Inzidenz jetzt über 1000 – was heißt das?

Im Kreis gibt es laut Landrat Sigel derzeit ausreichend Testkapazitäten.

Die Testkapazitäten im Rems-Murr-Kreis sind ausreichend. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Testkapazitäten im Rems-Murr-Kreis sind ausreichend. Foto: A. Becher

Rems-Murr. Die 1000er-Marke bei den Inzidenzwerten wurde jetzt im Rems-Murr-Kreis überschritten. Angesichts der Rekordinzidenzen, der jüngsten Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz und der anhaltenden Belastung des Gesundheitswesens hat der erweiterte Krisenstab des Rems-Murr-Kreises am Dienstag erneut getagt, um weitere Maßnahmen zu besprechen. „Es war richtig und wichtig, seit Beginn der Pandemie in funktionierende Strukturen zu investieren – etwa bei den Teststrukturen und Impfungen“, sagt Landrat Richard Sigel. Über die kreisweite Buchungsplattform für Impftermine sind inzwischen auch 50 Arztpraxen angebunden.

„Auch mit unserem breiten Netzwerk an Testangeboten sind wir gut gerüstet für die Omikron-Wand. Vor allem die Zahl der PCR-Testzentren konnten wir zuletzt nochmals deutlich erhöhen. Stand jetzt können PCR-Tests regulär über unsere Homepage gebucht werden“, so der Landrat weiter. Noch ist nicht bekannt, welche Regelungen Bund und Land zur Priorisierung der PCR-Tests treffen werden. „Im Rems-Murr-Kreis haben wir Stand jetzt ausreichend Testkapazitäten und könnten in unserem eigenen PCR-Testzentrum mit Anbindung an das Kliniklabor vorrangig PCR-Tests für Schulen, Kitas und die kritische Infrastruktur ohne Engpässe anbieten“, so der Landrat.

Lage in den Kliniken

und in den Arztpraxen derzeit stabil

In den Rems-Murr-Kliniken ist die Lage derzeit stabil, heißt es. Allerdings wirken sich hohe Inzidenzwerte immer erst zeitversetzt auf die Lage in den Krankenhäusern aus. „Ich denke, dass es noch ein oder sogar zwei Wochen dauern wird, bis wir endgültig wissen, wie sich die Omikron-Welle entwickelt“, sagt Torsten Ade, der Chefarzt der Notaufnahme. Die Experten gehen von einer Zunahme der Fälle aus. „Wir werden deutlich mehr Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme haben und werden diese unter Isolationsbedingungen untersuchen müssen“, sagt Ade.

„Die Arztpraxen sind nach zwei Jahren Pandemie weiterhin belastet, die Situation ist aber momentan stabil“, ergänzt Jens Steinat, Pandemiebeauftragter der Kreisärzteschaften. So nimmt aktuell vor allem die Zahl der PCR-Tests bei symptomatischen Patientinnen und Patienten deutlich zu. „Für den Fall, dass Praxismitarbeiter erkranken und die Versorgungslage sich verschärft, haben wir aber Krisenpläne erarbeitet“, so Steinat weiter.

Dem erweiterten Krisenstab gehören, neben Gesundheitsamt und Krisenteam des Kreises, Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, die Bürgermeister Thomas Bernlöhr und Reinhold Sczuka (Kommunen), Jens Steinat (Kreisärzteschaften), der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Aalen, der Direktor des Amtsgerichts Waiblingen und die Leiterin des Staatlichen Schulamts Backnang an. Die enge Anbindung an die Kliniken und deren Krisenstab wurde bei der jüngsten Sitzung angesichts der Lage in den Kliniken noch verstärkt. Ziel dieser breiten Besetzung ist es, mögliche Beschränkungen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und zu diskutieren. pm

Zum Artikel

Erstellt:
26. Januar 2022, 18:56 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Die Lage an den Rems-Murr-Kliniken hat sich deutlich entspannt, aber Chefarzt Torsten Ade warnt vor verfrühtem Jubel: „Wir stellen uns darauf ein, dass Corona gekommen ist, um zu bleiben.“ Archivfoto: Benjamin Büttner
Top

Corona

Ist Corona jetzt eigentlich vorbei?

Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie kehrt die Normalität zurück: Feste und Konzerte finden wieder statt, Masken sieht man immer seltener. Dabei liegt die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis noch immer bei über 400. So bewerten Ärzte aus der Region die Situation.

Corona

Gewalt im Schatten der Pandemie

Im Sozialausschuss des Rems-Murr-Kreises wird über die Fallzahlen sexualisierter Gewalttätigkeiten berichtet. Auch zum Thema Prävention und Opferberatung legt das zuständige Amt einen Report vor. Auf die Fachstellen im Kreis kommt demnach noch einiges an Arbeit zu.