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Vom Schnellschuss zum Glückstreffer

Großaspachs Verteidiger Korbinian Burger erwartet am Montag mit den Münchner Löwen seinen Ex-Verein zum Drittliga-Duell

„Ich habe eine super Jugendausbildung genossen, dafür bin ich dankbar.“ Am Montag wird Korbinian Burger die Dankbarkeit aber wohl nicht zeigen. Denn dann trifft er mit Aspachs Drittliga-Fußballern ab 19 Uhr auf seinen Ex-Verein 1860 München und weiß, dass er und seine Mitstreiter die drei Punkte aus dem Heimspiel dringend brauchen. Schließlich kämpft die SG gegen den Abstieg.

Blickt gerne auf seine fünf Jahre bei Sechzig und seine Entscheidung im Sommer zum Wechsel nach Aspach zurück: Korbinian Burger. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Blickt gerne auf seine fünf Jahre bei Sechzig und seine Entscheidung im Sommer zum Wechsel nach Aspach zurück: Korbinian Burger. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Gerade mal zwölf Tage vor Saisonstart verpflichtete Aspach den 1,90 Mann aus dem Bayerischen Wald. Ein Schnellschuss im Sommer, den Spieler und Verein bisher nicht bereuen. Der von der Regionalligaelf der Spvgg Greuther Fürth gekommene Defensivexperte erklärt: „Ich habe nur drei von 31 Punktspielen nicht gemacht. Hätte mir das vor der Runde jemand gesagt...“ Erst recht, wenn ihm zuvor erzählt worden wäre, dass er sich hinten links einen Stammplatz erkämpft. Denn „ich bin gelernter Innenverteidiger“. Das hatte er zuvor fast überall gespielt. Bei Fürth II, beim FC Bayern II, beim TSV 1860 München II und in der dortigen A- sowie B-Jugend. Nur nicht beim ASV Cham und FC Chammünster, wo er als Steppke mit der Kickerei begann.

Die Stationen zeigen: Der 23-Jährige ist ein echter Bayer, Aspach sein erster Verein außerhalb des südlichsten deutschen Bundeslandes. Nach neun Monaten unter Schwaben urteilt Burger. „Ich fühle mich seit Tag eins richtig wohl.“ Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass er mit den zwei anderen Ur-Bayern im SG-Kader, Sebastian Bösel und Marco Hingerl, in Weissach eine WG bildet. „Wir haben bereits bei Bayern II zusammen gespielt und uns damals schon gut verstanden“, erklärt Burger und schmunzelt dabei.

Nur die sportliche Lage

gefällt dem Abwehrmann

nicht so richtig

Das Lächeln weicht allerdings aus seinem Gesicht, wenn die Sprache auf die momentane Tabellensituation kommt. Als Viertletzter nimmt die SG Sonnenhof einen Abstiegsplatz ein. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, wenn dann wie beim 1:2 in Meppen die Punkte fast schon hergeschenkt werden. Korbinian Burger gesteht, dass die Niederlage auch sechs Tage danach „immer noch bitter ist“. Vor allem, da Aspach mit dem durchaus möglichen Sieg in der Tabelle gleich drei Plätze gut gemacht hätte. Eine vergebene Chance und verlorene Zähler, die übermorgen gegen die Sechzger irgendwie zurückgeholt werden müssen.

Für den zweikampf- und kopfballstarken Linksfuß ist das Heimspiel aber nicht nur deshalb eine besondere Partie. Für ihn ist es durchaus ein wenig eine Begegnung mit der Vergangenheit. In der Jugend und zu Beginn seiner Aktivenzeit war Korbinian Burger fünf Jahre lang für die Löwen am Ball. Deshalb ist bei der Frage aller Fragen im Münchner Fußball für ihn klar: „Ich bin eher ein Blauer, ein Bayern-Fan war ich noch nie.“ Wobei Korbinian Burger sich auch nicht als Löwen-Anhänger sieht, aber für diesen Ex-Klub durchaus Sympathien hat. Grund: „Ich habe bei Sechzig eine super Jugendausbildung genossen. Dafür bin ich schon dankbar.“ Deshalb ist klar, dass er einige der Kontrahenten vom Montag gut kennt. Unter anderm den gegnerischen Coach: „Daniel Bierofka war in der A-Jugend mein Trainer.“ Überhaupt denkt er gerne an insgesamt sieben Jahre in München zurück: „Ich bin mit 15 von Cham dorthin gezogen, habe zunächst ein Jahr bei einer Tante meiner Tante gewohnt und mit 16 meine erste eigene Wohnung gehabt.“ Die frühe Selbstständigkeit hat ihm nicht geschadet, zumindest hat sie nicht verhindert, dass er neben dem Vorantreiben seiner Fußballkarriere auch sein Abitur gebaut hat.

Statt Millionen-Metropole ist für den Blondschopf nun Dorf angesagt. Wobei das für einen Jungen aus dem Bayerischen Wald nicht ungewohnt ist. „Stimmt“, sagt der Defensivexperte, lächelt wieder und fügt an: „Hier passt alles.“ Bis auf die sportliche Lage. Die ist ernst, für Burger aber nicht hoffnungslos. „Wir halten die Liga, auch wenn’s schwierig wird.“ Nicht nur auf dem Platz zeigt der 23-Jährige klare Kante, Er spricht auch Klartext: „Die Lage haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben zu viele Unentschieden, in denen definitiv mehr drin war.“ Wer Schuld daran hat? „Wir sind ein Team und haben zusammen unentschieden gespielt.“ Fakt sei aber, dass sich die SG vor niemand verstecken müsse. Denn: „Wir sind eine gute Mannschaft und haben einen super Zusammenhalt. Deshalb müssen wir es einfach packen. Es wäre jammerschade um eine so tolle Einheit.“

SG auf bkz-online.de

Wer am Montag zum SG-Heimspiel nicht ins Stadion kommen kann, ist dank unserer Zeitung dennoch am Ball. Vom Duell mit den Löwen gibt’s im Internet ab 19 Uhr unter www.bkz-online.de einen Liveticker. Später kommt hier noch ein Video dazu.

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Erstellt:
6. April 2019, 06:00 Uhr

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