2019 jedes vierte Urteil wegen Delikt im Straßenverkehr

dpa/lsw Stuttgart. Im Südwesten sind im vergangenen Jahr etwa 26 800 Frauen und Männer wegen Delikten im Straßenverkehr verurteilt worden. Nach Angaben von Justizminister Guido Wolf (CDU) ist die hohe Zahl vor allem auf verstärkte polizeiliche Kontrollen und Ermittlungen zurückzuführen.

Im Außenspiegel eines Fahrzeuges ist ein zu dicht auffahrender Pkw zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Im Außenspiegel eines Fahrzeuges ist ein zu dicht auffahrender Pkw zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Beinahe jedes vierte Urteil in Strafprozessen an den baden-württembergischen Gerichten war 2019 wegen eines Straßenverkehrsdeliktes ergangen. Das teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, etwa 26 800 Frauen und Männer wurden im Südwesten beispielsweise wegen Trunkenheitsfahrten, Fahren ohne Führerschein oder auch wegen fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr schuldig gesprochen. Insgesamt wurden fast 110 000 Menschen an Amts- und Landgerichten verurteilt.

Insgesamt sei die Zahl der rechtskräftig Verurteilten 2019 innerhalb eines Jahres so stark angestiegen wie seit 1993 nicht mehr, teilte Justizminister Guido Wolf (CDU) der Deutschen Presse-Agentur mit. Mit Blick auf die Delikte im Straßenverkehr sei dies vor allem auf verstärkte polizeiliche Kontrollen und Ermittlungen zurückzuführen. „So bildete die Sicherheit im Straßenverkehr, insbesondere die Prüfung der Verkehrstüchtigkeit im Jahr 2019 einen zentralen Aufgabenschwerpunkt der Polizei, was alleine zu fast 27 000 Anzeigen wegen Fahrens unter Alkohol geführt hat“, hieß es weiter.

Nach Angaben der Statistiker sind Delikte im Straßenverkehr mit einem Anteil von mehr als 24 Prozent die mit Abstand häufigste Straftatengruppe bei den Verurteilungen. Dabei belegen Urteile wegen Trunkenheit im Verkehr ohne verletzte Personen mit 10 225 Fällen einen Spitzenplatz. In über 5700 Fällen wurden Verkehrssünder im vergangenen Jahr verurteilt, weil sie ohne gültigen Führerschein mit einem Kraftfahrzeug gefahren waren. Auch das unerlaubte Entfernen vom Unfallort mit insgesamt 5105 Urteilen und die fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr gehören mit 2946 Richtersprüchen zu den Fällen, die vom Statistischen Landesamt genannt werden.

„Verurteilungen wegen Straßenverkehrsdelikten sind mit einem Anteil von 83,5 Prozent mit deutlichem Abstand von Männern dominiert“, heißt es weiterhin von den Statistikern. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 22 405 Männer und 4432 Frauen wegen Delikten im Straßenverkehr verurteilt worden.

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 13:54 Uhr

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