Wissenschaftlich belegt – alles klar?

Zeitung in der Schule: Das Problem mit wissenschaftlichen Studien betrifft jeden – Ein Kommentar

Wissenschaftliche Texte sind für Laien oft nicht oder nur schwer verständlich. Foto: C. Pretterebner

© Clara Pretterebner

Wissenschaftliche Texte sind für Laien oft nicht oder nur schwer verständlich. Foto: C. Pretterebner

BACKNANG. Viele Werbungsbeiträge oder Artikel beziehen sich auf wissenschaftliche Studien. Um eine Aussage zu überprüfen, was in den Zeiten der Fake News immer wichtiger wird, wäre die naheliegendste Lösung die Quelle, also die Studie zu lesen. Dabei gibt es jedoch ein Problem, wissenschaftliche Studien sind zwar öffentlich verfügbar, aber in Fachsprache geschrieben. Das ist gut, um sich zwischen Experten auszutauschen, jedoch ist es für einen durchschnittlichen Bürger schwer bis unmöglich, den kompletten Artikel oder sogar nur Hauptaussagen zu verstehen. Das führt dazu, dass Behauptungen für den Laien nicht zu überprüfen sind.

Die Lösung des Problems ist schwerer als gedacht. Der offensichtliche Gedanke, die Verfasser des Artikels zu einer in normaler Sprache geschriebener Zusammenfassung zu verpflichten, hat einige Probleme.

Ein Aspekt, der dagegen spricht, ist der große Zeitaufwand, welcher für eine „Übersetzung“ benötigt wird. Wissenschaftler brauchen Zeit für ihre Forschung und der zusätzliche Aufwand würde diese verzögern, deshalb gibt es keinen wirklichen Anreiz für derartige Maßnahme.

Außerdem gibt es in der Gesellschaft noch keine große Nachfrage an allgemein verständlichen Studien, zumal das Problem nicht allgemein bekannt ist und es, weil es allgegenwärtig ist, als normal angesehen wird. Demzufolge fühlen sich weder Politik noch wissenschaftliche Verbände verantwortlich für die Einführung einer Verpflichtung der verständlichen Zusammenfassungen.

Das Problem sollte mehr in den Fokus gerückt werden, denn es betrifft jeden Menschen. So kann jetzt noch jeder Aussagen in die Welt setzen, ohne dass der normale Leser sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen kann.

Von Clara Pretterebner, Klasse 9c, Max-Born-Gymnasium Backnang

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Erstellt:
10. Januar 2019, 17:02 Uhr

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