Zahl der Neuinfektionen erreicht Rekordwert

Auch die 7-Tage-Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist mit 255 so hoch wie noch nie. Die Zahl der Todesfälle steigt an.

Zahl der Neuinfektionen erreicht Rekordwert

© (Sindy Horn)

Rems-Murr. „Bei uns spitzt sich die Lage weiter zu“, hatte Landrat Richard Sigel im Dezember vergangenen Jahres noch gesagt. Der Hintergrund: Die 7-Tage-Inzidenz war den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 200. Gleiches gilt auch derzeit wieder: Die Inzidenz liegt seit mehr als einer Woche über 200 – gestern war sie bei 255, das ist ein Höchststand. Auch die Zahl der registrierten Neuinfektionen im Kreis hat in dieser Woche einen Rekordwert erreicht: Nach 284 neuen Fällen am Mittwoch wurden am Donnerstag sogar 300 Neuinfektionen vermeldet (bereinigte Zahlen). Zum Vergleich: Der Höchstwert der zweiten Welle wurde am 9. Dezember verzeichnet: 236 neue Fälle hatte das Landratsamt damals verzeichnet.

Natürlich sind die Zahlen vom vergangenen Winter nur bedingt mit den aktuellen Werten vergleichbar, schließlich kam die Impfkampagne im Kreis erst im Januar ins Rollen. Inzwischen sind (Stand 24. Oktober) 62 Prozent der Einwohner im Rems-Murr-Kreis vollständig geimpft, 60,5 Prozent haben mindestens eine Impfung erhalten.

Dennoch ist festzustellen: Die Lage wird ernster, die Warnstufe gilt bereits und ausschlaggebende Werte wie die Hospitalisierungsinzidenz und die Zahl der Infizierten auf Intensivstationen steigen weiter. Gestern sind zudem zwei neue Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert worden, Gleiches gilt für den Vortag. Somit liegt die Zahl der Coronatodesopfer im Kreis seit Beginn der Pandemie nun bei 389. In Quarantäne befinden sich kreisweit derzeit 1873 infizierte Personen. Hotspots im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung sind dabei die Gemeinden Spiegelberg, Aspach und Althütte. Zwar scheinen die absoluten Zahlen jeweils nicht allzu hoch, in Relation zu den Einwohnerzahlen ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Mit 17 aktiven Fällen bedeutet dies in Spiegelberg etwa, dass jeder 125. Einwohner Corona hat. In Aspach (56 Fälle) ist es jeder 148. Einwohner, in Althütte (25 Fälle) ist es jeder 170. Einwohner. Am entspanntesten scheint die Lage derweil in Sulzbach an der Murr zu sein: Hier gibt es derzeit nur acht aktive Fälle, das bedeutet: Nur jeder 673. Sulzbacher hat Corona.

Die angespannte Lage zeigt sich beim Blick auf die Situation in den Kreiskliniken. Waren dort vor einigen Wochen noch kaum Coronapatienten in Behandlung, bietet sich nun ein anderes Bild: Die Rems-Murr-Kliniken versorgen nach eigenen Angaben aktuell 33 Covid-19-Patienten, davon werden zehn Patienten auf der Intensivstation versorgt und neun Patienten davon beatmet.

„Aktuell spielt sich das Infektionsgeschehen vor allem in der ungeimpften und nicht immunisierten Bevölkerung ab. Am stärksten betroffen sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0 und 19 Jahren“, teilt das Landesgesundheitsamt mit. Die Anzahl der übermittelten Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg in der Altersgruppe zehn bis 19 von 2925 in der Kalenderwoche 42 auf 4064 in der Kalenderwoche 43 angestiegen. „In der Regel verlaufen Sars-CoV-2-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, anders als bei Erwachsenen, meist mild beziehungsweise asymptomatisch“, so Andrea Panitz, Pressesprecherin des für das Landesgesundheitsamt mit zuständigen Regierungspräsidiums Stuttgart. „In wenigen Fällen kann es jedoch, vor allem bei Vorerkrankungen, zu schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen kommen.“ Mit Stand vom 2. November lagen dem Landesgesundheitsamt Angaben zu insgesamt acht Covid-19-Todesfällen in der Altersgruppe 0 bis 18 vor. In den vergangenen 28 Tagen mussten in dieser Altersgruppe fünf Fälle auf Intensivstation behandelt werden. „Zudem können auch asymptomatisch infizierte Kinder nach einer akuten Coronainfektion die zwar seltene, aber schwere Folgeerkrankung PIMS/MIS-C entwickeln“, sagt Panitz. log/ngr

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Erstellt:
6. November 2021, 06:00 Uhr

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