Berlin-Wahl

34,4 Prozent! AfD siegt ausgerechnet in Moschee-Wahllokal

Im Wahllokal in Räumen der Khadija-Moschee holt die AfD die meisten Stimmen. Die Gemeinde engagiert sich seit Jahren stark in der Nachbarschaft – und will das nun verstärken.

Menschen gehen im Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow wählen.

© Christoph Soeder/dpa

Menschen gehen im Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow wählen.

Im einzigen Berliner Wahllokal, das sich auf dem Gelände einer Moschee befand, hat die AfD am besten abgeschnitten. Sie erreichte am Sonntag im Wahllokal im Gemeinderaum der Khadija-Moschee in Pankow 34,4 Prozent der Zweitstimmen vor der Linken mit 19 Prozent. 321 Menschen gaben gültige Stimmen ab, 112 votierten für die AfD. Auch in benachbarten Wahllokalen in der Gegend liegt die AfD vorn.

Das Wahllokal befand sich zum zweiten Mal auf dem Gelände der Moschee im Stadtteil Heinersdorf. In Gemeinderäumen christlicher und jüdischer Einrichtungen wurde ebenfalls gewählt. 

Imam Scharjil Khalid von der Khadija-Moschee hatte bereits vor dem Sonntag berichtet, auch bei der früheren Wahl hätten sich manche Wähler irritiert über den Ort gezeigt. In diesem Jahr habe es Kritik auf Internetportalen gegeben.

„Menschen wählen Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen“

Nach der Wahl teilte Khalid mit: „Im ersten Moment fühlt es sich ein Stück weit so an, als hätten wir mit unserer jahrelangen Nachbarschaftsarbeit manche Menschen nicht erreicht. Gleichzeitig wäre es zu einfach, aus einer Wahlentscheidung automatisch auf die Haltung eines Menschen gegenüber Muslimen oder unserer Moschee zu schließen. Menschen wählen Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen.“

Die Khadija-Moschee sei seit fast zwei Jahrzehnten Teil von Berlin-Heinersdorf und engagiere sich kontinuierlich in der Nachbarschaft, sagte Khalid. Es gebe warme Mahlzeiten für obdachlose Menschen, Benefizläufe, Dialog-Veranstaltungen, Baumpflanzungen und Friedens-Fahrradtouren.

Für die Gemeinde sei das Wahlergebnis Anlass, den Austausch mit der Nachbarschaft weiter zu verstärken. Zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober lade sie deshalb von 10 bis 19 Uhr besonders die Menschen aus der Nachbarschaft zum persönlichen Austausch ein.

Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow.

© Christoph Soeder/dpa

Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow.

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Erstellt:
22. September 2026, 11:36 Uhr

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