Staatsoper Stuttgart

Der frühere Generalmusikdirektor Gabriele Ferro ist tot – ein Nachruf

Der Italiener war von 1992 bis 1997 Klaus Zeheleins erster Stuttgart GMD und kehrte später unter Intendant Jossi Wieler für „La Sonnambula“ zurück.

Der Italiener Gabriele Ferro war von 1992 bis 1997 Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart.

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Der Italiener Gabriele Ferro war von 1992 bis 1997 Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart.

Von Jürgen Kanold

Als Klaus Zehelein 1991 an die Württembergische Staatsoper kam und den von Generalintendant Wolfgang Gönnenwein mit einer „Bugwelle“ an Kosten finanzierten Starkult so langsam durch eine intensive „Stuttgarter Dramaturgie“ ablöste, da hieß sein erster Generalmusikdirektor Gabriele Ferro. Ja, der sensibel agierende, hoch musikalische Italiener aus Pescara hatte dann auch am Pult gestanden, als Hans Neuenfels 1994 skandalträchtig die „Meistersinger von Nürnberg“ inszenierte. Der Regisseur unterbrach damals die Generalprobe kurz nach der Ouvertüre und soll dem Dirigenten zugerufen haben: „zu laut!“. Legendär – wobei Neuenfels später sagte, dass dann ein inspirierendes Musizieren bis zur vollkommenen Erschöpfung begonnen habe. Ferro muss einiges mitgemacht haben in jener Zeit, allemal aufgeschlossen in der Zusammenarbeit mit Intendant Zehelein und seinem Team, mit Regisseurin Ruth Berghaus und anderen.

Davon schreibt der aktuelle Intendant der Staatsoper Stuttgart, Viktor Schoner, in seinem Nachruf auf Ferro. Der Dirigent ist am Donnerstag (29. Oktober) im Alter von 88 Jahren verstorben. Auch zitiert Schoner auf der Internetseite der Staatsoper eine Trauerbekundung von Zeheleins damaliger Co-Intendantin Pamela Rosenberg: „Das Zusammenarbeiten mit ihm war immer lebhaft und bereichernd – Gabriele Ferro war eine temperamentvolle und wunderbare Persönlichkeit.“

Ferro hatte in Rom studiert, gastierte an großen internationalen Opernhäusern, war vor seiner Stuttgarter Zeit Chefdirigent beim Orchestra della RAI di Roma. Von 1992 bis 1997 war er GMD in Stuttgart, sehr beliebt; danach setzte Zehelein auf Lothar Zagrosek als Generalmusikdirektor. Ferro war später unter anderem Musikdirektor in Neapel (San Carlo) und Palermo. Und kehrte erfolgreich nach Stuttgart zurück: Jossi Wieler und Sergio Morabito brachten 2012 großartig mit ihm Vincenzo Bellinis „Sonnambula“ auf die Bühne – ein Triumph, auch weil Gabriele Ferro den Belcanto mit dem Staatsorchester als leidenschaftsvolles Kammerspiel zelebrierte. Und 2015 gasstierte er mit einer umjubelten Ausgrabung aus der Frühklassik, Niccolò Jommellis „Berenike, Königin von Armenien“.

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Erstellt:
30. Oktober 2026, 15:28 Uhr

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