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28 Anträge für Coronahilfsfonds

Spendenaufkommen bleibt deutlich unter den von OB Nopper angepeilten 40000 Euro.

Symbolfoto: Gina Sanders - stock.adobe.com

© Gina Sanders - stock.adobe.com

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Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Mitte Juni musste man noch befürchten, dass die Stadt Backnang und die Bürgerstiftung das Geld aus dem Coronahilfsfonds gar nicht loswerden. Gerade mal vier Anträge auf Unterstützung waren bis dahin eingegangen (wir berichteten). In den letzten beiden Wochen der Antragsfrist haben sich dann aber doch noch einige Vereine und Firmen aus der Deckung gewagt: Laut Ulrich Schielke, Vorsitzender der Bürgerstiftung, lagen zum Bewerbungsschluss am 30. Juni insgesamt 28 Förderanträge vor – 15 von Vereinen und 13 von Kleinbetrieben. Die gewerblichen Antragsteller kommen laut Schielke aus ganz unterschiedlichen Branchen: Gastronomen und Einzelhändler sind ebenso darunter wie Soloselbstständige und Künstler.

Für OB Frank Nopper, auf dessen Initiative der Fonds gegründet wurde, beweist die Zahl der Anträge, dass die Coronakrise durchaus zu erheblichen Einbrüchen, gerade auch bei Vereinen, geführt hat. „Allerdings haben die Coronahilfsmaßnahmen von Land und Bund offensichtlich auch einiges abgefedert“.

Der städtische Fonds besteht aus zwei getrennten Säulen: einem Hilfstopf für gemeinnützige Vereine und einem für Kleinbetriebe. Für Letzteren hatte der Gemeinderat 30000 Euro aus dem städtischen Haushalt losgeeist, der Vereinstopf wird durch Spenden gefüllt. 40000 Euro hatte Nopper dabei als Zielmarke ausgegeben. Inzwischen ist allerdings klar, dass dieses Ziel zu hoch angesetzt war: Ende Juni lag das Spendenbarometer bei rund 17000 Euro. Neben zahlreichen kleineren und größeren Spenden von Privatleuten sind unter anderem mehr als 2500 Euro durch den BKZ-Solo-Laufcup zusammengekommen. Auch die Backnanger Stadträte haben den Fonds unterstützt und dafür auf einen Teil ihres Sitzungsgelds verzichtet. Rund 500 Euro kamen durch den Verkauf eines Bürgerweins zusammen.

Andrea Berg und Uli Ferber spenden trotzdem.

Auch wenn es am Ende wohl keine 40000 Euro werden, ist Ulrich Schielke von der Summe nicht enttäuscht: „Aus Erfahrung wissen wir, dass es beim Spendenaufkommen eine gewisse Grenze gibt.“ Auch bei früheren Hilfsaktionen, etwa nach dem Murrhochwasser oder der Brandkatastrophe in der Wilhelmstraße, sei irgendwo zwischen 20000 und 30000 Euro Schluss gewesen.

Auch OB Nopper räumt ein, dass die von ihm ausgegebene Zielmarke sehr ambitioniert gewesen sei. Sie rührte auch daher, dass Schlagerstar Andrea Berg und ihr Mann Uli Ferber eine Spende über 2000 Euro angekündigt hatten, falls bei der Aktion ein Euro pro Backnanger Einwohner, also insgesamt 38000 Euro zusammenkommen. Auf Anfrage erklärte Ferber gestern allerdings, seine Frau und er würden trotzdem spenden.

Somit stehen nun 30000 Euro für Unternehmen und rund 20000 Euro für Vereine zur Ausschüttung bereit. Über die Verteilung der Gelder entscheidet ein sechsköpfiges Gremium, das sich aus Mitgliedern des Vorstands und des Stiftungsrats der Bürgerstiftung zusammensetzt. Es trifft sich am 20. Juli zur Beratung, bis Monatsende sollen die Hilfsgelder auf den Konten der Empfänger sein.

Man werde das Geld aber nicht mit der Gießkanne unter allen Antragstellern verteilen, sondern die Bedürftigkeit in jedem Einzelfall prüfen, erklärt Ulrich Schielke. Wer Geld aus dem Hilfsfonds bekommen will, musste im Antrag alle Ausgaben seit Mitte März auflisten und darlegen, welche Einnahmen aufgrund der Coronakrise entgangen sind, etwa durch die Absage des Backnanger Straßenfests oder anderer Veranstaltungen.

Die Förderung aus dem Coronahilfsfonds ist auf maximal 3000 Euro pro Antragsteller begrenzt. Wer wie viel bekommt, hängt bei Vereinen auch von deren Größe ab und davon, welche anderen Hilfsangebote sie sonst noch in Anspruch nehmen können. Schließlich soll niemand doppelt Geld kassieren. Für Ulrich Schielke ist klar, dass der Fonds die Einnahmeausfälle von Unternehmen und Vereinen nicht ganz ausgleichen kann, dennoch ist er überzeugt: „Das Geld, das wir auszahlen, wird für die Betroffenen auf jeden Fall eine Hilfe sein.“

Wer den Coronahilfsfonds unterstützen möchte, kann das noch bis Ende Juli tun. Weitere Informationen und das Spendenkonto findet man unter www.buergerstiftung-backnang.de.

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Erstellt:
2. Juli 2020, 06:00 Uhr

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