„Wir müssen den Hebel sofort umlegen“

Der SG Sonnenhof steht in der Fußball-Regionalliga gegen den Favoriten SSV Ulm heute um 19 Uhr ein schweres Spiel bevor.

Erkrankt und deshalb für die Partie gegen Ulm noch fraglich: Flavio Santoro. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Erkrankt und deshalb für die Partie gegen Ulm noch fraglich: Flavio Santoro. Foto: A. Becher

Von Kristin Doberer

Nach drei Niederlagen in Folge und bisher nur vier Punkten in sieben Spielen blickt Trainer Hans-Jürgen Boysen mit seinen Regionalliga-Fußballern auf eine herausfordernde Heimaufgabe heute ab 19 Uhr gegen den Titelaspiranten SSV Ulm: „Das wird eine harte Nuss“, auch wenn das an der Tabelle im Moment noch nicht erkennbar ist. Ulm steht mit zwölf Punkten auf Platz sieben. Dabei gehören die Spatzen zu den Favoriten. Die Mannschaft sei stark, auch wenn sie in den vergangenen Spielen durchaus einige Schwankungen gezeigt hat, meint Boysen. So hat der SSV zum Beispiel gegen Aalen 0:2 verloren, obwohl der VfR einige Tabellenplätze weiter unten steht.

Mit Ulm bekamen es die Aspacher bereits vor knapp zwei Monaten zu tun, beim Pokalspiel am 8. August. Hier wurde die SG allerdings mit 0:6 abgeschossen. Damals sei das Spiel für die gerade erst aus der Dritten Liga abgestiegene Mannschaft mit vielen Abgängen und neuen Spielern zu früh gekommen, es habe kaum Zeit zur Vorbereitung gegeben. „Im Pokalspiel hat noch gar nichts gepasst“, meint der Trainer rückblickend. „Das war eine Ausnahmesituation, ich erwarte jetzt ein ganz anderes Gesicht.“ Zwei Monate und sieben Spiele später hatte die SG zwar Zeit, doch die vergangenen Partien waren nicht sehr erfolgreich. Dabei hätte die SG durchaus einige Punkte mehr mitnehmen können. „Wir hatten in jedem Spiel klare Chancen, aber da muss noch mehr Druck dahinter“, so der Trainer. Häufig hat es nicht unbedingt an Chancen gemangelt, sondern an zu wenig Entschlossenheit vor dem Tor der Gegner. Wenn man das hinbekommt, dann könne man ein Spiel auch für sich entscheiden, ist Boysen sicher: „Wir müssen den Hebel sofort umlegen, auch wenn der Gegner Ulm heißt.“

Die drei vergangenen Spiele habe man mit dem Team analysiert und im Trainingsbetrieb aufgearbeitet, nun gehe es darum, hellwach und konzentriert an das nächste Spiel heranzugehen und endlich Punkte zu holen. Man wolle geradliniger werden und Torchancen nicht mehr vergeben. Eine Umstellung des Systems wolle er aber trotz der Situation sensibel angehen. „Uns ist klar, dass wir das nicht einfach weiterlaufen lassen können“, so Boysen. Die Ausgangssituation vor dem Spiel gegen Alzenau sei schlecht gewesen. Nach neun Gegentoren in nur zwei Spielen, einem Torwartwechsel und Verletzungen sei das Hauptziel für die Partie gegen Alzenau vor allem gewesen: Stabilität reinbringen und eine gute Grundordnung beibehalten. Auch wenn das in der Verteidigung gut funktioniert hat, vor dem Tor der Gegner habe es einfach zu viele vergebene Chancen gegeben.

Boysen war durchaus bewusst, dass das Aufbaujahr kein einfaches werden wird, er habe aber nicht gedacht, dass es so schlecht läuft. „Wir müssen fünf Punkte mehr haben. Die Qualität wird aber definitiv steigen“, ist sich der Trainer sicher. Personaltechnisch ist Torwart Oliver Schnitzler heute noch gesperrt wegen seiner Roten Karte im Spiel gegen Freiburg. Nicht dabei sein werden zudem Mohamed Diakite, der sich im Training verletzt hat und operiert werden muss, sowie Georgios Pintidis, der sich gerade im Aufbautraining befindet. Außerdem ist der erkrankte Flavio Santoro fraglich.

SSV Ulm 1846

Unter Leitung des in Backnang geborenen Trainers Ralf Rangnick stieg der SSV Ulm 1846 in der Saison 1997/1998 in die Zweite Bundesliga auf und schaffte mit ihm sowie seinem Nachfolger Martin Andermatt den Durchmarsch in die Erste Bundesliga.

Aus der stiegen die Spatzen in der Saison 1999/2000 gleich wieder ab und wurden nach einem direkt folgenden erneuten Abstieg sowie einer sich anschließenden Insolvenz in die Verbandsliga durchgereicht.

Diverse Aufstiege und zwei weitere Insolvenzen später gehört der SSV Ulm 1846 nun seit 2015 konstant der Regionalliga Südwest an und hat sich mittlerweile den Aufstieg in die Dritte Liga zum Ziel gesetzt.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Oktober 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

SG Sonnenhof

Ein glücklicher Teilerfolg für Großaspach

Der Fußball-Regionalligist aus dem Fautenhau muss beim FC Gießen mit einem 1:1 zufrieden sein. Marvin Cuni gleicht nach einer guten Stunde die frühe Führung der Gastgeber aus.

SG Sonnenhof

Vom Jungspund zum Hoffnungsträger

Der 19-jährige Marvin Cuni hat zwei Drittel der bisherigen neun Aspacher Regionalliga-Tore erzielt. Wichtiger als die eigene Bilanz ist dem von Bayern München ausgeliehenen Angreifer, dass die SG morgen in Gießen die Leistung vom Sieg gegen Ulm bestätigt.