Nationalmannschaft

Wie läuft es mit Neuer? Alles Wissenswerte zur WM-Vorbereitung

Die Vorbereitung auf das XXL-Turnier ist gestartet. Es geht mit einer Mannschaftsansprache los – und wir liefern die Antworten zu den dringenden Fragen.

Manuel Neuer hat den Ball und die WM im Blick.

© dpa

Manuel Neuer hat den Ball und die WM im Blick.

Von Carlos Ubina

Julian Nagelsmann hat die konkrete Vorbereitung auf die Fußball-WM begonnen. In Herzogenaurach geht es für den Bundestrainer in den nächsten Tagen darum, die Abläufe auf dem Spielfeld zu festigen, die Form der Nationalspieler noch einmal zu verbessern und einen Teamgeist innerhalb der Gruppe herzustellen. „Wir wollen wie in einer gut funktionierenden Familie agieren“, sagt Nagelsmann, der 26 Spieler für das XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nominiert hat. Zur Begrüßung gab es am Mittwoch natürlich Umarmungen, aber ebenso eine erste Mannschaftsansprache, um möglichst weit zu kommen. Am liebsten bis zum Finale am 19. Juli vor den Toren New Yorks. Bis dahin ist es aber noch weit – hier ein Überblick über die nächsten Tage und Stationen für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Was passiert in Herzogenaurach?

Es gibt drei Trainingstage auf dem Gelände des Ausrüsters Adidas. Dabei will Nagelsmann keine Experimente auf dem Übungsfeld wagen, sondern das Bisherige festigen. Taktische Maßnahmen gehören dazu, aber der Bundestrainer will es nicht übertreiben. Er legt Wert auf viele Spielformen, um die Lust am Fußball auszuleben und die Vorfreude auf die WM zu erhöhen. Aber auch der physische Aspekt soll nicht zu kurz kommen. „Wir brauchen eine gute Mischung“, sagt Nagelsmann – zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Belastung und Erholung, zwischen Arbeit und Atmosphäre.

Wer fehlt zum Start des Trainingslagers?

Nur Kai Havertz. „Aus einem positiven Grund“, sagt Nagelsmann. Der Offensivspieler hat nach dem Gewinn der englischen Meisterschaft mit dem FC Arsenal noch eine weitere Titelchance. Der 26-Jährige tritt am Samstag mit dem Club aus London im Finale der Champions League in Budapest gegen Paris Saint-Germain an. Havertz, der zuvor lange verletzt war und Spielrhythmus benötigt, wird dann am kommenden Dienstag in Chicago zum DFB-Team stoßen. Dennoch hat der Bundestrainer im Moment 26 Spieler um sich, da in Jonas Urbig ein Trainingstorhüter dabei ist. Der 22-Jährige vom FC Bayern gehört zur Reisegruppe, da er Erfahrungen sammeln soll – und er im Fall der Fälle bereits vor Ort wäre, sollte sich Manuel Neuer, die neue-alte Nummer eins verletzten.

Wie ist der Stand bei Manuel Neuer?

Gut, wie Nagelsmann ausgeführt hat. Der Torhüter ist da, macht Werbeaufnahmen und trainiert auch. Allerdings wird er am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Mainz gegen Finnland nicht auflaufen. Trotz Rückholaktion steht zunächst weiter Oliver Baumann zwischen den Pfosten. Weil Neuer Wadenprobleme hat. „Eine kleine Verhärtung, aber kein Grund zur Sorge. Wenn Manu zu entscheiden hätte, würde er spielen“, sagt Nagelsmann, der jedoch kein Risiko im Fall des 40-Jährigen eingehen will. Nur das Turnier zählt – „und mit Manu sind wir besser als ohne Manu“, sagt der Bundestrainer.

Wie stellt sich die Personallage dar?

Felix Nmecha und Lennart Karl kommen aus längeren Verletzungspausen. Auch wegen ihnen hat Nagelsmann der Nominierungstermin verschoben. Nun sind sie dabei. Dagegen hat es für den Mittelstürmer Tim Kleindienst nicht gereicht. Wichtiger ist für den Bundestrainer allerdings, wie sich die Situation mit Jamal Musiala gestaltet. Der Techniker ist ebenfalls lange ausgefallen und befindet sich trotz einiger Einsätze noch nicht in Topform. Es fehlt die Leichtigkeit in seinen Aktionen. „Er hat zuletzt gute Fortschritte gemacht“, sagt Nagelsmann, „und er wird sich bis zum WM-Start steigern.“ Für die DFB-Mannschaft geht es am 14. Juni gegen Curaçao los. Und Musiala soll bei der Titelmission eine zentrale Rolle spielen. „Er ist mit 70 Prozent Leistungsfähigkeit immer noch besser als viele andere Spieler“, vertraut der Bundestrainer auf seinen Zauberfuß.

Wie läuft die WM-Vorbereitung weiter?

Nach den Übungseinheiten in Franken steht am Sonntag gegen Finnland der letzte Test in Deutschland an – in Mainz. Am Tag danach gibt es in Frankfurt auf dem DFB-Campus ein öffentliches Regenerationstraining. Gelegenheit für die Fans, die Spieler zu sehen und zu verabschieden, ehe am 2. Juni der Flug über den Atlantik startet. Erste Station ist Chicago. In der US-Metropole erfolgt die Akklimatisierung in Amerika. Dort wird auch das letzte Testspiel angepfiffen. Im Soldier Field findet am 6. Juni (20.30 Uhr/MESZ/RTL) die Generalprobe gegen das US-Team statt. Am 8. Juni erfolgt der Umzug in das Teamquartier in Winston-Salem im Bundesstaat North Carolina.

Wie sieht der weitere Spielplan aus?

Zum WM-Start geht es gegen den Turnierneuling Curaçao. Die DFB-Elf ist dabei am 14. Juni (19 Uhr/MESZ/ARD) in Houston klarer Favorit. Danach steht am 20. Juni (22 Uhr/ZDF) im kanadischen Toronto die Vorrundenpartie gegen die Elfenbeinküste an. Das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador findet am 25. Juni (22 Uhr/ARD) im Endspiel-Stadion von East Rutherford statt. Je nach Platzierung setzt sich die Reise fort. Als Gruppensieger ginge der Weg für Nagelsmann in den K.o.-Runden über Boston, Philadelphia, Boston und Dallas zum Finale. Als Gruppenzweiter würden die Stationen Dallas, East Rutherford, Miami und Atlanta heißen. Als einer der besten acht Gruppendritten gäbe es verschiedene Turnierwege zum ersehnten Ziel. Nur als Gruppenletzter müsste das DFB-Team definitiv Ende Juni die Heimreise antreten.

Zum Artikel

Erstellt:
28. Mai 2026, 08:16 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen