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29 Kandidaten für Bürgermeisterwahl in Bad Herrenalb

dpa/lsw Bad Herrenalb. Alle wollen Bürgermeister von Bad Herrenalb werden? Nicht alle, aber ziemlich viele. Gleich 29 Kandidaten sind für die Wahl in der kleinen Stadt zugelassen. Dahinter steckt eine Satire-Partei, die für Bad Herrenalb nach eigenem Bekunden nur das Beste will.

Blick auf den Rathausplatz in Bad Herrenalb. Foto: Uli Deck/Archivbild

Blick auf den Rathausplatz in Bad Herrenalb. Foto: Uli Deck/Archivbild

Skurrile Situation in Bad Herrenalb: Für die Wahl zum Bürgermeister der kleinen Stadt im Landkreis Calw sind sage und schreibe 29 Kandidaten zugelassen. „Wir wundern uns sehr, denn das ist eine außergewöhnlich hohe Zahl“, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag nach dem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss vom Vorabend. Zuerst hatten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichtet.

Offenbar hätten sich auch Menschen aus dem Umfeld der Satire-Partei „Die Partei“ beworben - „das haben einige zumindest in die Bewerbung geschrieben oder auch auf Facebook gepostet“, sagte der Sprecher. Max Braun, Vorstand von „Die Partei Karlsruhe“ und gleichzeitig auch deren Sprecher, bestätigte dies. Etwa zwei Dutzend der 29 Kandidaten entstammten der Partei oder deren Umkreis. Keiner habe seinen Wohnsitz jedoch in Bad Herrenalb; viele kommen aus so entfernten Orten wie Köln, Berlin, Bremen oder Wilhelmshaven.

„Das war schon eine Art konzertierte Aktion hier im Land, die dann auch bundesweit Anhänger gefunden hat“, sagte Braun. „Das ist eben so passiert und wurde zum Selbstläufer.“ Man habe der Gemeinde damit etwas Gutes tun wollen, nachdem sie „in den letzten Jahren nicht gerade vom Glück verfolgt war“. Als Beispiel nannte er die Entscheidung des Landtags Ende 2018, dem Städtchen den Wechsel vom Kreis Calw in den benachbarten Kreis Karlsruhe zu verweigern. Eine knappe Mehrheit der Calwer hatte zuvor in einem nicht bindenden Bürgerentscheid für den Wechsel plädiert.

Außerdem wolle man mit der Aktion ein Zeichen dagegen setzen, dass Bewerber für kommunale Ämter oftmals gar nicht ihren Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde hätten. „Und das finden wir nicht gut.“ Bürgermeisterkandidat Jörg Lesser, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Karlsruhe von „Die Partei“, sagte: „Meine Kandidatur ist ernsthaft gemeint, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer so scheint.“

Ob alle Kandidaten auch zu den Vorstellrunden auftauchen, ist laut Stadtsprecher jedoch fraglich - und es könnte dann zur Geduldsprobe für die Zuhörer werden. Denn jeder Bewerber hat theoretisch 15 Minuten Redezeit. Die Gemeinde habe daher bis zu diesem Mittwoch um Rückmeldungen gebeten, wer sich den Fragen der Bürger tatsächlich stellt. Sollten sich sehr viele für die erste Runde am 30. September ankündigen, könnte der Gemeinderat zuvor auch eine Verkürzung der Redezeit beschließen.

Die Gemeinde sieht den Rummel pragmatisch. Dass sich Kandidaten aufstellen lassen, sei ein demokratisches Grundrecht. „Für uns bedeutet es zwar verwaltungstechnisch einen höheren Aufwand“, sagte der Stadtsprecher. Aber: „Wir profitieren durchaus von dieser Werbung für unsere schöne Stadt.“

Auch Braun zeigte sich sehr zufrieden. Bad Herrenalb sei in den positiven Schlagzeilen - und außerdem: „In Zeiten, in denen Politiker Satire machen, braucht man Satiriker, die Politik machen.“ Gewählt wird übrigens am 20. Oktober.

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Erstellt:
24. September 2019, 14:31 Uhr

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