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Kein Straßenfest in diesem Jahr

OB Frank Nopper sieht keine Chancen mehr für das Großevent zum Ausweichtermin – Corona-Hilfsfonds angekündigt

In diesem Jahr findet kein Straßenfest statt. Die Entscheidung darüber obliegt zwar dem Gemeinderat, der am 7. Mai das letzte Wort hat. Doch will OB Frank Nopper einen entsprechenden Vorschlag einbringen. Gleichzeitig regt er die Gründung eines Backnanger Corona-Hilfsfonds für notleidende Vereine und Kleinunternehmen an: „Die ersten 1000 Euro zahle ich aus eigener Tasche – auf dass viele weitere Spender folgen!“

Fällt in diesem Jahr aus: Traditioneller Fassanstich zum Backnanger Straßenfest durch Oberbürgermeister Frank Nopper. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Fällt in diesem Jahr aus: Traditioneller Fassanstich zum Backnanger Straßenfest durch Oberbürgermeister Frank Nopper. Archivfoto: A. Becher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Vor knapp zwei Wochen sah der Oberbürgermeister noch Chancen, dass das Straßenfest stattfinden kann – nicht zum traditionellen Termin Ende Juni, aber vielleicht doch am Wochenende vom 11. bis 14. September. Im Anschluss an eine Videokonferenz mit den Vorsitzenden der Backnanger Gemeinderatsfraktionen sagte er: „Ein bisschen Hoffnung ist noch da, und diese Hoffnung wollen wir nicht zerstören.“ Schließlich könne die Aussicht auf ein solches Fest für die Bürger in diesen schwierigen Zeiten auch „ein Silberstreif am Horizont“ sein.

Von diesen Gedanken hat sich Nopper inzwischen aber verabschiedet, nachdem mittlerweile ein Verbot für Großveranstaltungen bis 31. August gilt und allerorten das Aus für weitere große Events in der darauffolgenden Zeit verkündet wird, etwa für das Münchner Oktoberfest. Und was das Volksfest in Bad Cannstatt betrifft, soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen.

Nopper nimmt Abstand vom anvisierten Ausweichtermin

Was die Coronakrise für das Backnanger Straßenfest bedeutet, hat Nopper in einer Videobotschaft am Samstagabend verkündet. Wie die Stadt Backnang in einer Pressemitteilung zudem schreibt, nimmt Nopper „schweren Herzens“ vom anvisierten Ausweichtermin Mitte September und dem Plan, dass der Gemeinderat darüber bis zum 15. Juni entscheiden soll, Abstand. Die Verwaltung will dem Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag, 7. Mai, nunmehr vorschlagen, das 50. Backnanger Straßenfest erst im Jahr 2021 zu feiern.

In Zuge der zahlreichen Absagen von Festen und Veranstaltungen verkündet Nopper auch die Absagen des für Samstag, 20. Juni, auf dem Marktplatz geplante classic-ope(r)n-air, das in den vergangenen Jahren immer wieder mehr als 1000 Besucher angelockt hatte. Auch die drei Veranstalter der Backnanger Wirtschaftsgespräche – Stadt Backnang, Industrieverein für den Raum Backnang und BDS-Gewerbeverein Backnang – haben „zu ihrem großen Bedauern“ die für Dienstag, 14. Juli, geplanten Backnanger Wirtschaftsgespräche abgesagt. Zu dieser Veranstaltung kamen in den vergangenen Jahren regelmäßig über 900 Besucher. Auch ein Ausweichtermin im September wird aufgrund der widrigen Umstände nicht mehr in Betracht gezogen.

Beide Veranstaltungen liegen, was die Besucherzahlen angeht, im kritischen Bereich von 1000 Menschen, die als Marke für Großveranstaltungen häufig herangezogen wird. Das Land Baden-Württemberg habe sich, so Nopper, zwar bislang nicht definitiv auf eine Zahl festgelegt. Doch müsse man wohl von dieser Größenordnung ausgehen. Das classic-ope(r)n-air sei überdies auch stets in Kombination mit dem Straßenfest zu sehen, weil dafür die Marktplatzbühne bereits vorgezogen aufgebaut wird. Selbst wenn das classic-ope(r)n-air und die Wirtschaftsgespräche in reduziertem Umfang abgehalten würden, wäre dies, so Nopper, noch problematisch.

Dass die Absage für diese beiden Veranstaltungen schon festgezurrt ist, begründet Nopper damit, dass diese als ein Geschäft der laufenden Verwaltung eingestuft seien. Beim Straßenfest hingegen legt er Wert auf das Gemeinderatsvotum. Allerdings sei mittlerweile klar, dass ein solches Event nur zwei Wochen nach Ende des allgemeinen Verbots nicht haltbar ist – zumal nicht auszuschließen ist, dass diese Frist noch einmal verlängert wird.

Die Absage des Backnanger Straßenfests und vieler anderer Veranstaltungen werde aber zu weiteren Einbußen bei den Vereinen, die dort ihre wichtigsten Einnahmen generieren, und bei den durch die coronabedingten Schließungen besonders betroffenen Gastronomen führen. Deswegen will Nopper einen Coronahilfsfonds „Backnang hält zusammen“ unter dem Dach der Bürgerstiftung Backnang ins Leben rufen. Die Erlöse sollen besonders Not leidenden Vereinen, Institutionen, Kleinunternehmen und Betrieben zugutekommen. Nopper kündigte an, die ersten 1000 Euro aus eigener Tasche bezahlen zu wollen – auf dass viele weitere Spender folgen.

Info

Die bittere Kunde in puncto Backnanger Straßenfest kleidete Nopper in seiner Botschaft in folgende Worte:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger und liebe Freundinnen und Freunde! Ich melde mich in diesen schweren Coronatagen von zu Hause aus. Die Coronakrise führt zu immer mehr Absagen von Veranstaltungen und Festen landauf, landab. Auch wir in Backnang müssen leider verschiedene Veranstaltungen absagen: Das classic-ope(r)n-air, die Backnanger Wirtschaftsgespräche, und vom ursprünglich ins Auge gefassten Ausweichtermin des Backnanger Straßenfestes Mitte September müssen wir wohl auch Abstand nehmen. Das 50. Backnanger Straßenfest können wir wohl erst im Jahr 2021 feiern.

Eine Absage des Backnanger Straßenfestes und vieler, vieler anderer Veranstaltungen führt zu weiteren schmerzlichen Einnahmeverlusten bei unseren Vereinen und insbesondere auch oder gerade auch bei den von der Coronakrise besonders gebeutelten Gastronomen. Ich rege deswegen an, dass wir gemeinsam, dass wir mit vereinten Kräften einen Corona-Hilfsfonds ins Leben rufen „Backnang hält zusammen“, der notleidenden Vereinen, notleidenden Institutionen und notleidenden Kleinunternehmen zugute kommt. Die ersten 1000 Euro zahle ich aus eigener Tasche, auf dass viele weitere Spender folgen. Herzlichen Dank und bleiben Se gsond!“

Gleichzeitig weist das Stadtoberhaupt darauf hin, dass für Spenden die Bürgerstiftung unter der Mailadresse kontakt@buergerstiftung-backnang.de kontaktiert werden könne.

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Erstellt:
26. April 2020, 16:22 Uhr

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