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Landratsamt und DRK: Schutzmasken-Engpass ist überwunden

Material für Alten- und Behindertenpflege kreisweit verteilt – Landrat Sigel: Versorgung ist gewährleistet – DRK koordiniert die Annahme von Materialien

Schutzmasken sind derzeit heiß begehrt. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Schutzmasken sind derzeit heiß begehrt. Foto: T. Sellmaier

WAIBLINGEN/BACKNANG (lra/drk). Eines der brennendsten Themen in der Coronakrise ist die Versorgung mit medizinischer Schutzausrüstung – insbesondere für das Gesundheits- und Pflegesystem. Seit Wochen fehlt es bei medizinischer Schutzausrüstung an allen Ecken und Enden. Knapp geworden sind insbesondere Schutzmasken für das medizinische Personal. Eine Notversorgung für die Rettungsdienste und im Bereich der Alten- und Behindertenpflege konnte der Landkreis trotz erheblicher Engpässe aber bisher sicherstellen.

„Ich bin froh, dass wir das Thema gemeinsam mit Rems-Murr-Kliniken und Rettungsdienst frühzeitig und selbst angegangen sind“, sagt Landrat Richard Sigel. „Dank unserer eigenen Beschaffungen und des Spendenaufrufs an Unternehmen im Rems-Murr-Kreis konnten wir bisher Versorgungssicherheit gewährleisten.“ Im Sinne eines koordinierten Vorgehens ist die gesamte Beschaffung bei den Rems-Murr-Kliniken gebündelt und wird eng mit den Rettungsdiensten und allen Bedarfsgruppen abgestimmt. Die Kliniken leisten mit ihrer Expertise in diesem schwierigen Umfeld einen wichtigen Beitrag. Die Bedarfe wurden kreisweit abgefragt.

Nun startete eine kreisweite Verteilaktion von Schutzmasken für den gesamten Alten- und Pflegebereich. In einem ersten Schritt werden rund 40000 Schutzmasken der ersten Kategorie ausgeliefert, vor oder nach Ostern werden dann auch noch die beschafften FFP-Masken verteilt. Der Landkreis konnte sich in den letzten Wochen mehrfach über die Kliniken mit größeren Mengen an medizinischer Schutzausrüstung eindecken, die auch den Qualitätsanforderungen für den medizinischen Bereich gerecht wird. Gerade dies ist aktuell oft schwierig, denn Angebote gibt es inzwischen viele, aber die Preise und die Qualität sind manchmal fraglich.

„Uns war wichtig, noch vor Ostern an alle Pflegeheime und -dienste ausreichend Schutzmasken auszuliefern. Die Mitarbeitenden in der Pflege arbeiten ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit“, so der Landrat zu der Verteilaktion. Der Landkreis wird auch weiterhin bei dringenden Engpässen nicht nur die Einrichtungen und Dienste, sondern auch den Rettungsdienst und andere systemrelevante Berufsgruppen unkompliziert und schnell unterstützen, wie in den letzten Wochen zahlreich geschehen.

Erfreulich ist, dass auch die Unterstützung des Landes langsam anläuft. Der Rems-Murr-Kreis hat inzwischen drei kleinere Lieferungen vom Land erhalten. „Auch wenn diese noch nicht ausreichen, um den Bedarf der Kliniken, des Rettungsdiensts, der Alten- und Pflegeheime und weiterer Bedarfsgruppen zu decken, so ist auch dies ein Signal, das Mut macht und auf gesicherten Nachschub hoffen lässt“, so der Landrat.

Ganz auf den Nachschub aus dem Ausland will man sich aber nach diesen Erfahrungen nicht mehr verlassen. „Diese Pandemie muss zur Verbesserung vieler Prozesse beitragen, gefährliche Abhängigkeiten und Schwachstellen in den Lieferketten für medizinische Ausrüstung sind erkannt und müssen uns zu einem Umdenken bringen“, so Sigel. Erste Schritte in diese Richtung sind gemacht. Gemeinsam mit einem Backnanger Unternehmen wird derzeit ein Schutzkittel für den OP getestet und auch die Beschaffung von Mundschutz für die Verwaltungen im Landkreis wurde mit diesem regionalen Unternehmen organisiert.

Wie der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes mitteilt, kann man alle Fragen rund um (nicht-medizinischen) Mundschutz an das DRK stellen, und zwar werktäglich in der Zeit von 8 bis 16 Uhr an Birgit Kralisch unter 07151/2002-67 beziehungsweise E-Mail an Beschaffung@drk-rems-murr.de. Birgit Kralisch vermittelt auch die Abgabe und Annahme von selbst hergestellten Schutzmasken, die das DRK je nach Bedarf und Dringlichkeit an weitere Stellen verteilt.

Außerdem koordiniert sie die Annahme von Materialien, die sich zur Herstellung von Schutzmasken eignen. Benötigt werden: Kochbare Stoffe (waschbar bis mindestens 60 Grad. Bestens geeignet sind Bettlaken oder Tischdecken, keine Dekodecken). Sehr gut eignet sich das Material Polyurethan, atmungsaktiv und wasserabweisend. Hilfreich sind auch Gummibänder und Nähfaden.

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Erstellt:
9. April 2020, 06:00 Uhr

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