Zweikampfstärke und Willenskraft gefragt

Coach Florian Schnorrenberg erwartet von Aspachs Drittligaelf im Heimspiel gegen Lotte ein anderes Auftreten als in Kaiserslautern

„Wenn wir glauben, wir können den Zweikämpfen aus dem Weg gehen, dann können wir nicht gewinnen.“ Aspachs Trainer Florian Schnorrenberg lässt es vor dem Heimspiel heute ab 14 Uhr gegen die SF Lotte an Deutlichkeit nicht fehlen. Er erwartet, dass seine Fußballer in dem Drittligaduell alles dafür geben, damit drei Punkte beim abstiegsgefährdeten Drittletzten aus dem Fautenhau bleiben.

Unter der Woche auf einem guten Weg und nach seiner Verletzung deshalb heute wohl an Bord: Mittelfeldorganisator Sebastian Bösel.Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Unter der Woche auf einem guten Weg und nach seiner Verletzung deshalb heute wohl an Bord: Mittelfeldorganisator Sebastian Bösel.Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Wir haben uns das schon genau angeschaut und analysiert“, macht Florian Schnorrenberg mehrfach klar, dass das 0:2 zum Start ins neue Jahr beim 1. FC Kaiserslautern für ihn noch nicht ganz abgehakt ist. Geplant war es nicht, dass die Punkte recht einfach abgegeben wurde. Große Tradition der Pfälzer hin, Legenden-Stadion Betzenberg her. „Was mir gar nicht gefallen hat, das war, dass Kaiserslautern uns den Schneid abgekauft hat, dass der Gegner aggressiver war als wir“, erklärt der 41-Jährige und verdeutlicht: „Die Vorfreude auf das Spiel in Kaiserslautern war groß, entsprechend war auch die Enttäuschung.“

Fürs Duell mit dem Dreizehnten Lotte, der mit 24 Zählern nur drei Punkte mehr auf dem Konto hat, erwartet der Coach jedenfalls eine Steigerung. Zumal das Duell mit der Elf aus dem Tecklenburger Land auch eine Frage des Charakters ist. „Lotte hat eine Riesenmentalität“, lobt der SG-Coach den Kontrahenten und erinnert: „Seit Nils Drube dort Trainer ist, hat die Mannschaft noch keine Schwächephase gehabt.“ In Zahlen ausgedrückt. Als Matthias Maucksch nach fünf Spielen bei den Westfalen Ende August gehen musste, hatten die Sportfreunde erst einen Punkt und waren Letzter. Mit Drube holten sie in 16 Partien immerhin 23 Zähler und sind aus dem Tabellenkeller ein Stück raus geklettert. In die Maucksch-Ära fällt auch das Großaspacher 2:0 aus der Vorrunde. Der einzige Auswärtssieg der SG in dieser Saison.

Schnorrenberg glaubt, dass sich seine Elf im heimischen Stadion leichter tut als in der Fremde. „Gerade zu Hause hat es an der Mentalität nicht gefehlt“, urteilt der Coach und nennt als Beispiel die Dezember-Partien gegen Fortuna Köln und Jena. Dass es auch in diesen zwei Spielen nicht einmal für drei Punkte reichte, sei der mangelhaften Chancenverwertung (Köln) und etwas Pech (Jena) geschuldet, nicht aber der Willenskraft, stellt der Trainer des Drittletzten fest. Schnorrenberg weiß: „Wir haben gerade eine harte Phase“, sagt jedoch auch: „Wir können da aber rauskommen.“ Wichtig sei, in Ruhe weiterzuarbeiten. Und: Positive Ergebnisse zu sammeln. Gegen Lotte gehe das jedoch nicht ohne die Zweikampfbereitschaft, prophezeit der SG-Trainer.

Personell sieht es bei Aspach gut aus. Last-Minute-Zugang Zlatko Janjic ist schon spielberechtigt, wird zunächst wohl aber nicht zur Startelf zählen. In der dürfte dagegen Sebastian Bösel dabei sein, scheint seine Sehnenverletzung am Knie doch vollends abgeklungen zu sein. Für ihn würde der zuletzt überzeugende Michael Vitzthum vom zentralen Mittelfeld nach links ausweichen, wo Makana Baku derzeit etwas durchhängt. Dass ihm mit dem wiedergenesenen Bösel, dem immer besser werdenden Jamil Dem und mit Vitzthum drei starke zentrale Mittelfeldspieler für zwei Positionen zur Verfügung stehen, nennt Schnorrenberg ein „Luxusproblem“. Eines, das er in der Offensive gerne hätte. Wobei dort im Winter mit Janjic, Dominik Martinovic sowie Kai Brünker kräftig nachgelegt wurde und die Hoffnungen nicht mehr nur auf Routinier Timo Röttger liegen.

War bei der SG in Sachen Personal mit vier Neuen (Janjic, Brünker, Martinoviv und Niklas Sommer) sowie dem Abgang von Stephane Mvibudulu (Leihe an den Regionalligisten Erfurt) im Januar schon ordentlich Bewegung, gab es in Lotte geradezu ein Gewusel. Fünf Abgängen (Nico Neidhart, FC Emmen – Niederlande; Aygün Yildirim, Verl; Noah Plume, Havelse; Dennis Rosin, Elversberg; Marcus Piontek, Meppen) stehen sechs Zugänge gegenüber. Neben Sascha Härtel (Aue), Thomas Blomeyer (Duisburg), Felix Drinkuth (Paderborn) und Toni Jovic (Mostar, erste Liga Bosnien-Herzegowina) kam mit Justin Eilers vom griechischen Erstligisten Apollon Smyrnis ein Angreifer, der es in der Saison 2015/2016 im Dresdener Trikot mit 23 Treffern zum Torschützenkönig und Drittligaspieler des Jahres brachte. Ebenfalls neu: Tobias Trautner. Der aus Ludwigsburg stammende Sohn des früheren VfB-Schlussmanns Eberhard Trautner hütete zuletzt beim norwegischen Zweitligisten Kongsvinger IL das Tor.

Info
Liveticker im Internet, Party und Shuttle-Bus

Wer zum Heimspiel gegen die SF Lotte nicht ins Aspacher Stadion kommen kann, ist dank unserer Zeitung dennoch stets aktuell am Ball. Vom Vergleich des Drittletzten mit dem Tabellendreizehnten gibt es auf www.bkz-online.de ab 14 Uhr den gewohnten Liveticker. An selber Stelle kommt im Internet tags drauf dann noch ein kommentiertes Video dazu.

Direkt nach dem Spiel findet für alle Fans ab 16 Uhr eine große Après-Ski-Party in der Fautenhau-Alm mit DJ Kaba statt. Der Eintritt ist gegen Vorlage des gültigen Tickets vom Duell mit Lotte frei.

Die SG bietet von Backnang nach Aspach einen kostenlosen Shuttle-Service an. Abfahrt zum Spiel ist am Omnibusbahnhof um 13 Uhr (Haltestellen Etzwiesenbrücke 13.01, Seminar sowie Roßbergstaffel 13.02, Schafhaus Kleinaspach 13.10 Uhr). Zurück von der Mechatronik-Arena nach Backnang geht’s um 16.15 Uhr.

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Erstellt:
2. Februar 2019, 06:00 Uhr

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