„Impfmüdigkeit können wir uns nicht erlauben“

Fachärzte im Rems-Murr-Kreis widersprechen Gerüchten über Langzeit-Nebenwirkungen durch Anti-Covid-Impfungen.

„Impfmüdigkeit können wir uns nicht erlauben“

Rems-Murr. Ein Wert von 18 bei der 7-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet Rems-Murr am Montag ließ für diese Woche nichts Gutes ahnen. Doch im Verlauf der letzten Tage überstieg die Inzidenz diesen Wert nicht und liegt. Der Abwärtstrend wurde gestern mit einem Wert von 15 gegenüber dem Vortag mit seiner Inzidenz von 14 wieder ausgebremst.

Die Rems-Murr-Kliniken rufen derweil die Bürger ausdrücklich zu einer Impfung gegen das Coronavirus auf. Bisher sind nur knapp über 50 Prozent der Deutschen vollständig geimpft. „Etwa sieben Millionen vorerkrankte Menschen in Deutschland sind einer möglichen weiteren Welle oder neuen Mutationen schutzlos ausgeliefert. Damit gefährden sie allerdings nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Mitmenschen“, wie Dr. Torsten Ade, Chefarzt Notaufnahme und Krankenhaushygieniker am Rems-Murr-Klinikum Winnenden, in einem Video auf YouTube erläutert.

„Es ist die Aufgabe von uns allen, unseren Angehörigen, Freunden und Kollegen den Schutz zu bieten, den sie verdient haben. Eine Impfmüdigkeit können wir uns nicht erlauben – denn so gewinnt das Virus. Impfen ist das derzeit einzige Mittel, um die Freiheit und Sicherheit aller zu gewährleisten.“, appelliert Dr. Ade an die Bürger. In der öffentlichen und privaten Diskussion treten immer wieder Vorbehalte gegen eine mögliche Impfung auf. Aus Erfahrung und mit Blick auf die umfassenden Daten zur Verträglichkeit ist Dr. Bernhard Fröhlich, Chefarzt der Gastroenterologie, Allgemeinen Inneren Medizin und Geriatrie, vom Impfen überzeugt: „Weltweit wurden bisher mehr als vier Milliarden Impfdosen der zugelassenen Impfstoffe vergeben. Dabei konnten bisher weder Langzeit-Nebenwirkungen, noch Langzeitfolgen festgestellt werden. Es spricht also aktuell nichts für Langzeitschäden durch ImpfungenHB gegen Covid-19“. Demgegenüber seien Langzeitnebenwirkungen des Coronavirus, das sogenannte Long-Covid, sehr wohl bekannt. „Zwischen 10 und 20 Prozent der Genesenen müssen auch noch Monate nach einer Infektion mit gesundheitlichen Einschränkungen leben. Das kann mit einer Impfung leicht vermieden werden, da selbst bei einer Infektion schwere Verläufe und Folgeschäden nahezu ausgeschlossen sind. Der Nutzen überwiegt also bei weitem das Risiko“, fasst Fröhlich die aktuelle Studienlage zusammen. „Impfen war noch nie so einfach wie im Moment“, betont Silke Bundschuh, die als Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und als stellvertretende Ärztliche Leitung am Kreisimpfzentrum des Rems-Murr-Kreises tätig ist. „Derzeit ist bei uns keine Terminvereinbarung mehr nötig. Wir impfen mit allen in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Bitte nehmen Sie dieses Angebot unbedingt wahr und schützen Sie sich und Ihre Liebsten.“

Das Kreisimpfzentrum befindet sich in der Beinsteiner Straße 160 in Waiblingen, direkt an der Rundsporthalle. Es ist Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich sind Impfungen am Montag und Mittwoch bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag zwischen 8.30 und 13.30 Uhr möglich.

Zum Artikel

Erstellt:
31. Juli 2021, 08:02 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Impfen im Technikforum: Solche besonderen Impfaktionen ohne Termin soll es in Backnang auch nach Schließung des Waiblinger Impfzentrums geben. Statt mobiler Impfteams des Kreises organisiert die Stadt selbst die impfenden Ärzte. Foto: A. Becher
Top

Corona

Impfzentrum schließt: Wie geht es weiter?

Der 30. September ist der letzte Impftag im Waiblinger Kreisimpfzentrum. Damit fallen auch die kreiseigenen mobilen Impfteams weg, die in Backnang zum Beispiel das Impfen ohne Termin übernommen haben. Die Stadt will aber trotzdem weitere Impfaktionen organisieren.