Midterms-Chaos
Wird in Maine der Senat verspielt?
Ein Austernzüchter und Army-Veteran soll Frauen geschlagen haben und musste als Kandidat der Demokraten ersetzt werden. Nun tritt Holzfäller Troy Jackson an.
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Troy Jackson hat in Maine den Gewerkschaftsflügel der Demokraten hinter sich, aber reicht das zum Sieg?
Von Michael Maier
Während in Ohio eine politische Schlammschlacht mit Werbespots zu Missbrauchs- und Lügenvorwürfen in der Familie der demokratischen Gouverneurskandidatin Amy Acton tobte, hatte der US-Wahlkampf in Maine noch einmal eine ganz andere Note. Im Zentrum steht einer der begehrtesten Senatssitze des Landes: das Mandat der moderaten Republikanerin Susan Collins, die sich um eine sechste Amtszeit bewirbt.
Ex-Hoffnungsträger Graham Platner
Die Demokraten schienen im Frühjahr den perfekten Gegenkandidaten gefunden zu haben: Graham Platner, ein populistischer Austernzüchter und Armee-Veteran, der bei den Vorwahlen im Juni mit über 70 Prozent der Stimmen ein historisches Rekordergebnis einfuhr. Doch die Freude hielt nur wenige Wochen.
Im Juli erschütterten schwere Vorwürfe das Umfeld der Partei: Frühere Partnerinnen beschuldigten Platner der körperlichen Übergriffe und des Missbrauchs. Trotz Erklärungsversuchen und dem Verweis auf „Traumatisierung aus der Militärzeit“ führte der enorme Druck der Parteispitze in Washington schließlich zum Rücktritt des Nominierten.
Holzfäller Troy Jackson vs. Susan Collins
Ende Juli musste die Partei auf einem Eil-Sonderparteitag Ersatz schaffen. Die Wahl fiel auf Troy Jackson, den bisherigen Präsidenten des Bundesstaats-Senats und gelernten Holzfäller. Jackson bringt Bodenständigkeit und Gewerkschaftsrückhalt mit, musste den Wahlkampf aber quasi über Nacht neu ausrichten.
Anders als beim fliegenden Wechsel vom möglicherweise dementen Joe Biden zur schwachen Kamala Harris vor zwei Jahren scheinen die Querelen den Demokraten bislang überraschenderweise nicht sehr geschadet zu haben.
- Meinungsumfragen: Troy Jackson behauptete im Umfragedurchschnitt einen knappen Vorsprung von etwa zwei bis drei Prozentpunkten gegenüber Susan Collins.
- Wettmärkte: Auf Prognoseplattformen wie Polymarket und Kalshi werden die Chancen für einen demokratischen Sieg auf über 70 Prozent geschätzt.
Ausgerechnet Collins als Retterin für Trump?
Selbst nach dem unschönen Kandidatentausch im Sommer bleibt der Kampf um die Mehrheit im US-Senat also bis zur letzten Minute ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Susan Collins gilt bei den Republikanern indes als eine Art Gegenpol zu Donald Trump, der sie einst ein „Desaster“ nannte.
Ausgerechnet sie könnte ihm mithilfe von gemäßigten republikanischen Wählern nun unter Umständen die Mehrheit im Senat retten, falls es am Ende auf einen einzigen Sitz ankommen sollte. Gut möglich, dass sie das Rennen gegen rustikale Demokraten noch umdrehen kann – ideologisch scheinen die Gegensätze im Holzfäller-Staat („Lumber State“) jedenfalls nicht allzu groß zu sein.
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Susan Collins sitzt seit drei Jahrzehnten im Senat und gilt nicht gerade als Intimfreundin von Donald Trump.
