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Kreative Mutmachaktionen für Kinder

Mehrere Kindergärten und Gemeinden haben während der Coronazeit kreative Mitmachspiele für Kinder organisiert

Bunte Steine, hoffnungsvolle Botschaften und kreativ gestaltete Zaunlatten – damit sich Kinder in der Coronazeit nicht alleine fühlen, obwohl sie ihre Freunde nicht sehen können, wurden verschiedene Mitmachaktionen in den Gemeinden der Region gestartet.

Mit bunt bemalten Zaunlatten will die Kirchengemeinde Brüden Hoffnung in Coronazeiten verbreiten. Foto: B. Körner

Mit bunt bemalten Zaunlatten will die Kirchengemeinde Brüden Hoffnung in Coronazeiten verbreiten. Foto: B. Körner

Von Kristin Doberer

BACKNANG/WEISSACH IM TAL. Seit dem 17. März sind alle Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern. Seit über fünf Wochen müssen Kinder also zu Hause bleiben, dürfen ihre Freunde nicht mehr sehen und weder auf den Spielplatz noch zu den Großeltern gehen. Damit die Kinder trotzdem beschäftigt sind und sich in der Coronazeit nicht alleine fühlen, haben Kindergärten, Kirchengemeinden und Familien verschiedene kreative Mitmachaktionen gestartet.

Beliebt ist in den letzten Wochen besonders eine Aktion geworden: In verschiedenen Gemeinden gibt es mittlerweile Ketten von bunt bemalten Steinen, die sich durch die Ortschaften ziehen. Kinder können zu Hause einen Stein bunt anmalen oder mit einer schönen Botschaft versehen und ihn anschließend an die Schlange anlegen.

Eine Steinschlange ist bereits über 45 Meter lang

Eine der wohl längsten Steinschlangen findet sich in Sachsenweiler. Hier wächst die Schlange bunter Steine schon seit einigen Wochen, mittlerweile ist sie bereits über 45 Meter lang. „Es geht auch um das Symbolische“, sagt Sophia Blocher, eine Elternbeirätin des Petruskindergartens in Sachsenweiler. „Das Ziel ist es, durch das gemeinsame Spiel das Gefühl zu vermitteln, nicht alleine zu sein, auch wenn man gerade keine Freunde treffen kann.“ Die Idee zu der Aktion hatte die Elternbeirätin Lisa Ott.

Der Start der Steinschlange ist am Sportplatz in Sachsenweiler, als Ziel haben sich die Verantwortlichen den Kindergarten vorgenommen. Der Weg dorthin ist etwa 150 Meter lang. Bis zum Ziel fehlen also noch einige Steine. „Aber wir sind optimistisch, dass wir das schaffen“, sagt Blocher. „Es sieht ja so aus, als würden die Kinder noch länger zu Hause bleiben müssen.“

Auch sei es den Verantwortlichen wichtig, dass die Aktion nicht nur für die Kinder des Petruskindergartens ist. „Das ist für alle, jeder kann mitmachen“, sagt Blocher. Um die Steinschlange auch für Außenstehende zu erklären, haben die Verantwortlichen beim Startpunkt einen Zettel angebracht, auf dem sie darauf hinweisen, wie es funktioniert. Auch bitten sie darum, dass niemand die bunten Steine wegnehmen soll. Bisher halten sich die meisten daran, statt Steine mitzunehmen kommen immer wieder neue hinzu. Seit dem Start vor etwa vier Wochen wächst die Steinschlange immer weiter. Die Elternbeiräte versuchen so, in Zeiten der Coronakrise schöne Ideen zu finden, um mit den Kindern die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ähnliche Steinschlangen gibt es mittlerweile auch in weiteren Gemeinden der Region. In Backnang hat zum Beispiel der Markuskindergarten eine solche Aktion gestartet und auch in Unterweissach hat eine Familie bereits vor einigen Wochen eine Steinschlange begonnen. Sie befindet sich im Ortsteil Cottenweiler, startet in der Heininger Straße und führt ganz den Feldweg hoch und dann Richtung Sportplatz Unterweissach.

In Brüden sollen Zaunlatten Hoffnung machen

Eine ähnliche Mitmachaktion gibt es für Familien in Brüden. Hier wurde an Ostern ein Hoffnungsweg angelegt. Brüdener Familien haben 50 Zaunlatten farbenfroh gestaltet. Aufgerufen hatte dazu die evangelische Kirchengemeinde Oberbrüden/Unterbrüden. „Im Nu waren die Holzlatten weg“, sagt Pfarrer Bernhard Körner. „Und wir waren sehr gespannt, wie die Holzlatten wieder zurückkommen würden.“ Das Ergebnis hat ihn beeindruckt. Mit Symbolen, Farben, Texten und Zeichnungen gestalteten die Familien die Latten nach dem Motto: „Wir feiern Ostern – Jesus schenkt Hoffnung!“ Die entstandenen Werke seien nicht nur kreativ, sondern auch inspirierend.

Die bunten Zaunlatten wurden nun an zwei Stellen als Hoffnungswege angebracht: einer am Pfarrhaus Oberbrüden am Friedhofsweg und der andere an der Kreuzkirche Unterbrüden am Brückenweg. Nun seien Spaziergänger eingeladen, den Hoffnungsweg auf ihrem Weg einzuplanen. „Ostern ist ein Mutmachfest“, so Körner weiter. „Das Böse hat nicht das letzte Wort, wir Menschen sind nicht zum Pessimismus verurteilt.“

Obwohl die Aktion ursprünglich für Ostern geplant war, können sich jetzt auch diejenigen an der Aktion beteiligen, die keine Zaunlatte mehr bekommen haben. Sie sollen Straßenkreide mitbringen und noch ein persönliches Mutmachbild oder eine inspirierende Botschaft auf den Hoffnungsweg malen beziehungsweise schreiben.

Der Beginn einer Steinkette in Cottenweiler. Foto: N. Huraj

Der Beginn einer Steinkette in Cottenweiler. Foto: N. Huraj

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Erstellt:
29. April 2020, 06:00 Uhr

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