Spannung, Kampf und ein riesiger Jubel

Kai Brünker trifft gegen Münchner Löwen kurz vor Schluss und schießt Aspachs Drittliga-Fußballer auf einen Nichtabstiegsplatz

Viel Kampf und Spannung, wenig Chancen und ein Riesenjubel: Aspachs Drittliga-Fußballer kannten gestern Abend kein Erbarmen mit den Nerven ihrer Fans. Vor 8253 Zuschauern erarbeiteten sie sich gegen den TSV 1860 München in den Schlussminuten ein 1:0. Gefeierter Mann beim Abnutzungskampf im Fautenhau, war Kai Brünker, der die SG in der 87. Minute auf einen Nichtabstiegsplatz schoss.

Traf gegen München kurz vor Schluss zum 1:0 und schoss Großaspach in der Tabelle um drei Plätze nach oben: SG-Stürmer Kai Brünker. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Traf gegen München kurz vor Schluss zum 1:0 und schoss Großaspach in der Tabelle um drei Plätze nach oben: SG-Stürmer Kai Brünker. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Es war gegen 20.45 Uhr, als ein Aufschrei durch die Mechatronik-Arena ging, den es zumindest bei einem Fußballspiel im Fautenhau bislang noch selten gegeben hat. Sekundenbruchteile zuvor hatte der in der Winterpause vom englischen Drittligisten Bradford City nach Großaspach gekommene Kai Brünker das 1:0 für die Schwaben erzielt. Der Angreifer hatte nach einem verschossenen Foulelfmeter von Shqiprim Binakaj am schnellsten geschaltet und den Ball aus sechs Metern am zuvor gut reagierenden Löwen-Torwart Marco Hiller vorbei ins Netz gejagt. Es war das erste Saisontor des 24-Jährigen, mit dem er sein Team von Platz 17 hoch auf Rang 14 und damit auf einen Nichtabstiegsplatz schoss. Klar, dass der Stürmer der gefeierte Mann war.

Gottfroh über die wichtigen drei Punkte war selbstverständlich auch Florian Schnorrenberg. Er wusste zwar, dass die Partie sicher kein Leckerbissen für Fußball-Feinschmecker war, doch Wille und Leidenschaft hatten gepasst. „Ein Kompliment an meine Mannschaft für den aufopferungsvollen Kampf. Das Spiel hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern diejenige, die das Quäntchen mehr Glück hatte“, urteilte der 41-Jährige und lag damit nicht falsch. Den Erfolg im Abstiegskampf erzwang Großaspach. Geradezu beispielhaft war die Szene, die zum Elfmeter und anschließenden entscheidenden Treffer geführt hatte. Erst wühlte sich Brünker mit seinen 1,90 Metern durch den Strafraum, dann spritzte Marco Hingerl in den abgeprallten Ball und wurde von Löwen-Verteidiger Herbert Paul gefoult. Strafstoß und die zweite richtig klasse Möglichkeit, die die Hausherren während der gesamten Partie überhaupt hatten. Doch im Gegensatz zu der von Philipp Hercher gleich zu Beginn des Duells nutzte Aspach diesmal seine Chance.

Ob die drei Punkte verdient waren? Diese Frage stellte danach niemand groß. Auch Löwen-Coach Daniel Bierofka nicht, der kurz und knapp fest stellte: „In der Defensive haben wir’s ganz gut gemacht, in der Offensive war’s zu wenig und deshalb hatten wir einen Sieg nicht verdient.“ Korrekt, denn auch die Gäste aus München verbuchten keine Vielzahl an Möglichkeiten. Beide Mannschaften lieferten sich meist einen Kampf im Mittelfeld, bei dem es ihnen kaum gelang, gute Angriffe heraus zu spielen.

Am dichtesten an einem Treffer dran waren beim Deutschen Meister von 1966 Simon Lorenz, der mit einer Kopfballverlängerung kurz vor der Halbzeit an Aspachs aufmerksamem Schlussmann Kevin Broll scheiterte, oder Benjamin Kindsvater, der den Ball nach etwas mehr als 50 Minuten aus 14 Metern über die Latte jagte, und der eingewechselte Alessandro Abruscia, dessen Schuss aus zehn Metern noch vom eigenen Mitspieler über die Latte gelenkt wurde. Und dann gab es da noch die Nachspielzeit, in der Simon Lorenz das Herz vieler Sonnenhof-Anhänger noch einmal strapazierte, als er seinen 23-Meter-Flachsschuss nur um Zentimeter am Tor vorbei setzte. Es war der letzte Aufreger.

Kurz darauf war Schluss und Aspach auf einem Nichtabstiegsplatz. Entsprechend kräftig wurde gefeiert. Der SG-Vorsitzende Andreas Benignus machte klar, was die Stunde geschlagen hat, als er Helfern zurief: „Jungs und Mädels besorgt Bier.“ Sein Trainer hatte da schon wieder die nächste Partie im Blick. In der geht es am Samstag zum Kellerduell bei der nun auf den viertletzten Rang abgerutschten Eintracht aus Braunschweig. Dort wartet der nächste Abstiegskampf, in den die SG personell geschwächt geht. Denn die Punkte gegen die Löwen kosteten nicht nur Kraft, sondern mit den nun gelbgesperrten Philipp Hercher und Patrick Choroba sowie den verletzt ausgewechselten Sebastian Bösel und Zlatko Janjic (beide Muskelfaserriss) personelle Opfer.

Zum Artikel

Erstellt:
9. April 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen