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Wasserspaß erst Mitte Juni?

Freibäder wie das Wonnemar in Backnang (Foto) stehen in den Startlöchern, doch wann sie öffnen dürfen, entscheidet das Land wohl frühestens Ende Mai

Im Corona-Ampelsystem der Landesregierung gilt noch Rotlicht für Freibäder. Im fünfstufigen Stufenplan stehen die Bäder an letzter Stelle. Bezüglich des Öffnungstermins heißt es lapidar: „Derzeit nicht abschätzbar.“ Traditionell hätte das Backnanger Freibad vor zehn Tagen, am 1. Mai, eröffnen sollen. Ricardo Haas hofft jetzt auf Mitte Juni. Im Interview spricht der Centermanager Murrbäder Backnang Wonnemar über seine Sorgen und Erwartungen.

Wasserspaß erst Mitte Juni?

© Alexander Becher

Von Florian Muhl

Zu welchem Termin planen Sie angesichts der aktuellen Situation die Eröffnung?

Für uns ist es sehr schwierig, überhaupt zu planen. Die Entscheidung über den Eröffnungstermin liegt ja nicht in unserer Hand, sondern bei der Landesregierung von Baden-Württemberg. Wir erfahren die neuen Entwicklungen und Lockerungen ebenso aus den Nachrichten, wie alle anderen. Angesichts dessen, dass in einigen Bundesländern schon Konzepte vorliegen, mit denen die Bäder bereits im Mai wieder öffnen können, hoffen wir natürlich, dass dies auch bei uns bald umgesetzt werden kann. Momentan hoffen wir auf einen Freibad-Saisonstart Mitte Juni.

Mit welchen Einschränkungen und/oder Vorsichtsmaßnahmen rechnen Sie für den Start der Badesaison?

Wir rechnen fest damit, dass es Einlassbeschränkungen geben wird. Grundsätzlich befürworten wir diese auch, da eine Begrenzung der Gäste es uns erleichtern wird, die Abstands- und Hygienemaßnahmen zu garantieren. Schließlich steht der Gesundheitsschutz für unsere Gäste und für unsere Mitarbeiter an erster Stelle. Langfristig ist es aber natürlich auch wichtig, dass wir unser Bad wirtschaftlich betreiben können. Denn beschränkte Besucherzahlen reduzieren leider nur die Einnahmen, die Betriebskosten bleiben nahezu identisch.

Gibt es vielleicht eine stufenweise Öffnung des Freibads?

Wir werden auf jeden Fall versuchen, zumindest den Freibadbiergarten zu öffnen, sobald Außengastronomie in Baden-Württemberg wieder erlaubt ist. Der Biergarten wird dann öffentlich zugänglich sein, ohne Eintritt ins Freibad, und wir hoffen auf ein Wiedersehen mit unseren Badegästen und auch auf viele neue Gesichter.

Haben sich die Eintrittspreise im Vergleich zum Vorjahr geändert und wie sehen diese in diesem Jahr aus?

Die Eintrittspreise sollten in dieser Saison gegenüber dem Vorjahr unverändert bleiben. Allerdings müssen wir auch hier abwarten, zu welchen Bedingungen wir wieder öffnen dürfen.

Gibt es für diejenigen, die bereits eine Saisonkarte gekauft haben, wegen der verkürzten Saison Rückzahlungen oder andere Vergünstigungen?

Da der Saisonkartenvorverkauf wie immer bereits im Dezember begonnen hatte, haben wir den Großteil der Saisonkarten bereits vor der Coronakrise zum regulären Preis verkauft. Um Ungleichheiten zu vermeiden, haben wir den Preis auch bisher nicht verändert. Nun wird die Saison in diesem Jahr deutlich kürzer ausfallen, auch wenn wir versuchen werden, die Saison nach Möglichkeit nach hinten zu verlängern. Natürlich möchten wir auf keinen Fall, dass unseren Saisonkarten-Badegästen dadurch ein Nachteil entsteht. Tatsache ist aber auch, dass uns die Coronakrise finanziell in eine sehr schwere Lage gebracht hat. Wir hoffen daher, dass die Badegäste ihrem Freibad auch in diesem schweren Jahr die Treue halten und ihre Saisonkarten behalten. Wir werden jedem, der seine Karte behält, in der nächsten Saison einen anteiligen Rabatt über die entgangenen Badetage gewähren. Konkrete Beträge können wir aber an dieser Stelle leider noch nicht nennen, da wir die Dauer der Saison 2020 ja noch nicht kennen.

Welche Arbeiten wurden während der Winterpause erledigt und welche Arbeiten konnten wegen der Coronakrise zusätzlichen in die Hand genommen werden?

Planmäßig wurden diesen Winter die Rutschen neu aufgearbeitet. Zudem wollen wir diese Saison eine neue Umkleidekabine für die Liegewiese testen, das werden wir auch umsetzen. Natürlich hätten wir während der Schließzeit auch gerne ein paar Dinge erledigt, die aufgrund des durchgängigen Badebetriebs sonst auf der Strecke bleiben. Leider war dies nur in sehr begrenztem Umfang möglich, da wir das Wonnemar-Team – bis auf eine Notbesetzung – in Kurzarbeit schicken mussten. Aber oberste Priorität hat für uns, durch die Krise zu kommen, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Vor diesem Hintergrund war Kurzarbeit für uns die einzige Option.

Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Aspekte in Bezug auf die Coronakrise?

Wir sind uns sicher, dass wir die besonderen Anforderungen, die diese Badesaison mit sich bringen wird, gewachsen sind. Wir haben beispielsweise bereits ein funktionierendes Online-Buchungssystem, mit dem wir Einlassbeschränkungen einhalten könnten, ohne das Wartezeiten entstehen oder wir gar Gäste wegschicken müssen. Die Möglichkeit einer Ansteckung im Chlorwasser wird von Medizinern ausgeschlossen. Unsere Mitarbeiter sind ohnehin Profis, was das die Umsetzung von Hygienevorschriften angeht. Wir fühlen uns daher bestens gerüstet, den Betrieb wieder aufnehmen zu können und die notwendigen Maßnahmen kurzfristig und professionell umzusetzen.

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Ursprünglich hätte das Mineralfreibad in Oppenweiler am gestrigen Sonntag öffnen sollen. Jetzt bleibt der Gemeinde nichts anderes übrig, als die „weiteren Entwicklungen abzuwarten“, sagt Marisa Wüstner. Das Bad ist einsatzbereit, so die Kämmerin, aber sie stellt infrage, „ob Freibäder in der Saison 2020 öffnen können“, denn die Umsetzung und Überwachung von Hygienevorschriften stelle eventuell einen erheblichen Aufwand dar, auch wegen der Desinfektion sowie der Überwachung von Abstandsregeln und der Besucheranzahl.

In Murrhardt war geplant, das Freibad im Trauzenbachtal am 16. Mai zu öffnen. „Aufgrund der aktuellen Lage ist der Eröffnungstermin noch offen“, sagt Armin Mößner. Der Bürgermeister will das angekündigte Konzept der AG Bäder des Sozialministeriums abwarten. „Ich gehe aber Stand heute davon aus, dass diese in Richtung Abstandsgebot und eine deutlich reduzierte Zahl an höchstzulässigen Badegästen beinhalten wird“, so Mößner.

Doppelte Ausnahmesituation in Erbstetten: Neben der Coronapandemie sind auch die umfangreichen Sanierungsarbeiten des Freibads zu bewerkstelligen. Letztere liegen laut Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz im Zeitplan. Wenn alles reibungslos weiterläuft, wäre man damit etwa mit Juni fertig. Ob aber die für Anfang Juli geplante große Einweihungsfeier stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Die neuen Eintrittspreise werden in der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag festgelegt.

Das Sozialministerium informierte die Kommunen wie folgt: „Ein regulärer Badebetrieb ohne Einschränkungen ist in der Badesaison 2020 nicht möglich. Eine Arbeitsgruppe aus Praktikern und Experten soll bis Ende Mai ein Konzept erarbeiten zum Betrieb der Bäder mit den zur Reduktion von Übertragungsrisiken in Bezug auf Coronavirus erforderlichen Einschränkungen. Anfang Juni soll unter Berücksichtigung der epidemiologischen Situation eine Entscheidung getroffen werden, wann eine Inbetriebnahme der Bäder möglich ist. Die Entscheidung zur Öffnung der Bäder liegt dabei in der Verantwortung der öffentlichen Träger.“

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Erstellt:
11. Mai 2020, 06:00 Uhr

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