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„Ambiente klasse, Übertragung gut“

Christoph Sonntag gastiert auf dem Parkplatz hinter der Auenwaldhalle. Die kleine Gemeinde Auenwald bietet auch zu Coronazeiten in kürzesten Abständen Kulturhighlights für ihre Bürger und Gäste an.

Sogar Unterhosen können als Masken herhalten: Wie das geht, demonstriert Christoph Sonntag auf der Autokinobühne. Doch Achtung: Hier handelt es sich freilich um Satire. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Sogar Unterhosen können als Masken herhalten: Wie das geht, demonstriert Christoph Sonntag auf der Autokinobühne. Doch Achtung: Hier handelt es sich freilich um Satire. Fotos: A. Becher

Von Carmen Warstat

AUENWALD. Auenwald ist stolz auf diese Entwicklung, wie Bürgermeister Karl Ostfalk es mehrfach formulierte. Er erinnerte an die Auenwalder „Helden der Arbeit“ und „Helden des Coronaalltags“, denen zu danken ein Hauptanliegen der Gemeindeverwaltung ist. Stellvertretend nannte der Rathauschef Erzieherinnen und Pflegerinnen sowie die Schulleiterin, welche „an allervorderster Front“ stehen und sich ungeachtet der schwierigen Situation für ihre Mitbürger einsetzen. Ein weiteres Dankeschön ging an die Sponsoren und Helfer der Veranstaltungen, darunter immer wieder der Elektromeister und Netzwerktechniker Thomas Bader sowie die für die Versorgung mit Getränken und Snacks zuständigen Vereine, dieses Mal, beim Auftritt von Christoph Sonntag auf der Autokinobühne, war es der Musikverein Oberbrüden. Wie immer wurde der Ton über die UKW-Frequenz 95,7 auf die Autoradios übertragen, und auch die Applaus-App, die in der Vorwoche in Auenwald ihre Weltpremiere gefeiert hatte, stand zur Verfügung. „Ambiente klasse, Übertragung gut!“, freute sich Ostfalk, der sich schon sehr früh um die Beantragung der Frequenz bemüht hatte, und kündigte weitere Kulturhöhepunkte an. Dann aber gehörte die Bühne Christoph Sonntag, einem „der größten Kabarettisten bei uns im Ländle“. Und der startete mit dem momentanen Thema Nummer eins: Corona. „Was für Zeiten!“ Nudeln und Toilettenpapier, Quarantäne und Demos, Familienbespaßung und Homeoffice, Maskenpflicht und manches andere Stichwort fiel. Die Kneipentouren heutzutage führen von Zimmer zu Zimmer, und Männer können sogar ihre Unterhosen als Masken nutzen. Christoph Sonntag führte es vor, und die Leute ließen die Applaus-App lachen – wieder was gelernt.

Beinahe fassungslos zeigte sich der Kabarettist angesichts der Entgleisungen von Donald Trump, mit dem „das Experiment am offenen Herzen der Demokratie“ begonnen habe, und nannte ihn angesichts seiner Empfehlungen, zum Schutz vor Corona etwa Bleichmittel zu trinken, „hirntot“. „Schraube locker.“

Weiter ging es kreuz und quer durch die Bundespolitik: Die plötzliche Popularität der Großen Koalition, die Maut und Horst Seehofer, dem ein „Porzellansyndrom“ attestiert wurde („nicht mehr alle Tassen im Schrank“) und beispielsweise die Gesundheitspolitik wurden thematisiert. Als originelle große Handpuppen ließ Christoph Sonntag mit Günther Oettinger und Winfried Kretschmann prominente Gäste zu Wort kommen und imitierte deren Dialekte und Sprachcharaktere perfekt.

Auch das Smartphone des Kabarettisten kam zum Einsatz. Über eine soziale Plattform versuchte er, sich mit „Claudia aus dem Publikum“ zu verbinden, was zwar schiefging, die gute Stimmung aber nicht beeinträchtigte. Gewitzelt wurde weiter über Boris Palmer und klimaneutrales Reisen, endlose Diaabende in den 70ern und heutige Inszenierungen des perfekten Urlaubs in den sozialen Medien, schwierige Kommunikation über das Essen (auch unser Essen!) in China, Alkoholkonsum, Alkoholismus und Nikotinsucht, schließlich Hipster („hochdeutsch für Seggl“) mit „Männerdutt“.

Wirkte der Humor des Kabarettisten anfangs noch etwas müde, so lief dieser doch im Lauf des Abends zur Hochform auf, und die Applaus-App kam reichlich zum Einsatz. Mit einer Gitarre, deren Körper die Form der Landkarte Baden-Württembergs umriss, rockte Sonntag nach der Melodie von Status Quos Hit „Rockin’ all over the world“ die Hymne „Schwaben all over the world“ und begab sich zu guter Letzt von der Bühne hinunter auf den Parkplatz, wo er Gitarre spielend und singend durch die Autoreihen streifte. Dafür gab’s einen Megaapplaus, denn das Publikum fühlte sich tief in seiner Seele verstanden.

Bietet in Auenwald ein „Coronaspecial“: Der Kabarettist Christoph Sonntag.

© Alexander Becher

Bietet in Auenwald ein „Coronaspecial“: Der Kabarettist Christoph Sonntag.

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Erstellt:
18. Mai 2020, 11:30 Uhr

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