Notbremse gilt ab heute im Rems-Murr-Kreis

Die Lage in den Rems-Murr-Kliniken ist zwar angespannt, die medizinische Versorgung ist aber weiter sichergestellt.

Notbremse gilt ab heute im Rems-Murr-Kreis

WAIBLINGEN (lra/dob). Nachdem die Bundesnotbremse beschlossen wurde, stellte der Rems-Murr-Kreis gestern Nachmittag offiziell fest, dass der Schwellenwert bereits an mehr als drei Tagen in Folge überschritten wurde. Dadurch gilt die Bundesnotbremse im Kreis schon ab heute, die Schulen und Kitas müssen ab Montag auf Fernunterricht und Notbetreuung umstellen. Insgesamt ist die Inzidenz im Kreis in den vergangenen Wochen stetig gestiegen. Landrat Richard Sigel hatte angesichts dieser Zahlen bereits am Donnerstagnachmittag die Schulen, Kitas und Tageseltern sowie die Städte und Gemeinden in einem Schreiben vorgewarnt, dass es zu einer Schließung der Schulen und Kitas kommen wird.

Auch die Corona-Lage in den Rems-Murr-Kliniken wird zunehmend angespannt. So äußerten sich in einem aktuellen Youtube-Video der Rems-Murr-Kliniken unter anderem Andreas Jeron, Chefarzt der Kardiologie und der Intensivstation: „Wir sehen anhand der Entwicklung der Corona-Fallzahlen und der Belegung unserer Infektionsstation sowie der Intensivstation, dass die Lage sich zunehmend verschärft“, so Jeron. „Der Flaschenhals bei der Patientenversorgung ist dabei das Personal und nicht die Beatmungsplätze.“ Dies bestätigte Jutta Franz, Ärztin auf der Intensivstation und stellvertretende Leiterin des Corona-Therapie-Teams am Rems-Murr-Klinikum Winnenden. „Insbesondere die Patienten, die eine Beatmung brauchen, haben deutlich zugenommen. Das ist eine außerordentliche Mehrbelastung für unser Pflegepersonal, welches bereits seit November sowohl beruflich als auch privat sehr stark in Anspruch genommen wird“, so die Leitende Ärztin der konservativen Intensivmedizin. „Auch der Altersdurchschnitt ist auf Ende 50 bis Mitte 60 gesunken. Diese Altersgruppe liegt deutlich länger auf der Intensivstation.“

In dem Youtube-Video erläutern auch Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken und der Chefarzt der Notaufnahme, Torsten Ade, die aktuelle Situation: „Wir sehen momentan eine Stabilisierung der Inzidenz, das nehme ich als leises Signal der Hoffnung“, so Ade. „In den nächsten Wochen werden wir noch einen steigenden Zustrom an Patienten haben. Wir können auch hoffen, dass wir mehr Krankheitsfälle aber weniger Todesfälle sehen, dank der Impfung. Bis in den Juni hinein werden wir sehr wahrscheinlich eine Phase der Beruhigung erleben.“

Marc Nickel betont die Zusammenarbeit zwischen Rems-Murr-Kliniken und Landkreis sowie den umliegenden Kliniken: „Dank der Investitionen und der Rückendeckung durch den Rems-Murr-Kreis und dem Aufsichtsrat konnten wir in den vergangenen Jahren unsere Kapazitäten und unsere medizinische Expertise ausbauen. Nicht zuletzt die Infektionsstation macht es möglich, dass wir ausreichend Kapazitäten haben, um die Menschen im Rems-Murr-Kreis zu versorgen.“

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Erstellt:
24. April 2021, 06:00 Uhr

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