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Hygiene und Nachhaltigkeit im Fokus

Für die Mitarbeiter von CWS-boco hat sich mit Corona der Alltag verändert, gleichsam liefern sie Produkte rund um die Handhygiene, die in diesem Kontext ein Kernthema ist. Am Murrhardter Standort befindet sich eine große Handtuchrollen-Wäscherei.

Josepa Pribanic arbeitet an der Mangel, an der die Bahnen der Handtuchrollen nach dem Waschen wieder in Form gebracht werden. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Josepa Pribanic arbeitet an der Mangel, an der die Bahnen der Handtuchrollen nach dem Waschen wieder in Form gebracht werden. Fotos: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. Beim Eintreffen am Murrhardter Standort des Unternehmens CWS-boco gilt es, Kontaktdaten zu hinterlegen, dann stellt einem ein Spender eine gute Portion Desinfektionsmittel für die Hände bereit, ohne ihn berühren zu müssen. CWS-boco ist Spezialist rund um das Thema Hygiene, bereitet beispielsweise Textilien in den unternehmenseigenen Wäschereien auf – in Murrhardt sind dies die Handtuchrollen, die man aus den weißen Spendern in Hotels, Restaurants oder Schulen kennt.

Auf die Frage, wie sich nun der Arbeitsalltag mit Corona verändert hat, sagt Betriebsleiter Bernd Rickert: „Sehr wichtig ist der Mitarbeiterschutz.“ Durch die Arbeit im Hygienesektor könne man nicht ausschließen, dass ein Infizierter das Tuch einer Handtuchrolle benutzt hat, die zur Reinigung in die Wäscherei kommt. „Möglicherweise weiß er nichts über seine Infektion, erfährt es vielleicht sogar nie.“ Insofern gehören Desinfektionsspender, Mund-Nase-Schutzmasken oder Visier, Abstandsregelungen wie gestaffelte Pausen ganz selbstverständlich dazu. Gleichzeitig ging und geht mit der Coronapandemie auch eine gewisse Unsicherheit einher. Wie geht das Unternehmen damit um, wenn Kunden möglicherweise Angst haben, weiterhin auf eine Handtuchrolle zu setzen, die gewaschen wird? Sind manche wieder auf Papier umgestiegen? Inwieweit sich Kunden zurückgezogen haben, kann Bernd Rickert nicht sagen, da der Standort mit der Wäscherei vor allem Dienstleister ohne direkten Kundenkontakt ist. Die Gesamtmenge sei nach dem Lockdown zwar leicht zurückgegangen, mittlerweile habe sie aber wieder angezogen. „Wir sind zurzeit zu 90 Prozent ausgelastet und haben keine Kurzarbeit“, erläutert Rickert.

In Bezug auf die hygienische Sicherheit führt er zwei Hauptpunkte an. Die Handtuchrollenspender haben zwei Kammern, die frisches und gebrauchtes Tuch voneinander trennen. Hat man sich die Hände abgetrocknet, wird der Abschnitt eingezogen, sodass der Nächste nicht mit diesem in Kontakt kommen kann. „Dazu sagen wir Einmalhandtuch, aber im Gegensatz zur Papiervariante vermeidet man Müll. Eine Rolle stellt im Schnitt 100 Portionen zur Verfügung und kann bis zu 100-mal gewaschen werden.“ Was das Reinigungsverfahren selbst anbelangt, verweist er darauf, dass das Unternehmen auf ein europaweit gültiges und anerkanntes Qualitätsmanagementsystem (RABC – ein Kontrollsystem für Biokontamination) auf Basis des HACCP-Konzepts setzt, das insbesondere in der Lebensmittelindustrie Anwendung findet. Der Waschprozess werde quartalsmäßig und auch bei Auffälligkeiten überprüft. Dazu gehören Hygienetests und Untersuchungen der Waschqualität, bei denen beispielsweise auch Kontrollproben mit hartnäckigen Keimen erfolgen. Diese Verfahren gibt es nicht erst seit Corona, erläutert Rickert.

Er geht davon aus, dass unter den aktuellen Umständen eine verstärkte Nachfrage rund um das Thema Handhygiene besteht, Unternehmen ihr Konzept überprüfen und sichergehen wollen, dass alles vorrätig ist. Manche Firmen seien auch froh, sich in puncto Reinigung auf sie verlassen und das abgeben zu können.

Beim Gang durch den Betrieb gibt Rickert Einblick in die zentralen Bereiche – neben den Handtuchrollen werden am Standort auch Schmutzfangmatten gereinigt. Für den Klinikbereich sowie das Waschen von Mund-Nase-Schutzmasken gibt es aber noch mal spezialisierte Standorte. In Sachen Handtuchrollen „sind wir für den größten Teil Süddeutschlands zuständig“, erklärt Rickert. In den letzten Jahren wurde umgebaut und in neue Technik sowie ressourcensparende Prozesse investiert – mittlerweile sind zwei Waschstraßen eingerichtet. „Bei den alten Maschinen mussten wir beim Waschen aggressivere Mittel verwenden, wodurch die Haltbarkeit der Handtücher geringer war.“ Auf Gitterwagen stehen gebrauchte blaue und weiße Handtuchrollen. Die Mitarbeiter müssen sie abwickeln, damit die Maschine die Stoffbahnen übereinanderlegen und mit einem Paketband bündeln kann. Das Fließband befördert sie in große Sackspeicher, von denen aus sie später in die Waschstraße wandern. Im Anschluss heißt es für die Mitarbeiter, die Bahnen in die Mangel zu legen und danach wieder aufzurollen. Ihr Chef weiß um die körperlich fordernde Arbeit, die nun auch noch mit Mund-Nase-Schutzmaske erledigt werden muss. Sollten die Temperaturen weiter steigen, seien auch zusätzliche Pausen möglich, damit die Mitarbeiter draußen mal durchatmen können.

Bernd Rickert zeigt auf ein Display, das die Kammern und Stationen der Waschstraße abbildet. Das Unternehmen hat mithilfe einer Tübinger Firma den Waschprozess weiter optimiert, berichtet er. Die Desinfektion laufe mittels UV-C-Licht, das darüber hinaus die Wirkung des Waschmittels beschleunige. Unter dem Strich bedeutet das, dass mittlerweile statt mit 70 nur noch mit 60 Grad gewaschen werden muss und weniger Spülwasser gebraucht wird, so Rickert.

Ein Teil des Wassers wird zudem durch Filterung wiederverwendet, zum einen innerhalb des Waschprozesses, zum anderen wandert es später zur Reinigung der Schmutzfangmatten, wo keine zusätzliche Chemie und Wärme mehr zugeführt werden muss. Auch in diesem Bereich möchte das Unternehmen noch nachhaltiger werden: Zurzeit läuft eine Testreihe mit Matten aus recyceltem Gummi, um zu prüfen, ob dieses bei der Reinigung besteht. „Wenn wir Energie und Ressourcen sparen, ist das ja auch für uns gut“, sagt Bernd Rickert. Beim Umbau konnten beispielsweise auch ergonomische Aspekte berücksichtigt werden, wie die Tische an der Mangel anzuschrägen, um das Einlegen etwas zu erleichtern beziehungsweise an den natürlichen Bewegungsablauf anzupassen. Sollten sich im Stoff der Handtücher nach der Wäsche noch farblich hartnäckige Flecken zeigen, werden diese Abschnitte herausgetrennt und die Bahn wird wieder zusammengenäht. Bernd Rickert nimmt eine Rolle zur Hand, die nun mit einem Kleber versehen ist und wieder in den Spender wandern kann, um dort ihren Dienst zu tun. „Für mich ist diese Art, sich die Hände abzutrocknen, hygienisch und nachhaltig“, sagt er. Letzteres sei durch die Angst vor Corona auch etwas in Vergessenheit geraten, dennoch bedeutend. „Es ist wichtig, dass wir auch als Einzelne weniger Müll produzieren.“

Hygiene und Nachhaltigkeit im Fokus

© Jörg Fiedler

„Dazu sagen wir Einmalhandtuch, aber im Gegensatz zur Papiervariante vermeidet man Müll.“

Bernd Rickert, CWS-boco-

Betriebsleiter Murrhardt

Stoffhandtücher sind ressourcenschonender

CWS als Marke setzt als Systemanbieter auf sechs Leistungsbereiche, in denen er seine Kunden berät und beliefert: Hygiene, Matten, Berufskleidung, Brandschutz, Reinraum, Gesundheit und Pflege.

Die CWS-boco International GmbH und ihre Tochtergesellschaften sind eine 100-Prozent-Beteiligung der Franz Haniel&Cie. GmbH. An 134 Standorten in 16 Ländern Europas sind rund 10600 Mitarbeiter beschäftigt. In Murrhardt sind rund 50 Mitarbeiter in der Wäscherei, 20 weitere im zentralen Vertragsmanagement tätig.

Weitere Beispiele für Nachhaltigkeit als Ziel: 2019 wurden etwa 300000 Teile Berufskleidung mit Fairtrade-zertifizierter Baumwolle produziert. Mitentwicklung der Outdoorjacke „rEvolution Hybrid“: Weltweit eine der ersten Jacken, die den textilen Verwertungskreislauf vollständig durchläuft. Hergestellt aus Altkleidern und recyceltem PET, kann sie am Ende ihrer Nutzungsphase wieder vollständig recycelt werden. Es entsteht beinahe kein Abfall.

Auszeichnung: 2011 erhält CWS den Blauen Engel für die Stoffhandtuchrolle auf internationaler Ebene.

Eine wissenschaftliche Studie hat 2016 die Umweltauswirkungen von Stoffhandtuchrollen, Frischfaser- und Recyclingpapier untersucht. Dabei stand der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung der Materialien im Fokus. Aus den Ergebnissen: CWS-Stoffhandtücher verursachen bis zu 95,4 Prozent weniger Abfall als Papierhandtücher aus Recyclingpapier und bis zu 95 Prozent weniger Abfall als Papierhandtücher aus Frischfasern; CWS-Stoffhandtücher benötigen bis zu 40 Prozent weniger Energie als Papierhandtücher aus Recyclingpapier und bis zu 48 Prozent weniger Energie als Papierhandtücher aus Frischfasern; CWS-Stoffhandtücher haben ein bis zu 43 Prozent geringeres Treibhauspotenzial als Papierhandtücher aus Recyclingpapier und ein bis zu 29 Prozent geringeres Treibhauspotenzial als Papierhandtücher aus Frischfasern.

Zur aktuellen Situation sagt Bernd Rickert: „Unsere CWS-Stoffhandtücher entsprechen dem Arbeitsschutzstandard Covid-19 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und den Hygieneempfehlungen von Robert-Koch-Institut oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.“

Weitere Infos unter www.cws.com.

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Erstellt:
4. Juli 2020, 16:00 Uhr

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