Kritik wegen Mao-Zedong-Parodie
Zorn auf Kylian Mbappé: Warum China keine Spiele von Real Madrid mehr zeigt
Frankreichs Superstar Kylian Mbappé hat den Zorn vieler Chinesen auf sich gezogen. Für eine Äußerung hat er sich entschuldigt. Ob das reicht?
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Kylian Mbappe hat Ärger mit seinen Sponsoren in China.
Von Christian Gottschalk
Bei der Wahl zum besten Fußballer der Welt ist Kylian Mbappé nur auf den zweiten Platz gekommen. Der französische Fußballstar mag sich mehr erhofft haben. Als noch sehr viel bedeutender als die Wahl am vergangenen Montag könnte sich das erweisen, was gerade in China über den Stürmer von Real Madrid hereinbricht. Gebewillige Sponsoren drehen reihenweise ab. Kylian Mbappé hat sich inzwischen schnell entschuldigt für das, was ihm vorgehalten wird. Ob das reicht, ist eine ganz andere Frage.
Zusammenarbeit sofort beendet
Die Lebensmittelhersteller Dongpeng und Mengniu sowie die Onlineplattform Xiaohongshu brachen die Zusammenarbeit mit Mbappé mit sofortiger Wirkung ab, nachdem der Franzose in einem Interview angegeben hatte, dass er in Chats häufig ein Meme nutze, das ihn als Mao zeige. „Ich nutze das häufig in Onlinechats, beim Playstation-Spielen mit meinen Freunden“, sagte Mbappé in der Onlinetalkshow The Bridge.
Auf die Frage, welches Meme ihm am besten gefalle, nannte Mbappé ein Video, das „einen Typen, ich glaube, es ist ein chinesischer Diktator“ zeige. Im Internet sind tatsächlich Memes im Umlauf, auf denen das Gesicht des 27-jährigen Fußballspielers auf ein Bild von Chinas Revolutionsführer montiert ist.
Seit mehreren Jahren kursieren Memes, die den Stürmerstar in Fotomontagen mit historischen politischen Anführern als Diktator zeigen. Hinter den Scherzen stehen Vorwürfe, Mbappé trete selbstgefällig und geradezu autoritär auf, auch auf dem Fußballplatz. In einem Interview mit dem Sportsender Dazn gab Mbappés Teamkollege, der Torhüter Thibaut Courtois, kürzlich an, seine Mannschaft habe den Witz aufgegriffen und singe in der Umkleidekabine vom „Diktator“ Mbappé.
Mao Zedong gilt als Gründervater der Volksrepublik China. Satire und Witze über ihn sind in China tabu, erst recht, seitdem Xi Jinping in Peking das Zepter in der Hand hält. Dementsprechend heftig fielen die Reaktionen aus. Der Molkereikonzern Mengniu teilte mit, er lehne „jegliche Worte oder Handlungen, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen“, strikt ab. Auch das chinesische Außenministerium kritisierte den Stürmer von Real Madrid. Chinas Staatsfernsehen zeigt keine Werbung mehr, in der Mbappé auftritt. Die China Media Group teilt außerdem mit, dass in China ab sofort keine Spiele von Real Madrid gezeigt werden. Es geht also um Geld, um sehr viel Geld.
Mbappé postet Entschuldigung auf X
Mbappé entschuldigte sich inzwischen in einer Mitteilung, die er auf der Plattform X postete. „Mein Kommentar war unüberlegt, und ich verstehe jetzt, dass er viele Menschen in China und in chinesischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt verletzt hat“, schrieb Mbappé. Er entschuldigt sich bei allen, die sich durch seine Worte angegriffen fühlten. Das sei keineswegs seine Absicht gewesen. Er habe großen Respekt vor den Menschen in China und ihrer Geschichte und bedauere seine Äußerung aufrichtig.
Fälle wie den von Kylian Mbappé gibt es immer wieder. 2019 veröffentlichte der italienische Modekonzern Dolce & Gabbana Videos, in denen eine chinesische Frau versuchte, Pizza und Spaghetti mit Essstäbchen zu essen, begleitet von einem herablassenden Kommentar. In den sozialen Medien entbrannte ein Sturm der Entrüstung, der mutmaßlich von staatlicher Seite gefördert wurde. Letztendlich entschuldigten sich die Firmengründer Domenico Dolce und Stefano Gabbana in einem Video bei dem chinesischen Volk. Sie saßen dabei an einem Tisch wie Schulbuben, die gerade vom Direktor gemaßregelt worden sind.
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Werbung mit dem französischen Superstar auf einem chinesischen Bus in Schanghai.
