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„Ein guter Schritt vor den Ferien“

An den Grundschulen in und um Backnang herrscht Freude über die Öffnung – trotz der immensen organisatorischen Umstände.

Auch in den Grundschulen ist inzwischen wieder Betrieb - mit Einschränkungen und Vorkehrungen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Auch in den Grundschulen ist inzwischen wieder Betrieb - mit Einschränkungen und Vorkehrungen. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Die Grundschulen sind wieder offen, sie sind zum Regelbetrieb zurückgekehrt, allerdings „unter Pandemiebedingungen“, wie dies offiziell beschrieben wird. Denn nach wie vor sind Einschränkungen und Vorkehrungen zu beachten, auch wenn – oder gerade weil – alle Kinder wieder in die Klassen zum Unterricht kommen können.

Aus der Sicht von Sabine Hagenmüller-Gehring stellt die Öffnung einen guten Schritt vor den Ferien dar. Es sei wichtig, sagt die Leiterin des Staatlichen Schulamts Backnang, dass sich alle zum Ende dieses außergewöhnlichen Schuljahrs noch einmal sehen können. Kinder und Eltern seien gleichermaßen froh darüber, und die Stimmung an den Schulen sei gut. Im Vorfeld hatten Hagenmüller-Gehring und ihre Kollegen am Schulamt einiges zu leisten, um die Schulen in die neue Situation zu begleiten: „Wir hatten ganz viel Einzelberatung und waren auch an den Wochenenden erreichbar. Die Schulen sollten Sicherheit haben.“

Unterm Strich können nun, wie Hagenmüller-Gehring berichtet, fast alle Grundschulen im Rems-Murr-Kreis ein Unterrichtsprogramm mit 20 bis 25 Wochenstunden fahren. Das entspricht fast dem Angebot, wie es im Normalzustand praktiziert wird. Es gebe lediglich in zwei Fällen Abweichungen mit geringeren Stundenzahlen. Dabei handle es sich um kleine Schulen, an denen es schwieriger sei, Ausfälle an Lehrkräften auszugleichen. Statt für die letzten viereinhalb Wochen bis zu den Ferien Lehrer aus anderen Schulen abzuordnen, habe man sich in diesen Fällen entschieden, das Unterrichtsangebot zu reduzieren.

Was zurzeit noch nicht wieder möglich ist, das ist der Unterricht in den Fächern Sport und Musik, erläutert Hagenmüller-Gehring: Gemeinsames Singen und Musizieren birgt erhöhte Gefahren, ebenso die gemeinsame sportliche Betätigung. Nicht umsetzbar sei in der Regel auch der Religionsunterricht. Dazu müssten meist Gruppen aus verschiedenen Klassen gebildet werden, und das sei nach der aktuellen Hauptregel nicht möglich.

Danach sollen Klassen und Lehrkräfte möglichst konstant bleiben, um das Infektionsrisiko zu begrenzen und zu verhindern, dass im Falle eines Ansteckungsalarms die ganze Schule geschlossen werden muss. Das gilt im Übrigen auch für die sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit ihren Grundschulklassen.

Die Lehrkräfte stehen fast ausnahmslos zur Verfügung.

Das jetzige Unterrichtsangebot kann laut Hagenmüller-Gehring auch nur dadurch realisiert werden, dass die Lehrkräfte fast ausnahmslos zur Verfügung stehen. „Es fehlen weniger als gedacht“, stellt die Schulamtsleiterin fest. Auf eine prozentuale Angabe will sie sich aber nicht festlegen, da ein Teil der Pädagogen nicht nur in der Primarstufe eingesetzt wird, sondern auch in der Sekundarstufe – dies vor allem an Standorten, an denen Grund- und weiterführende Schule kombiniert sind. Dort müsse ohnedies noch differenzierter gehandelt werden, weil für die älteren Schüler nach wie vor engere Regelungen gelten als für die jüngeren ab dieser Woche.

Schulleiterin Deniz Weiß beschreibt die Situation an der Ganztagsgrundschule Oberweissach kurz und bündig mit „sehr gut“: Alle Lehrkräfte seien für den Präsenzunterricht da. Damit erhalten die Erstklässler 23, die größeren Grundschüler 25 Wochenstunden Unterricht. Auch in den vergangenen Monaten sei die Schule „sehr gut durchgekommen“, sagt Weiß und verweist auf positive Rückmeldungen von den Eltern. Für die Viertklässler habe es ein digitales Lernangebot gegeben, generell seien jedoch die Möglichkeiten dazu bei Grundschülern begrenzt, weil es auch um die Frage gehe, was den Kindern daheim zur Verfügung steht. Deshalb habe man vor allem auf Lernpakete, Arbeitshefte und selbstständiges Lernen, verbunden mit persönlichem Kontakt, gesetzt.

Rektorin Annedore Bauer-Lachenmaier macht deutlich, welcher organisatorische Aufwand mit dem neuen Regelbetrieb verbunden ist. So ist der Pausenhof bei der Plaisirschule Backnang jetzt genau eingeteilt. Erst- und Drittklässler sowie Zweit- und Viertklässler werden zeitlich versetzt und durch verschiedene Türen ins Schulhaus herein- und wieder hinausgelassen. Die große Pause ist durchgetaktet, damit die Einheit von Klassen und Lehrerteams gewahrt bleibt. Die Situation auf dem Pausenhof sei allerdings schwierig, weil dort auch die Spielgeräte stehen, die nach Maßgabe des Schulträgers, der Stadtverwaltung, noch gesperrt bleiben müssen. Insgesamt drei Lehrkräfte fehlen derzeit, darunter eine wegen Schwangerschaft und eine, die an der Pestalozzischule bleiben muss. „Alle haben sich gefreut, dass man wieder kommen und sich begegnen darf“, fasst Bauer-Lachenmaier die Stimmung zusammen, „und wir hoffen sehr, dass wir bei dieser Planung bleiben dürfen.“ Nun könne das Unterrichten wieder in den Vordergrund rücken.

Tobias Stüer, Konrektor der Conrad-Weiser-Schule in Großaspach, beschreibt die Situation als relativ günstig. So umfasst die CWS zwar Grund- und Gemeinschaftsschule. Doch die beiden Schularten sind in getrennten Gebäuden untergebracht, was den Umgang mit den unterschiedlichen Coronaregeln erleichtert. Die räumliche Aufteilung bestehe nicht nur hinsichtlich der Schüler, sondern auch bezüglich der Lehrkräfte. Zudem würden versetzte Zeiten praktiziert. Die Grundschüler kommen in zwei Gruppen ins Haus: Die einen sammeln sich ab 7.45 Uhr und haben dann von 8 bis 12 Uhr Unterricht, die anderen sind eine Viertelstunde später dran. Alle werden also täglich vier Stunden beschult, zusammen also 20 Stunden pro Woche, wobei es sich um Zeitstunden à 60 Minuten handelt – abzüglich einer täglichen Pause von 15 Minuten. Außer einer Fachlehrkraft, die zu Hause ist, und einigen bekannten Elternzeiten seien alle Lehrer an Bord.

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Erstellt:
30. Juni 2020, 06:00 Uhr

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