54 Demokraten im Senat
Karte und Grafik zeigen Midterms-Ergebnisse
Donald Trump wollte die Zwischenwahlen zum Referendum über sich selbst machen. Es kommt aber zu einem verheerenden Ausgang für die Republikaner.
© © Allison Robbert/AP/dpa
Die Demokraten haben sich die Kontrolle in beiden Kongresskammern, Senat und Repräsentantenhaus, gesichert.
Von Markus Brauer
Die Midterms in den USA ändern die Machtverhältnisse im Kongress. Die Demokraten gewinnen laut Hochrechnungen die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und auch im Senat – dort mit mindestens 54 Sitzen, während in Mississippi am Mittwochvormittag (MEZ) ein Kopf-an-Kopf-Rennen lief und Alaska aufgrund der Zeitzone noch nicht vollständig ausgezählt war.
Es kam zu der von Republikanern befürchteten blauen Welle der Demokraten – trotz der enorm hohen Millionenspenden für den Republikaner-Wahlkampf. Für Präsident Donald Trump ist das eine gewaltige Niederlage.
Karte zeigt Demokraten-Siege
Die Nadelstiche, die die Demokraten den Republikanern versetzen, sind vielerorts besonders schmerzhaft:
- Erstmals seit fast 40 Jahren ergattern sie in Texas einen Senatssitz. Ihr Kandidat James Talarico gewinnt gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten republikanischen Kandidaten Ken Paxton. Talarico ist ein Demokrat, der im Wahlkampf auch immer wieder seinen christlichen Glauben hervorhob. Er gilt als einer der Hoffnungsträger in der Partei.
- Seit Jahrzehnten gab es etwa in South Carolina keinen demokratisch besetzten Senatsposten mehr – das ändert sich nun. Der Bundesstaat an der Ostküste mit 5,6 Millionen Einwohnern wird seit Jahrzehnten von Republikanern regiert. Auch bei der Präsidentschaftswahl liegen republikanische Kandidaten traditionell vor der Konkurrenz der Demokraten.
- Besonders symbolträchtig: Der frühere Senatssitz von Vizepräsident JD Vance in Ohio geht an die Demokraten. Vance wechselte zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit in die US-Regierung. Sein Nachfolger kann den Sitz bei den Midterms nicht verteidigen.
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Trump bleibt nach Midterms bis 2029
Die Demokraten haben sich nach der Niederlage von Kamala Harris bei der Präsidentschaftswahl 2024, die Trump gewonnen hatte, ein Stück weit zurückgekämpft. Im Repräsentantenhaus können sie Gesetzesvorhaben der Trump-Regierung blockieren oder sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anstoßen. Im Senat können sie Personalvorschläge Trumps für Spitzenpositionen blockieren.
Trumps Amtszeit dauert noch bis Anfang 2029. Der Sieg im Kongress verbessert die Ausgangslage der Demokraten mit Blick auf den absehbar beginnenden Präsidentschaftswahlkampf. Unter dem Strich werden die Demokraten jetzt wieder sichtbarer, zumal Trump 2028 nicht mehr als Präsident kandidieren darf. Einige seiner Planspiele drehen sich indes angeblich um eine mögliche Kandidatur als Vizepräsident, aber auch das wäre verfassungsrechtlich umstritten. Die Frage ist auch, ob es bei den Republikanern überhaupt noch viel Unterstützung für Trump gibt.
Mit AFP/dpa-Agenturmaterial
© Grafik mit Google AI (Nano Banana 2.1), Datenquelle Associated Press (AP)
Vorläufige Midterms-Ergebnisse zum Senat – Demokrakten 54 (inkl. 2 Unabhängige), Republikaner 44. Graue (Republikaner) und grau schraffierte (Demokraten) standen nicht zur Wahl. Mississippi und Alaska waren gegen 10 Uhr MEZ noch nicht vollständig ausgezählt.
© Made with Google AI (Nano Banana 2.1), Datenquelle dpa
Vorläufige Sitzverteilung im US-Repräsentantenhaus: 228 Sitze hatten die Demokraten gegen 10 Uhr MEZ bereits sicher – in weiteren 35 Wahlkreisen führten sie bei der Auszählung.
