SG Sonnenhof steht nun ohne Trainer da

Nach der dürftigen Vorstellung der Großaspacher Regionalliga-Fußballer bei der 0:3-Pleite bei der TuS Rot-Weiß Koblenz gibt es Konsequenzen. Trainer Walter Thomae hat lediglich einen Tag nach der Begegnung seinen sofortigen Rücktritt erklärt.

Walter Thomae sieht als Großaspachs Trainer keine Zukunft mehr. Er trat gestern zurück. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Walter Thomae sieht als Großaspachs Trainer keine Zukunft mehr. Er trat gestern zurück. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Walter Thomae wirkte sichtlich enttäuscht, was seine Spieler bei der Regionalliga-Partie in Koblenz ablieferten. Immer wieder machte der 54-Jährige seinem Unmut lautstark Luft. Die Halbzeitpause fiel für die Schwaben in der Kabine sehr kurz aus. Schon nach wenigen Minuten standen die SG-Fußballer im Stadion Oberwerth wieder auf dem Rasen, noch weit vorher, ehe die Gastgeber aus der Kabine zurückkamen. Thomae versuchte, auch mit einem Dreifachwechsel in der 58. Minute seine Mannschaft auf Kurs zu bringen. Das alles half nichts.

Es hatte deutlich den Anschein, dass die Großaspacher Akteure in alte Muster verfielen und kaum Gegenwehr zeigten. Für Außenstehende war es, wie wohl auch für den SG-Trainer, völlig unerklärlich, was sich da auf dem Feld abspielte. Stand doch bis auf eine Ausnahme – für den verletzten Marvin Cuni stürmte Jan Ferdinand im 4:3:3-System von Beginn an – die gleiche Startelf auf dem Platz, die wenige Tage zuvor dem Aufstiegsanwärter SV Elversberg einen erbitterten Kampf bot und am Ende etwas unglücklich mit 1:2 den Kürzeren zog. Fakt ist, der 3:0-Erfolg der Koblenzer, die aggressiv und zielstrebig zu Werke gingen, war gegen die desolat wirkenden Großaspacher am Ende verdient.

Bei Walter Thomae ist auf der Heimfahrt aus Koblenz und über Nacht die Entscheidung gereift, als Coach der SG Sonnenhof zurückzutreten. Vor dem gestrigen Training teilte der 54-Jährige seinen Entschluss den Vereinsverantwortlichen mit. „Ich übernehme die Verantwortung für die Leistungen in den letzten Wochen und habe daher für mich nach der Partie in Koblenz die entsprechende Konsequenz getroffen“, wird Thomae in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Für Nachfragen stand er nicht zur Verfügung, die Enttäuschung ist bei ihm sehr groß. Dabei hatte Thomae erst am 26. Februar dieses Jahres mit viel Optimismus den Trainerposten beim selbst ernannten Dorfklub übernommen. Nach lediglich 13 Regionalliga-Spielen und zehn Punkten ist für ihn nun schon Schluss.

SG-Vorstandsmitglied Michael Ferber erklärt: „Wir müssen seine Entscheidung leider akzeptieren, welche gleichzeitig zeigt, dass in den letzten Tagen und Wochen genug geredet wurde, dies aber nie eine Wirkung auf dem Platz erzielt hat.“ Er meint damit die sehr schwankenden Leistungen der Großaspacher Spieler. Michael Ferber schiebt nach: „Auch wenn der Klassenerhalt so gut wie sicher ist, werden wir nun keinesfalls einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern in den nächsten Tagen im sportlichen Bereich konsequent handeln. Handeln für die verbleibenden Spiele in der Regionalliga, aber natürlich auch im Hinblick auf die kommende Spielzeit.“ Wer die Nachfolge von Walter Thomae antreten wird, ist noch unklar. Gut möglich ist, dass Co-Trainer Dennis Grab übernimmt.

Kommentar
Neuanfang nötig

Von Heiko Schmidt

Der Nächste bitte: Bei Großaspachs Fußballern geben sich die Trainer die Klinke in die Hand. Waren es in der vergangenen Saison beim Abstieg aus der Dritten Liga gleich vier, so wird dieser negative Trend in der Regionalliga fortgesetzt. Nachdem Hans-Jürgen Boysen im Februar gehen musste, nimmt nun Walter Thomae freiwillig seinen Hut. Aber das Problem scheint nicht der jeweilige Coach, sondern die Mannschaft zu sein. Bei Thomaes kurzer Amtszeit hatte es den Anschein, dass er nur teilweise die Akteure von seiner Spielweise überzeugen konnte. Eher zeigten die Spieler die Leistung, die sie für angebracht hielten. Sie lassen sich offensichtlich auch von den Worten des jeweiligen Trainers und vom Druck des Abstiegs nicht von ihrer Einstellung abbringen. So sieht es jedenfalls aus.

Jetzt hilft nur noch, die letzten fünf Saisonspiele gut über die Runden zu bringen. Zudem muss darauf gehofft werden, dass der Vorsprung von 13 Punkten ausreicht, um vor dem FC Bayern Alzenau zu stehen und somit nicht abzusteigen. Dann kann ein Neuanfang gemacht werden, mit Spielern, die die Vorgaben des Trainers umsetzen werden.

h.schmidt@bkz.de

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Erstellt:
10. Mai 2021, 06:00 Uhr

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