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Tierversuche – nein danke!

Tierschutzgesetz besagt, dass Tierversuche nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erfolgen sollen

Obwohl Tierversuche für die Kosmetikindustrie bereits seit 2013 in Deutschland verboten sind, stirbt alle elf Sekunden ein Tier in einem deutschen Versuchslabor. Europaweit passiert dies sogar alle drei Sekunden.

Tierversuche –
nein danke!

WEISSACH IM TAL. Tierversuche werden weltweit hauptsächlich zum Erforschen von Krankheiten, Testen von Medikamenten und Produkten wie zum Beispiel Farben, Lacken, Klebstoffen, Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Auch in der Raumfahrtforschung und leider in vielen Ländern dieser Welt werden Tiere mutwillig weiterhin in der Kosmetikindustrie eingesetzt.

In ,,wissenschaftlichen Experimenten“, die vom Staat zugelassen wurden, werden die Tiere massiv gequält. Hierbei müssen die unschuldigen Lebewesen hungern und dursten oder sie werden bewusst vergiftet, bekommen Stromschläge und werden zwangsgefüttert. Oftmals werden die Haut oder die Augen der Tiere verätzt oder das Gehirn beschädigt.

Verstümmelungen, Verstrahlungen, Verbrennungen und Vergasungen stehen auf der Tagesordnung. Meist werden die Organe vergiftet und die Tiere sterben und landen im Müll. In vielen Fällen entstehen auch bösartige Krebse oder Parkinson und die Tiere sterben nach langem Leiden. Größere Tiere wie Hunde oder Schweine werden meist gleich mehrmals für Versuche eingesetzt.

All dies erleiden jährlich drei Millionen Tiere alleine in Deutschland. Und das, obwohl das deutsche Tierschutzgesetz zu einem der weltweit strengsten Regelwerke der Welt gehört.

Das Tierschutzgesetz bestimmt, dass Tierversuche nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erfolgen sollen; außerdem müssen staatliche Kontrollen erfolgen.

Die Frage, ob Tierversuche komplett verboten werden sollten, wird heftig zwischen Tierschützern und Wissenschaftlern diskutiert. Tierschützer fragen sich schon längst, warum der Mensch überhaupt noch Tierversuche durchführen darf.

Wissenschaftler und Ärzte halten den Tierversuch weiterhin für erforderlich, da das Genmaterial bei Mäusen zu 95 Prozent dem eines Menschen entspricht. Nur so, meinen die Mediziner und Forscher, können Fortschritte erzielt werden. Ihre Worte sind klar: Nur durch Tierversuche können Krankheiten erforscht und Medikamente ausreichend getestet werden. Alles, was wir heute in der Medizin wissen, ist das Ergebnis der Grundlagenforschung mit Tierversuchen.

Es gibt bereits viele Alternativen zu Tierversuchen

Ist dieser Umgang mit den Tieren richtig und fair? Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Fest steht jedoch, dass es bereits viele Alternativen zum Tierversuch gibt, welche jedoch bislang fast nicht durch die Politik unterstützt werden. Tierversuchsgegner erklären, dass die Studien an Tieren teurer und zeitaufwendiger sind. Zudem führen Versuche mit Tieren zu gefährlich irreführenden Ergebnissen, die im Allgemeinen für den Menschen nicht anwendbar sind. Denn trotz Tierversuchen werden immer wieder Chemikalien und Medikamente vom Markt genommen, weil sich im Nachhinein zeigt, dass diese für den Menschen oder die Umwelt schädlich sind.

Besser sind tierfreie Test- und Forschungsmethoden: Laut Veröffentlichungen der Tierschutzorganisation Peta umfassen die Alternativmethoden anspruchsvolle Tests unter Einsatz von menschlichen Zellen und Geweben (auch als In-vitro-Verfahren bekannt), Computer-Modellierungstechniken (oft als Insilico-Modelle bezeichnet) und Studien mit menschlichen Probanden.

Diese und weitere tierfreie Methoden werden nicht durch Artenunterschiede behindert, die die Anwendung von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen unmöglich machen. Zudem erfordern die tierfreien Methoden in der Regel weniger Zeit und Geld für die Durchführung.

Für Testzwecke werden in Deutschland hauptsächlich Mäuse, Ratten, Fische, Vögel, Affen, Hunde und Katzen eingesetzt. Die Tests in Deutschland sind oftmals gesetzlich vorgeschrieben, um den Menschen zu schützen. Solche Vorschriften gibt es zum Beispiel im Arzneimittel-, Chemikalien-, Futtermittel-, Gentechnik-, Infektionsschutz-, Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-, Pflanzenschutz- und Tierseuchengesetz.

Als äußerst umstritten gilt bei den Gesetzen die sogenannte Reach-Verordnung der EU, welche vorschreibt, dass zirka 30000 giftige Chemikalien in Tierversuchen erneut auf ihre Giftigkeit getestet werden, wodurch 54 Millionen Tiere zusätzlich sterben mussten.

Kann eine Chemikalie, die bereits als giftig gilt, in Zukunft nicht mehr giftig sein? Diese Frage kann ein Kind beantworten – der Tod der Tiere ist vorprogrammiert. Ein weiterer Versuch an Tieren, die dadurch sterben müssen, ist absolut unnötig.

Gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche sind übrigens nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig.

Schau genau hin: Wer diesen Wahnsinn nicht mitmachen will und die Qual der Tiere stoppen will, sollte Mitglied in einer Tierschutzorganisation werden oder sich deren Reportagen und Recherchen, zum Beispiel auf der Internetseite der Peta, anschauen.

Bei den Tierschutzorganisationen werden alle wichtigen Fragen beantwortet, zum Beispiel: „Stimmt es, dass wenn auf einem Produkt vegan steht, dieses auch nicht an einem Tier getestet wurde?“ Diese Frage wird in aller Deutlichkeit mit einem „Nein“ beantwortet. Vegan heißt nur, dass das Produkt frei von Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs ist. Es kann also sein, dass das Produkt trotzdem an einem Tier getestet wurde.

Beim Einkauf von Produkten sollte man auf bestimmte Siegel achten

Tierschützer und Verbraucher, welche diese – teilweise absolut sinnlosen Tests – nicht unterstützen möchten, müssen deshalb beim Einkauf von Produkten genau hinschauen: Ob ein Produkt tierversuchsfrei entstanden ist, kann man nur anhand von Siegeln erkennen, die sich am Produkt befinden. Wenn sich auf dem Produkt beispielsweise das Siegel „Leaping Bunny“ befindet, heißt dies, dass dieses Produkt nicht an Tieren getestet wurde. Bei veganer Kosmetik ist die Veganblume das einzige Label, das gleichzeitig für vegane Kosmetik und für Kosmetik ohne Tierversuche steht. Um dieses Siegel zu erhalten, müssen das Produkt sowie die zugehörigen Produktionsprozesse und Inhaltsstoffe vegan und tierversuchsfrei sein.

Von Lilly Hilkert, Klasse 8e, Realschule im Bildungszentrum Weissacher Tal

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Erstellt:
6. Februar 2020, 06:00 Uhr

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