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Hilfsfonds für Vereine und Kleinbetriebe

OB Frank Nopper und die Bürgerstiftung werben um Spenden, um denen zu helfen, die von der Coronakrise besonders betroffen sind. Die Stadt steuert 30000 Euro bei, die eigentlich für das Straßenfest eingeplant waren.

Die Verkaufsstände beim Backnanger Straßenfest sind für viele Vereine und Organisationen eine wichtige Einnahmequelle, die in diesem Jahr wegfällt..Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Verkaufsstände beim Backnanger Straßenfest sind für viele Vereine und Organisationen eine wichtige Einnahmequelle, die in diesem Jahr wegfällt..Archivfoto: J. Fiedler

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. In einer Videobotschaft hatte es Frank Nopper bereits angekündigt, jetzt wird das Projekt konkret. Mit einem Hilfsfonds möchte der Backnanger Oberbürgermeister Betroffenen unter die Arme greifen, die unter den Folgen der Coronakrise besonders zu leiden haben. Nopper denkt da etwa an die Vereine, die sonst Verkaufsstände beim Straßenfest haben. „Für viele ist das die wichtigste Finanzierungsquelle“, weiß der OB.

Mit der Absage des Festes fällt diese nun weg. Viele Kosten, etwa die Mieten für Vereinsräume, das Honorar für Übungsleiter oder die Anschaffung von Instrumenten müssen dennoch weiter bezahlt werden. Aber auch viele Kleinbetriebe, insbesondere in der Gastronomie, bangen trotz staatlicher Soforthilfe um ihre Existenz.

Mit seiner Idee ging Nopper auf den Vorstand der Bürgerstiftung zu. Die Stiftung hat in der Vergangenheit schon mehrfach Spendenaktionen in Backnang organisiert, etwa nach dem Hochwasser 2011 oder nach der Brandkatastrophe 2013. Beim Stiftungsvorsitzenden Ulrich Schielke und dessen Stellvertreter Klaus Böhle stieß Nopper auf offene Ohren. Bis zur Umsetzung des Plans waren allerdings noch einige Klippen zu umschiffen.

Denn laut Satzung darf die Bürgerstiftung nur gemeinnützige Zwecke fördern. Somit kann sie zwar Vereine unterstützen, aber keine Gewerbebetriebe. „Das geht auch aus steuerlichen Gründen nicht“, erklärt Böhle. Deshalb besteht der Hilfsfonds nun aus zwei voneinander getrennten Säulen. Der Erlös aus der Spendenaktion kommt ausschließlich Backnanger Vereinen zugute. Für Kleinunternehmen mit maximal fünf Mitarbeitern will Nopper, sofern der Gemeinderat zustimmt, 30000 Euro aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung stellen. „Es handelt sich dabei um Mittel, die wir durch die Absage des Straßenfestes einsparen“, erklärt der OB.

Auch Schlagerstar Andrea Berg unterstützt die Aktion.

Bei der Spendenaktion hoffen die Initiatoren auf einen Erlös von mindestens 40000 Euro. „Das ist zugegebenermaßen ambitioniert“, weiß Nopper, doch er glaubt an die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Backnanger. Ulrich Schielke hofft auch auf Unterstützung von Firmen, die von der Krise verschont blieben oder vielleicht sogar von ihr profitieren.

Immerhin 5000 Euro sind bereits zusammengekommen, davon stammen 1000 Euro aus Noppers Privatschatulle. Auch Stadtrat Armin Dobler und der Landtagsabgeordnete Gernot Gruber (beide SPD) haben bereits größere Summen überwiesen. Und sollte das Spendenbarometer den Betrag von 38067 Euro erreichen – das entspräche einem Euro für jeden Einwohner – haben Schlagersängerin Andrea Berg und ihr Mann Uli Ferber angekündigt, den Betrag auf 40000 Euro aufzurunden. Wenn die Rechnung aufgeht, könnten am Ende also insgesamt 70000 Euro ausgeschüttet werden. Über die Verteilung soll ein Gremium entscheiden, das sich aus Mitgliedern des Vorstands und des Stiftungsrates der Bürgerstiftung zusammensetzt.

Wer in den Genuss einer Förderung kommen will, muss nachweisen, dass er unverschuldet wegen Corona in eine Notsituation geraten ist. „Die Notlage darf also nicht schon vorher bestanden haben“, betont Nopper. Die Antragsteller müssen ihre Einnahmen und Ausgaben im Zeitraum zwischen dem 17. März und dem 31. August sowie zum Vergleich die Zahlen aus den Vorjahren offenlegen. Außerdem müssen sie nachweisen, dass sie alle staatlichen Unterstützungsangebote bereits ausgeschöpft haben. Eine Vermögensprüfung ist allerdings nicht vorgesehen: „Wir versuchen, allen gerecht zu werden, sind uns aber bewusst, dass es keine abschließende Gerechtigkeit gibt“, erklärt Frank Nopper.

Förderanträge können bis Ende Juni gestellt werden, bis Mitte Juli will die Stiftung dann über die Verteilung der Mittel entscheiden. Die Unterstützung ist auf eine Höchstsumme von 3000 Euro pro Verein oder Betrieb begrenzt. Dass der Hilfsfonds die Einnahmeausfälle in der Regel nicht komplett ausgleichen kann, ist den Verantwortlichen bewusst. Vielleicht könne man aber den einen oder anderen Härtefall abfedern: „Wir wollen diejenigen unterstützen, die ums Überleben kämpfen“, erklärt Ulrich Schielke. Ein aktives Vereinsleben sei schließlich für ganz Backnang von großer Bedeutung: „Denn ohne Vereine wäre das städtische Leben trist und leer.“

So können Sie spenden

Spenden können mit dem Verwendungszweck „Corona-Hilfsfonds“ auf das Konto der Bürgerstiftung bei der Volksbank Backnang überwiesen werden.
IBAN: DE08 6029 1120 0200 7000 06

Die Spenden kommen ohne Abzug ausschließlich gemeinnützigen Vereinen in Backnang zugute. Sie können von der Steuer abgesetzt werden. Bis zu einem Betrag von 200 Euro genügt dafür der Überweisungsbeleg. Bei höheren Beträgen stellt die Bürgerstiftung eine Spendenbescheinigung aus (bitte auf der Überweisung die Adresse angeben).

Bei Fragen ist der Stiftungsvorsitzende
Ulrich Schielke unter 07191/62509 oder per Mail unter kontakt@buergerstiftung-backnang.de erreichbar.

Förderanträge für den Hilfsfonds können ab kommender Woche unter www.backnang.de oder www.buergerstiftung-backnang.de heruntergeladen werden.

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Erstellt:
13. Mai 2020, 06:00 Uhr

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