Krise des Gesundheitssystems

Am Limit: Fast jede zweite Notaufnahme in Deutschland überlastet

Die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin schlägt Alarm: Die Notaufnahmen in Deutschland seien zu oft überlastet. Teilweise könne gar die Patientensicherheit gefährdet sein.

Ein Rettungshubschrauber der Luftrettung fliegt über der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover MHH.

© Julian Stratenschulte/dpa

Ein Rettungshubschrauber der Luftrettung fliegt über der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover MHH.

Von Markus Brauer

Fast jede zweite Notaufnahme in deutschen Krankenhäusern ist laut einer Umfrage überlastet, teilweise so stark, dass die Patientensicherheit gefährdet sein könne. Die angespannte Lage habe sich in den vergangenen zwölf Monaten noch verschlechtert, berichten der „Spiegel“ und das Magazin ZDF frontal unter Berufung auf eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA).

Überbelegt, überlastet, überanstrengt

Die DGINA hat demnach Notaufnahmen in allen Bundesländern zu ihrer Situation am Stichtag 2. Juni befragt. 45 Prozent berichteten, an diesem Tag überbelegt und überlastet gewesen zu sein. Zur Messung der Belastung stützte sich die Organisation auf eine international etablierte „Überlastungsampel“, den sechsstufigen CEDOC-Score (Score for Emergency Department Overcrowding).

Laut Bericht sah sich jede dritte Notaufnahme (31,4 Prozent) in Level vier und 8 Prozent in Level fünf mit schwerer Überfüllung. 5,5 Prozent gaben die höchste Stufe an, eine kritische Überlastung. DGINA-Präsident Martin Pin zeigt sich erschreckt über den Befund. Aus großen internationalen Studien wisse man, dass „in solchen Belastungssituationen die Patientensicherheit gefährdet ist“.

Fehlende Betten, fehlendes Personal

Ambulanzen der Krankenhäuser zählen laut Bericht in Deutschland zusammen jährlich bis zu 25 Millionen Notfallpatienten. Mehr als 60 Prozent der Kliniken gaben demnach als Grund für die Überlastung an, Patienten hätten wegen fehlender Betten nicht von der Notaufnahme auf reguläre Stationen verlegt werden können.

Überlastung in Notaufnahmen werde auch durch angespannte Personallage verstärkt. Fast zwei Drittel der Krankenhäuser berichteten in der Umfrage von unbesetzten Stellen ihrer Notaufnahme im ärztlichen Dienst oder in der Pflege.

Lediglich knapp ein Drittel bewerteten die Personalausstattung mit Ärzten und Pflegekräften als ausreichend. Die Ergebnisse belegen laut der DGINA die Dringlichkeit der derzeit diskutierten Reform der Notfallversorgung. Das Bundeskabinett hat einem entsprechenden Gesetzentwurf zugestimmt; der Bundestag berät darüber. (Text: KNA)

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Erstellt:
22. September 2026, 09:10 Uhr

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