Geschichte
Von Hinzmann bis Allgaier: Die Präsidenten des VfB Stuttgart
Beim Bundesligisten aus Bad Cannstatt standen immer wieder markante Persönlichkeiten an der Vereinsspitze. Doch nicht alle waren erfolgreich.
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Ministerpräsident Erwin Teufel, VfB-Spieler Guido Buchwald und Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder feiern die Deutsche Meisterschaft in der Saison 1991/92.
Von Julian Meier
Der VfB Stuttgart feiert an diesem Mittwoch seinen 133. Geburtstag. In dieser Zeit haben verschiedene Präsidenten den Verein geprägt. Die Namen von Fritz Walter, Gerhard Mayer-Vorfelder oder Erwin Staudt sind den Fans noch heute geläufig.
Streng genommen gibt es den VfB Stuttgart erst seit 1912. Damals kam es zur Fusion der beiden Vereine „Fußballverein Stuttgart“ und „Kronen-Club Cannstatt“ zum „Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.“, dem heutigen VfB Stuttgart. Die beiden Vorgängervereine hatten jeweils ihre eigenen Präsidenten.
Gerhard Mayer-Vorfelder war 25 Jahre im Amt
Seit der Fusion gab es insgesamt 17 Amtsinhaber. Erster Präsident wurde 1912 Wilhelm Hinzmann, der aber schon bald im Ersten Weltkrieg eingezogen wurde und von Julius Lintz ersetzt wurde. Prägend war die Amtszeit von Fritz Walter, der insgesamt 24 Jahre lang dem Verein vorstand. Noch ein Jahr länger war Gerhard Mayer-Vorfelder im Amt, nämlich von 1975 bis 2000.
Seit 2024 ist nun Dietmar Allgaier VfB-Präsident. Voraus gingen zahlreiche Wechsel an der Vereinsspitze. Einige von Allgaiers Vorgängern scheiterten und sind schon fast wieder vergessen.
Anlässlich des Vereinsjubiläums blicken wir zurück auf alle Präsidenten seit 1969. Klicken Sie sich dazu durch die Bildergalerie.
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Von 1969 bis 1975 bekleidete der Verleger Hans Weitpert (links) das Amt des VfB-Präsidenten. Übernommen hatte er das Amt von Dr. Fritz Walter, unter dem der VfB zweimal Deutscher Meister wurde und einmal den DFB-Pokal gewann. Sportlich anknüpfen an den Erfolg seines Vorgängers konnte „Lila-Hans“, wie ihn aufgrund seiner gefärbten Haare manch ein Fan nannte, nie. Stattdessen fand sich der VfB nach seiner Amtszeit in der Zweiten Liga wieder.
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Weitperts Nachfolger Gerhard Mayer-Vorfelder sollte jahrzehntelang polarisieren. 1975 übernahm er und blieb bis 2000 Präsident des VfB, bevor er ab 2001 selbiges Amt für den DFB ausübte. Seine größten sportlichen Erfolge waren die zwei Meisterschaften 1984 und 1992, sowie der Pokalerfolg 1986. Obwohl er von den Medien und Fans für seine Doppelfunktion in der Politik und im Sport sowie für seine Finanzpolitik, die den VfB in die Verschuldung trieb, oft harsch kritisiert wurde, bleibt er als eine der markantesten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs in Erinnerung.
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Manfred Haas, gelernter Bankkaufmann, wurde aufgrund der Fehler seines Vorgängers mit einer schweren Aufgabe versehen. Er sollte den drohenden Abstieg in die Zweite Liga abwenden, gleichzeitig aber auch die Ausgaben des Vereins kürzen und die finanzielle Krise entschärfen. Notgedrungen setzte er voll auf die Jugend. Was mit einer Verzweiflungsaktion begann, erwies sich als erfolgreicher als gedacht und sollte die VfB-Identität für immer prägen. „Jung und wild“, lautete von nun an das Motto des VfB. Haas’ größter sportlicher Erfolg war das Erreichen der Champions League im Jahr 2003, bevor er aufgrund von Überlastung das Amt freiwillig abgab.
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Erwin Staudt übernahm das Amt 2003 von Manfred Haas. Er setzte den Prozess fort, den sein Vorgänger angestoßen hatte, und setzte weiterhin vermehrt auf gutes Scouting, sowie die Nachwuchsförderung. Der Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte, die Meisterschaft 2007, gelang ebenfalls während seiner Amtszeit. Ebenfalls bemerkenswert ist sein Verdient, die Mercedes-Benz-Arena in ein reines Fußballstadion zu verwandeln. An dieser Aufgabe waren viele seiner Vorgänger gescheitert. 2011 räumte Staudt freiwillig seinen Posten.
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Gerd Mäuser, der von 2011 bis 2013 Präsident beim VfB war, hatte es mit seiner besonderen Art nie leicht. Kritiker warfen ihm vor, er sei ein Sturkopf und vergraule Sponsoren, Befürworter legten ihm das als positive Direktheit aus. Leider wurden letztere in seiner zweijährigen Amtszeit immer weniger, sodass er 2013 aufgrund des steigenden Drucks auf die Vereinsführung zurücktrat.
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Mit viel Euphorie und Optimismus begrüßten die VfB-Anhänger 2013 ihren neuen Präsidenten und Marketing-Experten Bernd Wahler. Sportlich erfolgreich war der VfB während seiner Amtszeit jedoch nie und so endete diese sang- und klanglos unmittelbar nach der Abstiegssaison 2015/2016 mit seinem Rücktritt.
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Sehr viel erfolgreicher lief es auch nicht für seinen Nachfolger Wolfgang Dietrich. Zwar stieg der VfB nach einem Jahr Zweite Liga unmittelbar wieder auf, konnte im „Oberhaus“ jedoch nie eine stabile sportliche Situation etablieren, geschweige denn an die Erfolge vergangener Zeiten anknüpfen. Ein unrühmliches Ende nahm seine Präsidentschaft mit der Mitgliederversammlung im Juli 2019, als ein WLAN-Versagen verhinderte, dass die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden konnten und er mit Personenschutz das Stadion verlassen musste. Einen Tag später legte er sein Amt nieder.
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Claus Vogt wurde 2019 zum Präsidenten gewählt. Der Sportfunktionär und Unternehmer wurde lange Zeit von den Fans unterstützt. Sein großer Verdienst war, dass er der den Frauenfußball zum VfB Stuttgart gebracht hat. Im Laufe seiner Amtszeit verlor er aber den Rückhalt der Fans, was schließlich zu seiner Abwahl im Jahr 2024 führte.
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Dietmar Allgaier war zunächst interimsweise Präsident, seit März 2025 ist er das auch offiziell. In seiner Amtszeit läuft die Arbeit im Verein geräuschlos, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der Landrat des <a rel="mw:WikiLink" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_Ludwigsburg">Landkreises Ludwigsburg</a> als jemand gilt, der verschiedene Interessen in Einklang bringen kann.
