Christkind winkt Heimbewohnern aus der Ferne

Berührende Nachmittage bei den Senioren: OB-Gattin Gudrun Nopper hatte sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Mit Christkind und Engel besuchte sie sechs Backnanger Altenheime. Die Bewohner waren dankbar für die Aktion und auch ein bisschen wehmütig, als der himmlische Besuch wieder gehen musste.

Christkind Charlotte war selbst ganz beeindruckt von der dankbaren Resonanz der Seniorenheime. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Christkind Charlotte war selbst ganz beeindruckt von der dankbaren Resonanz der Seniorenheime. Foto: A. Becher

Von Carmen Warstat

BACKNANG. Gudrun Nopper, die Oberbürgermeistergattin, ist bekannt für Aktionen, die zu Herzen gehen. Mit ihrem Verein für Kinder in Backnang e.V. veranstaltete sie bisher gerade auch in der Vorweihnachtszeit immer heimelige Events für die Jüngsten, so etwa gemütliche Bastelstunden im Rathaus und Besuche des Backnanger Christkinds auf dem Weihnachtsmarkt. Im Jahr der Pandemieist die angehende Stuttgarter First Lady dabei natürlich eingeschränkt und ließ sich daher etwas Neues einfallen. Obwohl es in der Vereinssatzung nicht vorgesehen ist, wie Gudrun Nopper anmerkt, entschied man sich für ein Geschenk an die Senioren in den Backnanger Altenheimen.

Die himmlischen Besucher betraten die Innenräume nicht.

Insgesamt sechs Einrichtungen hat sie mit dem Backnanger Christkind (Charlotte Janus) und dessen „Lieblingsengel“ (Anne Niedan) aufgesucht, zuletzt das Altenpflegeheim am Staigacker sowie das Haus am Aspacher Tor und das Haus am Berg. Coronabedingt zu Hause bleiben musste das etwa 20-köpfige Engelteam. Charlotte und Anne bildeten also eine „Notbesetzung“. Sie machten das Beste aus der Situation und erschienen festlich gekleidet in weiß-goldenen Roben, und sogar der Mundschutz trug jeweils einen goldenen Stern. Höchste Priorität galt selbstverständlich den pandemiebedingten Schutzvorkehrungen, weshalb die himmlischen Besucher die Innenräume der Heime auch nicht betraten, sondern die Bewohner zu den Fenstern und auf die Balkone baten. Überpünktlich und erwartungsvoll hatten diese sich denn auch eingefunden und lauschten zunächst der vom Techniker Alex Lederer eingespielten Weihnachtsmusik: „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ erklang. Christkind und Engel hatten sich (etwa am Staigacker) bei einer beleuchteten Tanne aufgestellt und winkten schon einmal freundlich hinauf. Dankbar erwiderten die Heimbewohner den Gruß und dankbar lauschten sie den Worten der zehnjährigen Charlotte, die – ganz Christkind – ein Gedicht im Gepäck hatte und natürlich weitere Weihnachtslieder vernehmen ließ. Nach „O Tannenbaum“ bat die zwölfjährige Anne – ganz Engel: „Und jetzt wollen wir noch zusammen ‚Kling, Glöckchen, klingelingeling‘ singen.“ Das betagte Publikum ließ sich nicht zweimal bitten.

Ähnlich verlief die Prozedur auch beim Haus am Berg und beim Haus am Aspacher Tor, wo eine Reihe der Senioren sogar namentlich begrüßt wurde. Im anschließenden Kurzinterview verrieten die beiden Mädchen, dass es „Spaß gemacht“ hat. „Wir finden es schön, die alten Leute fröhlich zu sehen, gerade in diesen Zeiten, wo viele noch mehr allein sind als sonst.“ Und Geschenke bekämen sie auch oft, berichteten Anne und Charlotte lächelnd. Die Leute seien so sehr dankbar. Auch an die Arbeit der Pflegekräfte denken die zwei, wenn sie über ihre Auftritte erzählen.

Sehr wahrscheinlich aber bescherten Christkind und Engel den Bewohnern der Backnanger Altenheime nicht nur eine fröhliche Abwechslung. Auch Wehmut und Traurigkeit lagen in der Luft, als das himmlische Team sich wieder auf den Weg machte. Zum Abschied winkend überreichte es einen persönlichen Adventsbrief und einen besonders zarten und liebevoll verpackten Lebkuchen für jeden Bewohner. Ermöglicht wurde diese bewegende Aktion auch durch die Zusammenarbeit mit den Heimleitungen sowie dem Sozialdienst und durch die großzügige Unterstützung des Rotary-Clubs Marbach am Neckar.

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Erstellt:
19. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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