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406 Autos in der ersten Woche geblitzt

Messsäule an der B14 Höhe Lerchenäcker ist in Betrieb – Backnangs Ordnungsamtsleiterin Blumer verspricht sich mehr Sicherheit

In der ersten Woche nach der Inbetriebnahme hat der halb stationäre Blitzer an der B14 auf Höhe des Industriegebiets Lerchenäcker bereits 406 Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgezeichnet. Der schnellste Fahrer, der hierbei abgelichtet wurde und demnächst amtliche Post bekommt, rauschte mit 122 Stundenkilometern durch den Streckenabschnitt am Westrand von Backnang, auf dem die Höchstgeschwindigkeit auf 70 Kilometern pro Stunde begrenzt ist.

Der kurze vierspurige Abschnitt beim Wasserturm war bislang ein Unfallschwerpunkt. Nun wird dort die Geschwindigkeit überwacht.Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der kurze vierspurige Abschnitt beim Wasserturm war bislang ein Unfallschwerpunkt. Nun wird dort die Geschwindigkeit überwacht.Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG.In Waiblingen stehen sie am Rande der B14, an der B10 Richtung Esslingen am Neckar gleich im Viererpack und rund ums Stuttgarter Neckartor sind sie fast schon legendär: die Blitzersäulen. Nur Backnang glänzte bisher als weißer Fleck, ein Eldorado für Verkehrsteilnehmer, die es mit der Geschwindigkeit nicht so genau nehmen. Das hat jetzt ein Ende. Zwar wurde bislang die Geschwindigkeit auch im Raum Backnang mit mobilen Radar- und Lasergeräten überprüft, eine stationäre Anlage gab es aber bislang nicht. Bislang wohlgemerkt. Seit Montag vergangener Woche ist die Blitzersäule an der B14 auf Höhe des interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiets Lerchenäcker scharf. Zumindest phasenweise. Denn in der Stele verrichtet ein Gerät seine Arbeit, das auch ohne Probleme mobil eingesetzt werden kann.

In der ersten Woche jedoch war es in der Metallsäule neben der Bundesstraße eingeschlossen und überwachte die Geschwindigkeit des Verkehrs. Und das nicht zu knapp. Exakt 406-mal löste der Fotoapparat aus und wird mit Sicherheit die Aufnahme von manch verdutztem Fahrzeuglenker liefern.

Der bisherige Rekordhalter bretterte mit 122 Sachen am Blitzer vorbei

Die Geschwindigkeit ist an dieser Stelle unmittelbar an der Ein- und Ausfahrt ins Industriegebiet auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzt. Scharf gestellt wurde die Anlage am 26. November. Schon drei Tage später knackte ein Verkehrssünder die 120-Stundenkilometer-Marke. Der bisherige Rekordhalter mit 122 Stundenkilometern raste am 1. Dezember an der Anlage vorbei, zwei Tage später brachte es ein flotter Fahrer auf 116 Stundenkilometer. Das sind alles Überschreitungen, bei denen die Fahrer in nächster Zeit zu Fuß unterwegs sein werden.

Für Gisela Blumer, die Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts Backnang, ist die Kontrolle der Geschwindigkeit an diesem Unfallschwerpunkt eine gute Sache: „Die Notwendigkeit zeigt sich bereits nach einer Woche in Anbetracht der hohen Geschwindigkeiten, die hier gemessen wurden.“ Die Amtsleiterin verweist auf Untersuchungen, dass im direkten Umfeld solcher Blitzersäulen vorsichtiger gefahren wird. Sie ist sich gewiss, dass sich die Fahrweise der Verkehrsteilnehmer dadurch grundsätzlich nicht ändert. „Aber im direkten Umfeld der Stelen sinkt die Unfallgefahr. Zwar nur punktuell, aber immerhin. Die Blitzersäule wird mit Sicherheit auch einen Beitrag zur Prävention leisten, alleine schon durch ihre Anwesenheit.“

Die Blitzeranlage der Eso GmbH hat im Vergleich zu den anderen Säulen die Besonderheit, dass die Messanlage entnommen und mobil eingesetzt werden kann. Wenn aber das zuständige Personal andere Aufgaben wahrzunehmen hat, dann wird das Gerät in die Stele gestellt und eingeschlossen und überwacht ohne Zutun den Verkehr. Die Gefahr, dass ein ertappter Raser die Stele aufbricht und das Gerät entwendet, dürfte gering sein. Und wenn doch, so darf sich der Dieb auf ein weiteres Foto freuen. Denn sobald jemand in krimineller Absicht Hand an die Säule legt und diese mutwillig zerstört, löst die Kamera ebenfalls aus und übermittelt die Aufnahme sofort online. Ursprünglich sollte der Blitzer vor über einem Jahr seinen Betrieb aufnehmen. Aber es kam zu Lieferengpässen beim Hersteller. Der hat nun zum Ausgleich für die Verzögerung das neueste von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt freigegebene Modell geliefert.

Info
Fahrverbote kann es ab 26 km/h Überschreitung geben
Die Straßenverkehrsordnung legt folgende Strafen bei folgenden Geschwindigkeitsüberschreitungen pro Stunde außerhalb von geschlossenen Ortschaften fest. Bei Überschreitungen zwischen 26 und 40 Stundenkilometern gibt es ein Fahrverbot in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt: bis 10 km/h10 Euro 11–15 km/h20 Euro 16–20 km/h30 Euro 21–25 km/h70 Euro/1 Punkt 26–30 km/h80 Euro/1Punkt/1 Monat 31–40 km/h120 Euro/1Punkt/1 Monat 41–50 km/h160 Euro/2 Punkte/1 Monat 51–60 km/h240 Euro/2 Punkte/1 Monat 61–70 km/h440 Euro/2 Punkte/2 Monate über 70 km/h600 Euro/2 Punkte/3 Monate Zur Einrichtung der Stele/Wechselmessstelle sind folgende Kosten angefallen: – Stele 22000 Euro – Stromanschluss 830 Euro – Stromleitungen 1660 Euro – Tiefbauarbeiten 7340 Euro – Leitplanke zum Schutz 10900 Euro – Funktionstest 630 Euro – Aufbau 550 Euro – Gesamtkosten: etwa 44000 Euro

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Erstellt:
6. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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