5,7 Millionen Euro für den Breitbandausbau

Fördergelder fließen in den Rems-Murr-Kreis, davon profitieren 13 Kommunen. Die Zahl der Glasfaseranschlüsse wächst rasant.

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Rems-Murr. 62 Breitbandprojekte von 53 Antragsstellern in Baden-Württemberg werden mit insgesamt mehr als 26 Millionen Euro gefördert. Das teilten das Innenministerium und der Landkreis Rems-Murr gestern mit. Mit Glasfaseranschlüssen bis ins Gebäude profitieren über 6000 Teilnehmer, davon knapp 100 Schulen und über 500 Gewerbebetriebe in der Metropolregion Stuttgart. Von den 26 Millionen Euro Landesförderung, die Digitalisierungsminister Thomas Strobl für die Kreise Esslingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Rems-Murr bereit hält, entfallen rund 22 Prozent auf den Rems-Murr-Kreis. Damit ist ein weiterer konsequenter Ausbau des Glasfasernetzes im Kreis gesichert.

„Es ist gut und wichtig, dass im Rems-Murr-Kreis jetzt 13 Städte und Gemeinden Fördergelder in Höhe von über 5,7 Millionen Euro vom Land bekommen. Gemeinsam mit weiteren Fördergeldern des Bundes können jetzt Schulen, eine Klinik und viele unterversorgte Einzelgebäude ans schnelle Internet angeschlossen werden“, sagt Landrat Richard Sigel über die Förderungen aus Stuttgart und Berlin.

„Es gibt noch viel zu tun beim Thema Breitband, aber im Schulterschluss mit den Kommunen und der Gigabit Region Stuttgart kommen wir voran“, so Landrat Sigel weiter. „In der Region Stuttgart haben wir im Rems-Murr-Kreis den größten Zuwachs an Glasfaseranschlüssen zu verzeichnen – von unter 2000 auf rund 23000. Das ist ein Meilenstein und zeigt: Die Arbeit lohnt sich. Die neuerliche Förderung durch das Land Baden-Württemberg bestätigt, wie wichtig es ist, dass wir uns weiter mit Nachdruck für die Digitalisierung und die dafür nötige Infrastruktur einsetzen.“ Auch der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl merkte bei der Übergabe der Förderbescheide an: „Beim Ausbau des schnellen Internets drücken wir aufs Tempo. Denn wir haben ein ehrgeiziges Ziel: Wir wollen eine flächendeckende gigabitfähige Breitbandinfrastruktur im Land auf den Weg bringen. Der konsequente Breitbandausbau und seine finanzielle Förderung gehören als ganz zentrale Bausteine zur Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Bereits in den vergangenen fünf Jahren konnten wir mehr als 2600 Breitbandprojekte mit insgesamt rund 1,165 Milliarden Euro fördern. Ich freue mich sehr darüber, dass wir daran jetzt unmittelbar anknüpfen können. Nach der Verabschiedung des dritten Nachtragshaushalts für das Jahr 2021 durch den Landtag von Baden-Württemberg starten wir nun auch wieder richtig durch und bewilligen in diesen Tagen insgesamt 339 Förderanträge mit einem Volumen von mehr als 400 Millionen Euro.“

In den großen Kreisstädten Backnang und Weinstadt sowie den Gemeinden Berglen, Burgstetten, Kernen, Korb, Leutenbach, Oppenweiler, Plüderhausen, Remshalden und Rudersberg kommen insgesamt 19 Schulen an eine Fördersumme des Landes in Höhe von jeweils 80000 Euro, zusammen 1,5 Millionen Euro. Für die Medianklinik in Oppenweiler gibt es eine Fördersumme von 80000 Euro. Die restliche Fördersumme in Höhe von 4,1 Millionen Euro gibt es für Alfdorf, Kirchberg an der Murr, Korb, Leutenbach und Rudersberg. In diesen Gemeinden sollen sogenannte weiße Flecken mit einem Datenvolumen unter 30 MBit/s mit einem Glasfaseranschluss versorgt werden.

Der Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr hat bereits in enger Abstimmung mit den Kommunen die Ausschreibungen für den Anschluss der Schulen in allen Kommunen sowie der weißen Flecken in Korb und Alfdorf gestartet. Der Rücklauf ist für Anfang Oktober terminiert. Es folgen dann weitere Ausschreibungen, um auch die restlichen weißen Flecken in den Kreiskommunen zu schließen.

„Baden-Württemberg geht mutig voran, baut die notwendigen Infrastrukturen konsequent aus und achtet dabei stets auf die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in unserem Land. Gemeinsam arbeiten Land, Kreise und Kommunen daran, den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu begegnen und die Digitalisierung weiterhin zu einer Erfolgsgeschichte für das Technologieland Baden-Württemberg zu machen“, so Thomas Strobl.pm

Richard Sigel, Landrat Rems-Murr-Kreis,
über die Fortschritte beim Breitbandausbau „In der Region Stuttgart haben wir im Rems-Murr-Kreis den größten Zuwachs an Glasfaseranschlüssen zu verzeichnen.“
Der Weg zum Fördertopf ist lang

Zweckverband Um die Herausforderungen des Breitbandausbaus zu bewältigen und für schnelles Internet zwischen Rems und Murr zu sorgen, haben sich vor zweieinhalb Jahren 30 der 31 Städte und Gemeinden mit dem Landkreis zusammengeschlossen und den Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr gegründet. Seither unterstützt dieser die Kommunen und koordiniert den Breitbandausbau kreisweit.

Förderung Bis ein Förderantrag gestellt werden kann, gibt es viel zu tun: Es wird ein Markterkundungsverfahren durchgeführt, um festzustellen, welche Anbieter in welchen Gebieten bereits eine Internetversorgung vorhalten. Die Rückmeldungen werden vom Zweckverband ausgewertet und mit den Kommunen abgestimmt. Dabei wird festgestellt, wo sich unterversorgte Gebiete befinden. Für diese kann dann durch den Zweckverband ein Förderantrag beim Bund und beim Land gestellt werden. Wenn alle Rückfragen dazu geklärt sind und die Förderung zugesagt wird, geht es an die Ausschreibung der Baumaßnahmen, um die Glasfaser in die Erde zu bringen.

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Erstellt:
2. September 2021, 16:00 Uhr

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