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379 Euro für Weihnachtspräsente: „Begeisterung auslösen“

dpa/lsw Stuttgart. Die Konjunktur schwächelt - doch das interessiert die Menschen in Baden-Württemberg mit Blick auf die Weihnachtseinkäufe laut einer Studie herzlich wenig. Der Ansturm auf Geschenke nimmt weiter zu.

Eine goldene Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Eine goldene Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Die Menschen im Südwesten wollen einer Studie zufolge in diesem Jahr im Schnitt 379 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Bei 16- bis 25-Jährigen seien es durchschnittlich 193 Euro und bei über 75-Jährigen sogar 608 Euro, hieß es in einer am Donnerstag vorgestellten Erhebung des Handelsverbands Baden-Württemberg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg weiter. Besonders in Kauflaune seien auch dieses Jahr Frauen. Eine von fünf Frauen aus dem Südwesten plane sogar, zu Weihnachten mehr als zehn Menschen aus ihrem Umfeld mit Präsenten zu überraschen.

Handelsverbands-Präsident Hermann Hutter sagte, trotz des konjunkturellen Abschwungs seien die Kauflaune groß und die allgemeine Stimmung gut. Noch gebe es keine Wirtschaftskrise, noch herrsche im Bundesland nahezu Vollbeschäftigung. Zudem hätten viele Menschen in den vergangenen Jahren nennenswerte Lohnzuwächse verzeichnet. Die äußerst geringen Zinsen, die bei den Banken für Erspartes zu bekommen seien, erhöhten die Bereitschaft nochmals, Geld vom Konto jetzt zu investieren - etwa in Weihnachtsgeschenke. „Wir werden ein gutes Weihnachtsgeschäft bekommen.“

Jeder fünfte Befragte gab der Studie zufolge an, dieses Jahr zu Weihnachten mehr Geld ausgeben zu wollen als 2018. Hutter sagte, die Nachfrage nach teureren Präsenten steige. „An den Geschenken wird nicht gespart, die Leute wollen etwas Schönes schenken und Begeisterung auslösen.“ Verbands-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann kommentierte: „Dass die Menschen an Weihnachten nicht ganz so preissensibel sind, ist keine Überraschung. Überraschender ist, dass doch sehr viel Geld ausgegeben wird.“

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte zu der Studie, die Zahlen seien erfreulich. In Zeiten der konjunkturellen Abkühlung in den industriellen Kernbranchen Baden-Württembergs erweise sich der Einzelhandel als Stabilitätsanker.

Jeder Vierte äußerte, zu Weihnachten Geld verschenken zu wollen; noch größer ist der Anteil jener, die ihre Liebsten mit Gutscheinen überraschen wollen (39 Prozent). Mit Blick auf konkrete Produkte gaben 57 Prozent der Befragten an, Weihnachtspräsente aus dem Bereich Kosmetik, Parfüm und Körperpflege kaufen zu wollen. Das ist der Spitzenwert. Fast ebenso viele Menschen aus dem Südwesten planen den Erwerb von Schokolade und Pralinen (55 Prozent). Dahinter folgen die Segmente Wein/Spirituosen (45 Prozent), Bücher/Schreibwaren (43 Prozent) und Spielwaren (37 Prozent). Nur etwas mehr als jeder Dritte (36 Prozent) will Kleidungsartikel verschenken.

Dass ausgerechnet Parfüms und Kosmetikartikel die Rangliste anführen, ist aus Hutters Sicht auch auf die Einfallslosigkeit vieler Männer zurückzuführen. „Es gibt manche Verbraucher, für die es eine Last ist, an Weihnachten ein Geschenk zu besorgen“, sagte er. „Manche Männer machen es sich einfach und schenken ein Parfüm, da muss man nicht so viel nachdenken.“ Kosmetika und Pralinen seien in anderen Fällen häufig keine Hauptgeschenke, sondern lediglich Zugabeartikel zu größeren Präsenten.

Was auffällt: Männer sind laut Studie nicht nur bei weitem nicht so eifrig beim Einkaufen unterwegs wie Frauen, sondern auch rein zeitlich wesentlich später dran. Fast die Hälfte der Männer aus dem Südwesten (46 Prozent) erledigt die Weihnachtseinkäufe erst in der Woche vor Heiligabend. Geschlechterübergreifend wird das meiste Geld für Weihnachtsgeschenke weiter im stationären Einzelhandel ausgegeben. 68 Prozent des Budgets der Befragten werde in klassischen Geschäften investiert und nur 32 Prozent in Onlineshops, hieß es.

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Erstellt:
7. November 2019, 16:04 Uhr

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