Wichtiges Duell am Tag vor Heiligabend

Aspachs Drittliga-Fußballer erwarten am Sonntag zum Rückrundenstart mit Jena einen punktgleichen Rivalen im Abstiegskampf

Wo beginnt der Abstiegskampf in der Dritten Liga? Zugegeben, es gleicht fast Willkür, an welcher Stelle in der Tabelle der Strich gezogen wird. Klar ist: Großaspachs Fußballer stecken als Vierzehnter mit 20 Zählern mittendrin, für die sechs Klubs dahinter gilt das umso mehr. Einer davon ist der punktgleiche Sechzehnte aus Jena, den die SG Sonnenhof am Sonntag (14 Uhr) zum Rückrundenstart im Fautenhau erwartet. Ein wegweisendes Duell am Tag vor Heiligabend.

Im Abstiegskampf geht es für SG-Kapitän Julian Leist und seine Kollegen nicht um einen Schönheitspreis, sondern vor allem um die Ergebnisse. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Im Abstiegskampf geht es für SG-Kapitän Julian Leist und seine Kollegen nicht um einen Schönheitspreis, sondern vor allem um die Ergebnisse. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

An der Tabellenspitze hat sich ein Trio einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Karlsruhe liegt mit 38 Zählern alleine dank der mehr geschossenen Tore vor dem punktgleichen Zweiten aus Osnabrück, den Relegationsplatz belegt mit 37 Zählern der finanzkräftige Neuling aus Uerdingen. Es bleibt nur noch die Frage zu beantworten, in welcher Reihenfolge diese Teams Weihnachten feiern werden, denn die Verfolger aus Halle (33) und Unterhaching (32) können frühestens im neuen Jahr in die Phalanx des Spitzentrios einbrechen.

Münster (29) schwächelt seit dem 1:3 im Fautenhau und kassierte zuletzt drei Pleiten in Serie. Nicht so richtig rund läuft es auch bei Wehen Wiesbaden (27): Das Team von Trainer Rüdiger Rehm muss den Blick momentan eher in den Rückspiegel richten und sollte höchstens heimlich nach oben schielen. Selbiges gilt für Rostock (27) und Zwickau (25), trotz vier Punkte aus den zwei Partien unter dem ehemaligen SG-Coach Sascha Hildmann auch für Kaiserslautern (25), für Würzburg (24), 1860 München (23) und Lotte (23). Dahinter belegt Großaspach mit 20 Zählern den 14. Platz – eine gute Ausgangsposition für den erneuten Klassenverbleib, mehr aber keinesfalls. Die Übersicht zeigt, wie es um die Leistungskurven der SG Sonnenhof sowie der anderen sechs Teams im Keller bestellt ist.

SG Sonnenhof Großaspach (14. Platz, 16:20 Tore, 20 Punkte): Die Schwaben sind nach wie vor der Remis-König der Dritten Liga, teilen sich diese Rolle mit jeweils elf Unentschieden jedoch mit Unterhaching. Als Trainer Sascha Hildmann Anfang Oktober gehen musste, hatte Großaspach als Viertletzter einen Abstiegsplatz inne, nun steht immerhin Rang 14 zu Buche. Das bedeutet aber mitnichten, dass alles läuft wie geschmiert. Aus den ersten vier Begegnungen unter Florian Schnorrenberg eroberte die SG zwar acht Punkte, doch auf diesen tollen Einstand folgten drei Pleiten in Serie und zuletzt ein mageres 1:1 gegen Köln. Um die Gefahr zu bannen, das Jahr doch noch auf einem Abstiegsplatz zu beenden, sollten Kapitän Julian Leist und die Kollegen das Heimspiel gegen Jena gewinnen. 2019 gilt es dann, mehr Durchschlagskraft in der Offensive zu entwickeln, denn mit einem Schnitt von weniger als einem Tor pro Spiel wird es schwer, drinzubleiben.

Energie Cottbus (15. Platz, 23:31 Tore, 20 Punkte): Der Neuling aus der Lausitz ist mittlerweile seit dem 2:0 am 2. November in Kaiserslautern ohne Sieg und kam dem ominösen Strich in der Tabelle mit seinen drei Niederlagen und zwei Unentschieden bedrohlich nahe. Verliert die Truppe von Trainer „Pelé“ Wollitz auch noch das Ostduell der zwei Ex-Erstligisten in Rostock, droht der Sturz auf einen Abstiegsplatz.

Carl Zeiss Jena (16. Platz, 27:37 Tore, 20 Punkte): Mit einem 3:2 gegen Aspach waren die Thüringer in diese Runde gestartet, in Münster legten sie ein 2:1 nach. Diesem optimalen Auftakt schob die Truppe aber nur noch zwei weitere Siege hinterher, das war den Machern zu wenig. Nach dem 1:2 gegen Meppen zogen sie am 8. Dezember die Reißleine und stellten dem Trainer seinen Stuhl vor die Tür. Als Nachfolger von Mark Zimmermann wurde Lukas Kwasniok geholt, dessen Name nach dem Aus von Sascha Hildmann auch durch den Fautenhau geisterte. Sein Einstand war mit dem 3:1 in München perfekt, nun will Jena bei der SG Sonnenhof unbedingt nachlegen.

Fortuna Köln (17. Platz, 18:35 Tore, 20 Punkte): Am Rhein gab es im Oktober einen unfreiwilligen Trainerwechsel, weil es Uwe Koschinat zum Zweitligisten Sandhausen zog. Interimscoach André Filipovic verantwortete einen Sieg und eine Niederlage, ehe Tomasz Kaczmarek einen wahren Albtraumstart hinlegte – 0:7 gegen Wiesbaden, 0:6 in Unterhaching. Aufs 0:0 gegen Würzburg folgte ein 0:3 in Meppen, zuletzt gab es wieder zwei Punkteteilungen – darunter das 1:1 in Aspach. Kaczmarek wartet also weiter auf seinen ersten Sieg und die Kölner insgesamt darauf, dass sich etwas Licht am Ende des Tunnels auftut.

SV Meppen (18. Platz, 24:30 Tore, 19 Punkte): Die Emsländer bewahren die Ruhe, halten trotz der prekären Tabellensituation an dem seit Juli 2013 amtierenden Trainer Christian Neidhart fest. Die Treue scheint sich auszuzahlen, denn auf die vier Pleiten in Serie, die mit dem 0:1 in Aspach (20. Oktober) eingeläutet wurden, reagierte das Team mit sieben Punkten aus drei Partien, ehe es zuletzt mit dem 0:1 gegen Kaiserslautern wieder einen Rückschlag setzte. Im Falle eines Heimsiegs gegen Lotte besteht trotzdem noch die Möglichkeit, auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern.

VfR Aalen (19. Platz, 23:30 Tore, 17 Punkte): In Sachen Unentschieden holt Aalen seit einiger Zeit rasant auf. Sechs der vergangenen neun Begegnungen endeten mit Punkteteilungen, was noch zu verkraften gewesen wäre, wenn der VfR die anderen drei Duelle nicht verloren hätte. Somit datiert der letzte Dreier vom 30. September (3:2 in Zwickau), unmittelbar danach gab’s auch noch das Aus im WFV-Pokal bei der TSG Backnang. Die Elf von Trainer Argirios Giannikis rutschte vom 14. auf den 19. Platz und muss vor dem heutigen Spiel in Wehen aufpassen, Anschluss zu halten.

Eintracht Braunschweig (20. Platz, 20:38 Tore, 13 Punkte): Dem Zweitliga-Absteiger droht der direkte Durchmarsch in die Regionalliga, womit dem deutschen Meister von 1967 ein zweifelhaftes Kunststück gelingen würde. Die Eintracht war 2007 schon einmal in die Viertklassigkeit abgestürzt, schaffte innerhalb von sechs Jahren den Sprung in die Erste Bundesliga und könnte nun innerhalb von weiteren sechs Jahren den umgekehrten Weg vollenden. Der Trainerwechsel von Henrik Pedersen zu André Schubert verpuffte zunächst völlig, erst in seinem achten Spiel gab es am vergangenen Wochenende mit dem 1:0 in Cottbus den ersten Sieg. Ein kleines Lebenszeichen, mehr fürs Erste noch nicht.

Hintergrund
Ewige Drittliga-Tabelle

Seit der Drittliga-Gründung 2008 kämpften 55 Vereine in dieser Klasse um Punkte. Mit Erfurt stieg das letzte verbliebene Gründungsmitglied im Sommer 2018 ab, an allen elf Runden hat damit kein Klub teilgenommen. Zehn sind das Maximum, das außer von Rot-Weiß Erfurt (3. Platz, 478 Punkte) nur noch vom SV Wehen Wiesbaden als Spitzenreiter der ewigen Tabelle (506) erreicht wird. Zweiter ist Osnabrück (489), die SG Sonnenhof belegt in ihrer fünften Drittliga-Spielzeit mit 218 Punkten mittlerweile den 20. Platz.

In der ewigen Tabelle sind neben den 20 aktuellen Drittligisten mit RB Leipzig und Fortuna Düsseldorf zwei Erst- sowie 13 Zweitligisten vertreten. Dazu kommen 16 Regionalligisten, die Stuttgarter Kickers, die TuS Koblenz, Rot-Weiß Ahlen (alle Oberliga) und Kickers Emden (Landesliga).

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Erstellt:
21. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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