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55-jährige Frau tot aufgefunden

Tatverdächtiger festgenommen

Symbolfoto: AdobeStock/fotofund

© fotofund - stock.adobe.com

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Von Andrea Wüstholz

RUDERSBERG Eine 55-jährige Frau ist in Rudersberg vermutlich von ihrem Lebenspartner getötet worden. Der 52-jährige Tatverdächtige hatte selbst die Polizei informiert. Der Mann liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Er hat sich allem Anschein nach selbst Gewalt angetan. Bisher konnte der Mann laut Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier nicht vernommen werden. Bereits am Dienstagmorgen hatte die Polizei die Frau in einer Wohnung in Rudersberg tot aufgefunden. Sie lebte dort mit ihrem jetzt beschuldigten Lebenspartner zusammen. Nach ersten Erkenntnissen der Kripo ist davon auszugehen, dass der 52-Jährige seine Partnerin getötet hat. Er befindet sich nun in polizeilichem Gewahrsam – diesen kann die Polizei auch in einem Krankenhaus gewährleisten. Ein Richter wird zeitnah entscheiden, ob und wann der Mann in Haft kommt. Das Paar, offenbar beide Deutsche, war der Polizei bisher nicht bekannt; es gibt zumindest nach bisherigen Erkenntnissen keine Anzeigen oder polizeibekannten Vorfälle wegen Gewalt in der Beziehung. Ferner hat die Polizei keinerlei Hinweise, dass eine dritte Person an der Tat beteiligt gewesen sein könnte.

Wann der Beschuldigte aussagen kann und ob er Angaben machen wird, ist offen. Ebenso ist im Moment noch unklar, ob die Staatsanwaltschaft wegen Mordes oder wegen Totschlags Anklage erheben wird. Es sei von einer Beziehungstat auszugehen, bestätigt Rudolf Biehlmaier. Beziehungstaten und Gewalt in Partnerschaften müssen, ohne dass es zynisch gemeint wäre, als alltäglich betrachtet werden: In Deutschland wird statistisch gesehen täglich mehr als einmal pro Stunde eine Frau von ihrem Partner gefährlich körperlich verletzt. 122 Frauen sind bundesweit im Jahr 2018 von ihrem Partner oder früheren Lebensgefährten getötet worden. Dunkelfeldstudien legen nahe, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen ist.

Der jüngste Fall von tödlicher Partnergewalt im Rems-Murr-Kreis liegt acht Monate zurück. Anfang Juli 2019 hat ein damals 30-Jähriger im Streit seine Freundin erwürgt und ihre Leiche an der Rems in Endersbach abgelegt. Der Mann wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt (wir berichteten).

Partnergewalt kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor, heißt es in einer Analyse des Polizeipräsidiums Aalen. Gründe gibt es viele: Unterschiedliche Wert- und Rollenvorstellungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, aber auch Arbeitslosigkeit, Armut und Verzweiflung – und „Boshaftigkeit bis Hass“.

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Erstellt:
4. März 2020, 15:36 Uhr

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