Turnen dritte Liga

WTG Heckengäu fährt Pflichtsieg mit Schönheitsfehlern ein

Die Drittliga-Turner leisten sich gegen das Schlusslicht USC München zwar einige Patzer, gewinnen jedoch souverän mit 42:20. Manu Tschur wird zum Mann des Tages.

Der beste Turner des Wettkampfes der WTG Heckengäu gegen USC München: Manu Tschur am Reck

© Georg Hrivatakis

Der beste Turner des Wettkampfes der WTG Heckengäu gegen USC München: Manu Tschur am Reck

Von Jürgen Kemmner

Es gibt Siege, bei denen alles funkelt. Und es gibt solche, bei denen man zuerst über die Fehler spricht. Der 42:20-Erfolg der WTG Heckengäu gegen den USC München gehört zur zweiten Kategorie. Gefährdet war der vierte Saisonsieg nie, dafür war das Schlusslicht zu deutlich unterlegen. Zufrieden konnten die Gastgeber mit ihrem Auftritt trotzdem nicht an jedem Gerät sein. Zwei Geräte gingen an die Münchner, am Reck wurde es zum Abschluss sogar ziemlich ungemütlich. Was unter dem Strich blieb: die Festigung des zweiten Tabellenplatzes der WTG.

Eigentlich war in Renningen alles angerichtet für einen schwungvollen Beginn, nur die WTG spielte zunächst nicht mit. Am Boden fanden die Riege nicht richtig in den Wettkampf, der USC München ging mit einem 6:4-Gerätesieg in Führung. Lange durften sich die Münchner allerdings nicht freuen. Das Pauschenpferd wurde für die WTG zum Wendepunkt. Vor allem Manú Tschur zeigte, wie es geht – 11,10 Punkte bedeuteten die höchste Wertung des Tages an diesem Gerät. Aus dem Rückstand war eine Führung geworden, aus dem holprigen Beginn ein Wettkampf nach WTG-Geschmack.

Die WTG tut sich mitunter schwer

An den Ringen blieb die Angelegenheit enger. Nick Ackermann und Florian Ludwig erhielten jeweils 10,60 Punkte. Ackermann gewann damit einen Scorepunkt, Ludwig teilte sich sein Duell. Wieder war es Tschur, der den Unterschied machte. Mit 11,15 Punkten setzte er sich gegen Paul Huber durch und sicherte der WTG den 4:3-Gerätesieg. Zur Pause stand es 16:10. Das war ein Vorsprung, aber noch keiner, auf dem man es sich bequem machen durfte.

Danach änderten sich die Kräfteverhältnisse. Am Sprung zeigte die WTG jene Qualität, mit der sie schon in den vorherigen Wettkämpfen Eindruck hinterlassen hatte. Vier Duelle, vier Siege, 12:0 Scorepunkte. Adrian Dudev und Lovis Spiess steuerten jeweils vier Zähler bei, Luis Weiß holte drei, Fabian Moroff einen. Am Barren setzte sich dieses Bild beinahe nahtlos fort. Dudev, Spiess und Tschur sammelten zehn Punkte. Vor dem letzten Gerät lautete der Zwischenstand 38:11. Der Wettkampf war entschieden, der Arbeitstag aber noch nicht beendet.

Dass das Reck auch einen klaren Vorsprung noch gehörig durchschütteln kann, hatte die WTG eine Woche zuvor gegen den TV Bühl erlebt. Damals war aus einem komfortablen Polster beinahe noch ein Nervenkrimi geworden. Dieses Mal reichten die Fehler nicht mehr aus, um den Gesamtsieg zu gefährden. Ärgerlich waren sie dennoch. Fabian Moroff und Lovis Spiess stürzten, Adrian Dudev brachte seine Übung nicht durch. Nur einer stemmte sich erfolgreich gegen den Münchner Schlussspurt: Manú Tschur. Seine schwierige und glanzvolle Kür mit ansehnlichem Flugteil brachte der WTG die einzigen vier Zähler am Reck – mit insgesamt 15 Scorepunkten wurde Tschur Top-Scorer des gesamten Wettkampftages.

Mit vier Erfolgen aus vier Begegnungen bleibt die WTG auf Rang zwei der dritten Bundesliga Süd. Vor ihr steht nur die TG Allgäu. Beide Mannschaften treffen am 7. November (16 Uhr) in der Stadionsporthalle Renningen aufeinander. Vorher wartet auf die Heckengäuer allerdings noch eine Aufgabe, die nicht unterschätzt werden darf. Am Samstag (17 Uhr) tritt die WTG bei der KTV Hohenlohe in Öhringen an.

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Erstellt:
21. Oktober 2026, 11:34 Uhr

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