Mobile Testeinheit für Pflegeheime

Das Landratsamt Rems-Murr und das Deutsche Rote Kreuz überbrücken die Zeit, bis alle Einrichtungen das Material haben, um selbst auf das Coronavirus testen zu können.

Beim Start der mobilen Testeinheit (von links): DRK-Geschäftsführer Sven Knödler, Gerhard Holzwarth (Landratsamt), Timon Boeddinghaus (Helfer DRK), Kreis-Sozialdezernentin Stefanie Böhm und Jörg Behrens, Projektleiter Schnelltestzentrum beim DRK. Foto: DRK Rems-Murr

© DRK Rems-Murr

Beim Start der mobilen Testeinheit (von links): DRK-Geschäftsführer Sven Knödler, Gerhard Holzwarth (Landratsamt), Timon Boeddinghaus (Helfer DRK), Kreis-Sozialdezernentin Stefanie Böhm und Jörg Behrens, Projektleiter Schnelltestzentrum beim DRK. Foto: DRK Rems-Murr

WINNENDEN (pm). Die Coronalage ist weiter angespannt und auch in den Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe mehren sich die Infektionsfälle. Auch die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstorbenen nimmt weiter zu. Deshalb rückt vom Schnelltestzentrum des Gesundheitsamts ab sofort auch eine mobile Testeinheit aus. Jeweils ein Mitarbeiter des Landkreises und ein medizinisch ausgebildeter Mitarbeiter des DRK fahren Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe an und testen direkt vor Ort asymptomatische Mitarbeiter.

„Wir stehen seit Beginn der Pandemie mit den Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe im engen Kontakt und fragen regelmäßig die Bedarfe ab“, betont Sozialdezernentin Stefanie Böhm. „Aktuell haben wir rund 400 Personen auf unserer Liste, die einen Schnelltest benötigen. In einer ersten Runde bis Ende kommender Woche sollen acht Einrichtungen versorgt werden – darunter auch ambulante Dienste.“

Die Kreisverwaltung will somit Lücken schließen.

Landrat Richard Sigel sagt: „Eine der zentralen Erkenntnisse aus der ersten Welle war, wie wichtig es ist, die Bewohner der Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe sowie die Mitarbeiter dort vor Infektionen zu schützen. Deshalb unterstützen wir jetzt mit Coronaschnelltests, ähnlich wie wir es in der ersten Welle der Pandemie teils bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung gemacht haben. Unser Einsatz soll als Überbrückung dienen, bis sich alle Einrichtungen auf die Vorgaben der neuen Testverordnung des Bundes vom 14. Oktober 2020 eingerichtet haben und selbst über genügend Material verfügen, um die Testungen selbst durchführen können.“ Sigel betont: „Wir sehen unsere Aufgabe darin, zu unterstützen und bestehende Lücken zu schließen.“ Vergangene Woche habe man der Diakonie Stetten mit 1000 Schnelltests ausgeholfen.

„Unsere Ehrenamtlichen leisten bereits im Corona-Schnelltestzentrum einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der unmittelbaren Folgen der Pandemie. Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis in kurzer Zeit zusätzlich diese mobile Testeinheit etablieren konnten“, stellt Jörg Behrens fest, zuständiger Projektleiter beim DRK. „Ziel ist es, mögliche Infektionen frühzeitig in den Einrichtungen zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern. Dadurch schützen wir nicht nur das Personal, sondern vor allem die Bewohner der Alten- und Pflegeheime“, erläutert DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler. Bereits am ersten Tag der mobilen Testeinheit wurde in einer Einrichtung eine Mitarbeiterin positiv getestet.

So funktioniert das Mobile Testverfahren

Das Landratsamt übernimmt die Organisation der Touren. Die Rems-Murr-Kliniken stellen das Material und die EDV zur Verfügung. Technisches Equipment ist an Bord, dazu die Antigentestkits, Schutzausrüstung und Desinfektionsmaterial. In der entsprechenden Einrichtung wird kurzfristig die technische und medizinische Infrastruktur geschaffen, um zügig und sicher Tests durchführen zu können.

Wie auch im Corona-Testzentrum am Klinikum Winnenden übernimmt ein Mitarbeiter des Landratsamts die Registrierung und Dokumentation der Betroffenen. Die Mitarbeiter des DRK nehmen die Tests ab. Nach jedem Test wird entsprechend den Hygienestandards desinfiziert. Innerhalb kürzester Zeit wird den Betroffenen das Testergebnis übermittelt.

Seit dem Start des Schnelltestzentrums für Schulen und Kitas am 9. November ist der Bedarf nach wie vor sehr hoch. Angesichts der vielen Fälle in Schulen und Kitas werden aktuell rund 200 Tests pro Tag benötigt. Deshalb hat der Rems-Murr-Kreis gemeinsam mit dem DRK die Kapazitäten verdoppelt: Während zu Beginn 96 Tests pro Tag gemacht werden konnten, so sind es nun 190 pro Tag. Dafür werden die Öffnungszeiten erweitert: Diese sind ab sofort von 7.30 bis 20 Uhr, auch samstags und sonntags. Außerdem wurde die Taktung erhöht: Inzwischen werden statt zehn Minuten nur noch sieben pro Test benötigt.

Zum Artikel

Erstellt:
21. November 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Corona

Küchenerlebnisse in Coronazeiten

Das Pandemiegeschehen im Schatten des Virus sorgt weltweit und in allen Lebensbereichen für Veränderungen und zumeist für Einschränkungen. Für Margit Schüle aus Althütte ist es aber auch eine Gelegenheit, einige Dinge wiederzuentdecken.

Corona

Mobile Testeinheit für Pflegeheime

Das Landratsamt Rems-Murr und das Deutsche Rote Kreuz überbrücken die Zeit, bis alle Einrichtungen das Material haben, um selbst auf das Coronavirus testen zu können.