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Starke zweite Halbzeit reicht der SG nicht

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach hat sich beim Aufstiegskandidaten Eintracht Braunschweig nicht als Tabellenvorletzter präsentiert. Trotz einer klaren Feldüberlegenheit muss sich das Kellerkind bei den Niedersachsen aber mit 1:2 geschlagen geben.

Jonas Meiser (beim Kopfball) hat mit der SG Sonnenhof Großaspach eine starke Leistung gezeigt, am Ende stehen die Schwaben aber mit leeren Händen da. Foto: S. Hübner

© Susanne Hübner, Susanne Huebner

Jonas Meiser (beim Kopfball) hat mit der SG Sonnenhof Großaspach eine starke Leistung gezeigt, am Ende stehen die Schwaben aber mit leeren Händen da. Foto: S. Hübner

Von Heiko Schmidt

Der Abstieg der Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach aus der Dritten Liga rückt immer näher. Bei sechs noch ausstehenden Begegnungen beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer fast uneinholbare elf Punkte. Doch wie ein möglicher Absteiger präsentierten sich die Schwaben in den vergangenen Wochen nicht. Auch beim Aufstiegskandidaten Eintracht Braunschweig hinterließen die Großaspacher einen starken Eindruck. Doch am Ende stand der Dorfklub mit leeren Händen da. „Wie schon in den letzten Partien waren wir auch heute wieder die spielbestimmende Mannschaft. Das Einzige, was uns gefehlt hat, war ein Treffer“, brachte es SG-Trainer Hans-Jürgen Boysen auf den Punkt.

Der Coach blieb auch bei der Partie in Braunschweig seiner Linie nach der Corona-Pause treu und rotierte bei der Anfangsformation kräftig durch. Im Gegensatz zu den anderen Begegnungen davor – er nahm dort maximal zehn Veränderungen vor – schickte Boysen in Braunschweig eine komplett andere Startelf gegenüber dem torlosen Unentschieden zuletzt zu Hause gegen Preußen Münster auf den Rasen. Dabei veränderte der Coach die taktische Ausrichtung auch ein wenig. In der Vorwärtsbewegung seiner Mannschaft setzte Boysen auf das 4:2:3:1, während beim Ballbesitz des Kontrahenten aufs in der Vergangenheit bewährte 4:4:2 umgeschaltet wurde.

Die Großaspacher hatten die Umstellungen sehr gut verinnerlicht. War der Dorfklub doch in der ersten Halbzeit gleichwertig mit dem Deutschen Meister von 1967. Einzig die mangelnde Chancenverwertung musste sich die Gäste ankreiden lassen. Hinzu kam die Unachtsamkeit, die zum Braunschweiger Führungstreffer in der 18. Minute durch Martin Kobylanski führte. „Das Gegentor durch einen individuellen Fehler darf uns so natürlich aber auf keinen Fall passieren“, kritisierte SG-Coach Boysen. Er freute sich aber auch: „Dennoch haben wir weiterhin das Kommando übernommen und dann letztendlich auch den völlig verdienten Ausgleich erzielt.“ Für diesen zeichnete sich der eingewechselte Kai Brünker verantwortlich. Es war sein viertes Saisontor. „Wir haben 90 Minuten alles gegeben und uns mit dem 1:1 belohnt“, sagte der Torschütze.

Schließlich waren die Schwaben im zweiten Durchgang deutlich feldüberlegen. Sie ließen sich von den stark nachlassenden Braunschweigern und in der Schlussphase vom Starkregen kaum aus dem Konzept bringen. Lediglich bei einer Szene waren die Großaspacher nicht ganz im Bilde. Dabei konnte auch Brünker nicht verhindern, dass seine Mannschaft kurz vor dem Spielende durch Marvin Pourie noch das 1:2 hinnehmen musste. „Wir haben hart gearbeitet und hätten uns den Punkt verdient“, stellte Brünker fest. Ähnlich sah es auch Großaspachs Trainer Boysen. „Wir wollten den Sieg, haben bis zum Schluss alles gegeben und nach vorn geworfen. Umso mehr trifft uns dann natürlich diese Niederlage durch den Treffer kurz vor Schluss. Die Jungs haben das heute trotzdem hervorragend gemacht“, erklärte der 63-Jährige. Lob gab es für die Gäste von den Braunschweigern. „Es war eine ganz schwere Partie. Großaspach hat keine Sekunde aufgegeben“, sagte Eintrachts Siegtorschütze Marvin Pourie.

Auch Braunschweigs Trainer Marco Antwerpen sah kein gutes Spiel von seiner Mannschaft: „Es war sehr schwierig. In der zweiten Halbzeit haben wir keinen Zugriff mehr bekommen.“ Trotzdem sicherten sich die Niedersachsen die drei Punkte und dürfen sich weiterhin Hoffnungen auf den Aufstieg in die Zweite Bundesliga machen. Hingegen sinkt die ohnehin schon minimale Chance der Großaspacher auf den Verbleib in der Dritten Liga immer weiter. Rechnerisch ist der Klassenerhalt zwar noch möglich, doch der Dorfklub müsste schon eine Serie starten und zudem auf ein Wunder in der Form hoffen, dass die Mannschaften davor wie Preußen Münster, FSV Zwickau, Chemnitzer FC und FC Viktoria Köln kaum noch Punkte holen. Letzteres scheint momentan aber eher nur eine Wunschvorstellung zu sein.

FSV Zwickau kommt am Mittwoch in den Fautenhau

Bereits am Mittwoch geht es für die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach in der Dritten Liga weiter. Um 19 Uhr kommt es im Fautenhau zum Kellerduell mit dem FSV Zwickau. Das nächste Auswärtsspiel bestreitet der Dorfklub am kommenden Samstag um 14 Uhr beim SV Waldhof Mannheim.

Der Deutsche Fußball-Bund hat die Spieltage 35 bis 38 zeitgenau terminiert. Somit stehen die Anstoßzeiten für den Rest der Saison fest. Die SG Sonnenhof Großaspach empfängt am Mittwoch, 24. Juni, um 19 Uhr den SV Meppen. Anschließend geht es am Sonntag, 28. Juni, um 14 Uhr zum 1. FC Magdeburg. Das letzte Saisonheimspiel absolviert die SG am Mittwoch, 1. Juli, um 19 Uhr gegen den TSV 1860 München. Zum Abschluss tritt der Dorfklub am Samstag, 4. Juli, um 14 Uhr beim FC Carl Zeiss Jena an.

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Erstellt:
15. Juni 2020, 06:00 Uhr

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Mit 22 Mannschaften wartet auf Großaspachs Fußballer in der Regionalliga eine Mammutrunde mit 42 Spieltagen. Saisonstart ist für den 1. oder 2. September geplant. Die weiteste Fahrt führt die SG Sonnenhof zum gut 330 Kilometer entfernten Hessen Kassel.