Maifeste to go

Ein 1. Mai ohne zünftige Wanderung mit Stopps bei einem Fest? In diesem Jahr haben sich einige Vereine so manches einfallen lassen, um die Maiwanderer auf ihrem Weg an Verpflegungsstationen mit Essen und Getränken zu versorgen.

In Erbstetten beim Festplatz: Hier konnten die Besucher sich im Maibaumaufstellen üben.

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten beim Festplatz: Hier konnten die Besucher sich im Maibaumaufstellen üben.

Von Simone Schneider-Seebeck

KIRCHBERG AN DER MURR/BURGSTETTEN/ ASPACH. In Ermangelung anderer Möglichkeiten haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Menschen die Natur wieder für sich entdeckt. Und auch wenn der 1. Mai sich heuer nicht unbedingt durch strahlenden Sonnenschein hervorgetan, sondern eher bedeckt gehalten hat, haben viele Wanderer den Tag genutzt, um die Tradition aufrechtzuerhalten.

Üblicherweise findet am Musikerheim des Kirchberger Musikvereins die sehr gut besuchte Mai-Hocketse statt. Der Verein spielt auf, die Besucher lassen sich die verschiedenen kulinarischen Angebote schmecken. Im letzten Jahr konnte coronabedingt nichts angeboten werden, doch in diesem Jahr sollte wenigstens für gutes Essen gesorgt sein. Bereits dreimal hatte der Verein Essen to go offeriert. Das hat gut funktioniert, daher bot sich diese Möglichkeit auch für den 1. Mai an, wie Ilona Teschke, Kassierin des Musikvereins, erklärt. Bis eine Woche vorher konnte bestellt werden, die Abholung liegt dann in einem festgelegten Zeitfenster. Zudem ist auch für die Wanderer, die spontan vorbeischauen, mit einem Wandervesper gesorgt bei diesem Mai-Zweierlei. „Pünktlich um 11 Uhr ging es los“, so Teschke, das Angebot werde sehr gut angenommen. Die Menschen auf dem Gelände verhalten sich coronakonform, nur kleinere Gruppen sind mit großem Abstand auf dem Gelände verteilt. Am Eingang wird auf die Hygieneregeln hingewiesen, ein Einbahnstraßensystem sorgt für einen reibungslosen Ablauf, zudem tragen die Vereinsmitglieder in der Küche, am Grill und bei der Essensausgabe Masken und am Vorabend war das gesamte Team vom DRK auf Corona getestet worden. „Die Mitglieder freuen sich, dass sie was zu tun haben“, so Ilona Teschke. Nicht nur zahlreiche Kirchberger nehmen das Angebot an, der Parkplatz ist voll, auch von auswärts sind Besucher da wie das Ehepaar Dambold aus Erdmannhausen. „Wir sind auch früher zum richtigen Fest hergekommen“, so der Gatte. „Wir finden es toll, dass es das Angebot gibt, und haben uns sehr auf das Mittagessen gefreut.“ Seine Frau ergänzt: „Es läuft sich leichter, wenn man was zu essen bekommt“, und lacht.

Impressionen vom Maifeiertag

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In Erbstetten beim Festplatz: Junge Besucher beim Maibaumaufstellen
In Erbstetten beim Festplatz: Junge Besucher beim Maibaumaufstellen

© Tobias Sellmaier

Reiner Lelonek (rechts) und Werner Schäfer am Hähnchengrill im Festzelt am Musik...
Reiner Lelonek (rechts) und Werner Schäfer am Hähnchengrill im Festzelt am Musikerheim in Kirchberg

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten beim Festplatz: Reiterin Ulrike Benjamin auf Cayenne
In Erbstetten beim Festplatz: Reiterin Ulrike Benjamin auf Cayenne

© Tobias Sellmaier

Eine der 5 Grillstationen des Musikvereins an den Wanderwegen  in Rietenau, Anna...
Eine der 5 Grillstationen des Musikvereins an den Wanderwegen in Rietenau, Anna-Lena Ulrich und Lukas Ulrich (hinten am Grill).

© Tobias Sellmaier

Das Ehepaar Dambold aus Erdmannhausen vor dem Festzelt am Musikerheim in Kirchbe...
Das Ehepaar Dambold aus Erdmannhausen vor dem Festzelt am Musikerheim in Kirchberg

© Tobias Sellmaier

In Rietenau radeln Armin Hehenberger und Sohnemann an einer der 5 Grillstationen...
In Rietenau radeln Armin Hehenberger und Sohnemann an einer der 5 Grillstationen des Musikvereins vorbei.

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten beim Festplatz: Junge Besucher beim Maibaumaufstellen
In Erbstetten beim Festplatz: Junge Besucher beim Maibaumaufstellen

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten auf dem Festplatz: Geduldig mit Abstand und Maske warten die Besuc...
In Erbstetten auf dem Festplatz: Geduldig mit Abstand und Maske warten die Besucher bei der Essenausgabe.

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten auf dem Festplatz am Schwenkgrill: Vorstand des Musikvereins Haral...
In Erbstetten auf dem Festplatz am Schwenkgrill: Vorstand des Musikvereins Harald Brühmann (links) und Andi Ortmaier.

© Tobias Sellmaier

In Rietenau macht Familie Butters am Waldrand Rast und stärkt sich mit Rote im B...
In Rietenau macht Familie Butters am Waldrand Rast und stärkt sich mit Rote im Brötchen des Musikvereins.

© Tobias Sellmaier

In Erbstetten beim Festplatz: Familien beim Picknick.
In Erbstetten beim Festplatz: Familien beim Picknick.

© Tobias Sellmaier

Eine der 5 Grillstationen des Musikvereins in Rietenau, Anna-Lena Ulrich, Lukas ...
Eine der 5 Grillstationen des Musikvereins in Rietenau, Anna-Lena Ulrich, Lukas Ulrich und Maike Möthe (von links) hatten alle Hände voll zu tun.

© Tobias Sellmaier

Ebenfalls kreativ zeigt sich der Musikverein Burgstetten (MVB). Um die Mittagszeit zieht es zahlreiche Familien, Paare, Spaziergänger mit Hund Richtung Festplatz Erbstetten. Hier können vorbestelltes Essen, Getränke oder Vesper abgeholt werden. Am Eingang liegt eine bunt geschmückte Birke – wer mag, kann den Baum stellen und Aufsicht Marcel Turina vom MVB macht gern ein Foto. Eine kleine Gruppe Jungs schafft das innerhalb kürzester Zeit. Und freut sich wie verrückt, dass das so gut geklappt hat. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern ist aus Affalterbach hergewandert. „Normalerweise spielt hier der Affalterbacher Musikverein“, erklärt der Papa, daher sei es gewissermaßen ein Muss, herzukommen. „Eine schöne Idee!“ Da dieses Mal keine Musik spielt, hat die Familie den musikalischen Beitrag selbst übernommen: „Wir haben dafür Laternenlieder gesungen, die kennen die Kinder auch.“ Drei Wanderwege hat der MVB ausgeschildert, von familienfreundlich bis anspruchsvoll, und entlang der Wege finden sich verschiedene Verpflegungsstationen. „Perfekt organisiert“, so ein Besucher. Mit einem Pferd ist Ulrike Benjamin unterwegs, sehr zur Freude einer Gruppe Kinder. Cayenne lässt sich die Streicheleinheiten gern gefallen. Am Schaukelgrill achtet der Vorstand Harald Brühmann zusammen mit Andi Ortmaier darauf, dass der Schaukelbraten genau richtig wird. Da das traditionelle Maifest nun schon zum zweiten Mal nicht stattfinden kann, habe man sich die Alternative „Maifest to go“ überlegt. „Das ist super angenommen worden“, so Brühmann, „wir sind mehr als zufrieden.“ Und er ergänzt: „Es ist wichtig, sich als Verein nach außen zu präsentieren und nach innen die Kameradschaft zu pflegen.“ Auch hier läuft alles vorbildlich ab, die Besucher achten auf die ausgeschilderten Coronaregelungen, Abstände werden eingehalten und wo nötig trägt man Maske. Doch diese Einschränkungen tun der guten Stimmung keinen Abbruch. Wirtschaftsführerin Hilde Schneider: „Man hat nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft.“

„Maifest mal anders“ – unter diesem Motto bietet der Musikverein Rietenau entlang verschiedener Wanderwege rund um Rietenau Wurst im Brötchen und Getränke an. Ab 11 Uhr haben die Stände geöffnet, um 14.30 Uhr geht das Essen langsam aus. Auf einer Karte auf der Homepage des Vereins sind die verschiedenen Stationen gut markiert. Geduldig stehen die Wanderlustigen mit Abstand und Maske an und freuen sich auf eine schön knusprig gegrillte Rote. Eine Familie mit zwei Kindern hat es sich am Waldrand gemütlich gemacht. Aus Aspach sind die vier mit einem Abstecher auf einen Spielplatz hergewandert. Ein großer Strauß gelber Blumen leuchtet aus einer Seitentasche des Rucksacks. „Schön, wenn man sich was einfallen lässt, wie man das zu einem besonderen Tag machen kann“, so Vater Butters. Nicht nur die Wanderer, auch das Grillteam an der Waldstation ist zufrieden. „Da coronabedingt kein Fest möglich ist, ist das eine tolle Idee“, so Klaus-Dieter, der am Grill steht. „Wie man sieht, wird es gut angenommen.“ Schon dreimal wurde nachgeliefert, aber nun liegen die letzten Würste auf dem Rost. Auch bei den Kollegen am Stand entlang eines Feldwegs gehen die Vorräte zur Neige. Anna-Lena Ulrich, Lukas Ulrich und Maike Möthe weisen auf den leeren Brotkorb. „Es waren viele Leute da.“ Und jeder habe sich an das Hygienekonzept gehalten, das am Stand ausliegt, so Anna-Lena Ulrich: „Zum Essen sind alle ein Stück weggegangen, beim Anstehen hat jeder die Maske getragen.“ Wie auch bei den anderen Festen waren hier die Erfahrungen durchweg positiv, ganz ohne unschöne Szenen. Und selbst das Wetter hat noch ein Auge zugedrückt und ab und zu einen Sonnenstrahl hinabgeschickt.

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Erstellt:
3. Mai 2021, 16:00 Uhr

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