platz 18 zurück.

Großaspachs Kapitän Julian Leist (links) und Außenverteidiger Kai Gehring (rechts) haben ihre Mühe, den Braunschweiger Stürmer Nick Proschwitz aufzuhalten. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Großaspachs Kapitän Julian Leist (links) und Außenverteidiger Kai Gehring (rechts) haben ihre Mühe, den Braunschweiger Stürmer Nick Proschwitz aufzuhalten. Foto: T. Sellmaier

Von Heiko Schmidt

„Ich habe heute eine Fußballmannschaft in SG-Trikots gesehen, die klare Feldvorteile und die größeren Chancen hatte“, fasste SG-Trainer Oliver Zapel das Spiel zusammen. Er schob auch gleich nach: „Wir hatten alle Werte auf unserer Seite, bis auf das Endergebnis.“ In der Tat, denn die Gastgeber zeigten eine sehr couragierte Leistung, die am Ende wie schon mehrfach in der laufenden Saison nicht belohnt wurde.

Zapel hatte zwei Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 1:1-Unentschieden in der Vorwoche in Münster vorgenommen. Und diese betrafen beide das defensive Mittelfeld, auf dem Marco Hingerl und Onur Ünlücifci begannen. Sie rückten für den gesperrten Sebastian Bösel und den verletzten Nicolas Jüllich in die Anfangsformation. Aufgrund der sehr angespannten Personaldecke musste der Großaspacher Coach sogar zwei Positionen im Kader unbesetzt lassen. „Das schmerzt in so einem Spiel. Diese Rückschläge personeller Art muss man erst einmal verdauen“, erklärte Zapel.

Doch seine Mannschaft steckte dies recht gut weg und präsentierte sich auf dem Feld gut. Allerdings gab es auch drei Situationen, bei denen die Großaspacher patzten. Diese Fehler bestrafte der Aufstiegsanwärter aus Braunschweig durch Martin Kobylanski, Nick Proschwitz und den eingewechselten Mike Feigenspan eiskalt. Zapel will dabei aber keinen einzelnen Spieler in diesen Situationen kritisieren. Er sagte jedoch: „Das sind alles Kollektivfehler.“ Chancen, um dies zu korrigieren, besaßen die Großaspacher aber zuhauf. Und da fehlte dem Sonnenhof die Effektivität, die Braunschweig an den Tag legte. Deshalb gab sich Eintracht-Trainer Christian Flüthmann auch zufrieden: „Es war ein Arbeitssieg. Wir haben die Tore zu den richtigen Zeitpunkten gemacht. Das 3:1 war der Schlüssel zum Sieg.“ Mit diesem schoben sich die Gäste auf den dritten Rang vor. Hingegen fielen die Großaspacher auf den drittletzten Rang zurück.

So schlecht, wie die Schwaben momentan in der Tabelle dastehen, präsentierten sie sich gegen die Niedersachsen aber nicht. „Braunschweig hat drei Chancen und macht drei Tore. Und wir nutzen unsere vielen Chancen nicht“, erklärte Dennis Slamar. Der 25-Jährige spielte in der Innenverteidigung zusammen mit Kapitän Julian Leist. Die Viererabwehrkette komplettierten Kai Gehring auf der rechten und Jonas Behounek auf linken Seite. Die vier hinterließen einen kompakten Eindruck. Auch die beiden defensiven Mittelfeldakteure Hingerl und Ünlücifci davor machten ihre Sache gut. „Beide blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie waren aber nicht immer synchron“, bilanzierte Zapel.

Aber eine Tatsache sorgte beim Großaspacher Trainer doch etwas für Unmut. „Wir haben erneut einen Handelfmeter nicht bekommen.“ Zapel meint damit die Situation, die sich schon in der neunten Minute ereignete. Nach einer Flanke von der linken Seite warf sich nämlich der Braunschweiger Robin Tim Becker im eigenen Strafraum dem Ball entgegen. Dabei wehrte er die Kugel mit dem Oberarm ab. Während es aus Aspacher Sicht ein klarer Elfmeter war, ließ Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann weiterspielen. Und das erzürnte Zapel. „Das war in dieser Saison schon der sechste Handelfmeter, der uns verwehrt blieb.“ Aber der Coach merkte, dass seine Spieler diese Situation und auch die ersten beiden Gegentore recht gut wegsteckten. „Nach dem 0:2 hatte ich nicht das Gefühl, dass wir kollabieren.“ Im Gegenteil, seine Schützlinge hielten mit viel Kampf und Einsatz dagegen. Der Wille, etwas Zählbares zu holen, war deutlich zu sehen. „In der zweiten Halbzeit haben wir fast ein Powerplay gespielt“, sagte Zapel und merkte an: „Die Mannschaft ist über ihre Grenzen gegangen.“ Doch vorne fehlte die Durchschlagskraft, sodass die Großaspacher am Ende mit leeren Händen dastanden. Das ist aber aufgrund der Tabellenposition – die SG steht auf einem Abstiegsrang – nicht gut. Der Dorfklub braucht dringend Punkte, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Gute Ansätze gab es auf jedem Fall im Heimspiel gegen Braunschweig zu sehen.

„Wir waren in der ersten Halbzeit dominanter und haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte Niklas Sommer, der im rechten offensiven Mittelfeld der Großaspacher eine ordentliche Leistung zeigte. Ihn ärgerten auch die beiden Unachtsamkeiten vor den ersten Gegentoren. Er schloss an: „Aus dem Nichts haben wir den dritten Treffer bekommen.“ Dies gilt es, in den kommenden Tagen aufzuarbeiten und zu analysieren. Der Dorfklub will schließlich die Heimniederlage schnell vergessen machen. Die Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Freitag. Um 19 Uhr treten die Großaspacher beim Tabellenachten FSV Zwickau an. „Wenn wir mit der gleichen Mentalität und dem gleichen Einsatz in dieses Spiel gehen, dann holen wir etwas Zählbares aus Zwickau“, ist sich Sommer ziemlich sicher. Das ist auch bitter nötig, denn sonst könnte durchaus der Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen schnell verloren gehen. Ob sich dann die personelle Lage bei den Schwaben verbessern wird, ist noch ungewiss. Sebastian Bösel hat seine Strafe abgesessen.

Zum Artikel

Erstellt:
28. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen