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24-Jähriger wegen Mordes an seiner Ex-Freundin vor Gericht

dpa/lsw Baden-Baden. Sie hatte sich von ihm getrennt, wollte nur noch ihre Sachen holen, so war es ausgemacht. Aber ihr Ex-Freund soll die Gelegenheit genutzt haben, die junge Frau anzugreifen und mit bloßen Händen zu erwürgen. Der Angeklagte sagt dazu nichts.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv

Zu Beginn des Prozesses um den Mord an seiner Ex-Freundin hat der Angeklagte geschwiegen. Der 24-Jährige äußerte sich am Montag vor dem Landgericht Baden-Baden weder zur Person noch zur Sache. Dem Landwirt wird vorgeworfen, die 20 Jahre alte Frau Ende September vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Bühlertal (Kreis Rastatt) erwürgt zu haben.

Den Prozess verfolgte der schmale, sehr blass und schüchtern aussehende Mann nur aus den Augenwinkeln und mit fast immer tief gesenktem Kopf. Der Anklage zufolge soll er die junge Frau unter dem Vorwand, sie solle ihre Sachen noch abholen, in seine Wohnung gelockt haben. Danach habe er die arglose Frau sofort angegriffen und minutenlang gewürgt. Sie starb noch am Tatort.

Die Verhandlung war nur Minuten nach dem Beginn unterbrochen und erst eine Stunde später mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt worden. Unter anderem äußerte sich eine Nachbarin, die den Angeklagten von Kindesbeinen an kannte. Die ausgebildete Rettungssanitäterin, die von der Schwester des Angeklagten an den Tatort gerufen worden war, hatte neben der Schwester versucht, die junge Frau wiederzubeleben. Parallel dazu war bereits die Polizei alarmiert worden, die wenig später hinzukam. Der junge Mann habe geweint und fix und fertig gewirkt, sagte die Nachbarin. Auf gar keinen Fall sei er vom Wesen her aggressiv gewesen - „eher im Gegenteil“.

Ein Polizeibeamter schilderte, wie er die Leiche der jungen Frau am Tatort am Boden liegend vorgefunden hatte. Der mutmaßliche Täter habe auf dem Sofa gesessen, die Hände vor dem Gesicht, abwesend wirkend und mit Kratzwunden auf der Nase und den Unterarmen. Kurz vor der tödlichen Attacke hatte sich die junge Frau von dem Verdächtigen getrennt. Sie wollte nur noch ihre Sachen holen.

Das Publikumsinteresse war ungewöhnlich groß: Vor dem Einlass in den Verhandlungssaal hatten die Zuschauer Schlange gestanden. Der Saal war zum Prozessauftakt bis auf den letzten Platz besetzt; einige Zuschauer wurden mangels Sitzgelegenheit wieder weggeschickt.

Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt sind 16 Zeugen geladen sowie eine Sachverständige. Ein Urteil könnte am 27. März fallen. (Az.: 1 Ks 300 Js 13400/19)

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Erstellt:
9. März 2020, 14:31 Uhr

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