Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Corona-Ambulanz eingerichtet

Bereiche für Coronapatienten in den Rems-Murr-Kliniken arbeiten streng isoliert

Rems-Murr-Klinik Schorndorf. Archivfoto: E. Layher

© Edgar Layher

Rems-Murr-Klinik Schorndorf. Archivfoto: E. Layher

WINNENDEN/SCHORNDORF (pm). Die Menschen im Rems-Murr-Kreis können auch weiterhin bedenkenlos für dringende Behandlungen und Notfälle in die Rems-Murr-Kliniken gehen. Dies bekräftigt der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, Marc Nickel. Dabei verweist er insbesondere darauf, dass die Bereiche zur Behandlung von Coronapatienten inzwischen streng isoliert und räumlich getrennt von den anderen Bereichen der beiden Klinikstandorte sind. Um die Patientenströme noch besser zu trennen, wurde jetzt an der Klinik Schorndorf eine Notfallambulanz ausschließlich für Coronapatienten eingerichtet.

„Wenn jemand zum Beispiel Probleme mit seinem Herzschrittmacher hat, dann sollte er unbedingt in die Kliniken kommen“, betont Nickel, der selbst Mediziner ist. „Die Gefahr, sich in den Kliniken mit dem Virus anzustecken, ist äußerst gering, weil die dafür vorgesehenen Bereiche streng von anderen Räumlichkeiten getrennt sind. Es gelten überall strenge Hygiene- und Schutzbestimmungen.“

„Uns ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass sie bedenkenlos in unsere Kliniken kommen können“, so Nickel. „Wir haben in Schorndorf und Winnenden jetzt zusätzlich dafür gesorgt, dass alle Patienten bereits vor Betreten der Kliniken mit einem Fragebogen nach Krankheitssymptomen befragt werden. Außerdem messen wir ihre Temperatur und die Sauerstoffsättigung im Blut. Beim Verdacht einer Infektion werden diese Patienten mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet und in der Notaufnahme in Winnenden isoliert von anderen Patienten behandelt. In Schorndorf haben wir für diesen Fall eine räumlich separate Notfallambulanz eingerichtet, die gemeinsam mit der Notfallpraxis betrieben wird. Patienten mit schwerwiegenden Symptomen behandelt das Coronatherapieteam der Notaufnahme“, erläutert Nickel. Auf diese Weise sei sichergestellt, dass nicht nur beim behandelnden Personal und den Räumlichkeiten strikt zwischen Coronapatienten und Nichtinfizierten unterschieden wird, sondern auch die Patientenströme getrennt werden, sobald sie in die Kliniken kommen.

Für die Pflegekräfte und Ärzte im Coronabereich gelten strenge Vorschriften. In den Kliniken wurde bereits seit Ende März ein obligatorischer Mund-Nasen-Schutz für alle Mitarbeiter eingeführt.

Auch werden die Mitarbeiter der Kliniken umfassend auf das Coronavirus getestet. Sobald ein Mitarbeiter positiv getestet wird, muss er entweder in die häusliche Isolation oder darf – wenn keinerlei Symptome da sind und der Mitarbeiter dies wünscht – unter strengen Auflagen im Coronabereich, in dem nur positiv getestete Patienten behandelt werden, weiterarbeiten. Dieses Vorgehen entspricht den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Es darf nur mit einer Sondergenehmigung des Gesundheitsamtes durchgeführt werden und ist nur für beschwerdefreie Personen zulässig. Diese müssen dann mit dem eigenen Verkehrsmittel aus der häuslichen Isolation direkt zur Arbeit fahren, dort unter den Infektionsschutzmaßnahmen arbeiten und dann von der Arbeit auf gleichem Wege direkt wieder in die häusliche Absonderung zurückkehren. Sobald Symptome auftreten, besteht die Verpflichtung zur kompletten häuslichen Isolation.

„Zuletzt gab es im Coronatherapieteam in Schorndorf einige positive Testungen auf das Coronavirus“, berichtet Nickel. „Wir haben deswegen unsere Schutzmaßnahmen nochmals überprüft. Außerdem wird die Einhaltung der Regeln streng überwacht. Zusätzlich sorgen wir mit der Corona-Ambulanz so früh wie möglich für eine Trennung der Patientenströme. In Winnenden sind derzeit – wie in anderen Teilen der Bevölkerung auch – einzelne Personen positiv getestet oder befinden sich als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.“

Bedauerlicherweise sei Corona ein Virus, bei dem es auch bei medizinischem Personal trotz höchster Hygienestandards zu Infektionen kommen kann. Zudem könne sich auch das Klinikpersonal im privaten Umfeld anstecken. Wichtig sei, dass man sofort reagiert hat: „Wir haben eigene Testkapazitäten im eigenen Labor der Kliniken eingerichtet, damit die Infektionen schnell bemerkt und mögliche Infektionsketten mit entsprechenden Maßnahmen sofort unterbrochen werden.“

Zum Artikel

Erstellt:
17. April 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Solche Szenen waren in diesem Jahr nicht möglich: Das abendliche Fastenbrechen im Ramadan konnte wegen der Corona-Ausnahmesituation nicht in der Moschee gefeiert werden – es fand allabendlich zu Hause in den Familien statt. Dort beten, feiern und essen Männer und Frauen gemeinsam, in der Moschee sind Männer und Frauen jeweils für sich. Archivfoto: A. Becher
Top

Corona

Anders als sonst und doch dasselbe

Muslime können in diesem Jahr das Ende des Ramadan nicht wie sonst in der Gemeinschaft begehen. Statt sich in der Moschee zu treffen und mit Freunden, Verwandten und Bekannten zusammen Bayram zu feiern, müssen sie in der Familie zu Hause bleiben.

Für Daniela Klepsch und ihre Töchter Nele und Mila ist das gemeinsame Lernen zu Hause längst zur Gewohnheit geworden. Der Unterricht mit Mama beginnt immer um halb neun. Foto: A. Becher
Top

Corona

„Ohne elterliche Hilfe geht es nicht“

Nach über zwei Monaten hat sich Homeschooling in manchen Familien eingebürgert wie das Zähneputzen. Wie es mit dem Unterricht zu Hause klappt, hängt von vielen Faktoren ab. Ein Gesamtbild der Situation aus Elternsicht zu zeichnen, ist schwierig.

Corona

„Wir brauchen euch, gerade jetzt!“

Aus dem Lockdown wird ein Open-up: Hanna und Heidi Josua streamen arabisch-christliche Sendungen aus ihrem Oberweissacher Esszimmer in die Welt. Der Dreiklang aus Lied, biblischer Botschaft und Coronainfos erreicht bis zu 1000 Aufrufe.