Eishockey-WM

6:3 gegen Großbritannien: DEB hofft nun auf Lettland-Patzer

Nach dem Pflichtsieg zum Abschluss der WM-Vorrunde beginnt für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft das Bangen um das Viertelfinale. Die Entscheidung fällt am Dienstag.

Alexander Karachun brachte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum Vorrunden-Abschluss in Führung.

© Andreas Becker/Keystone/dpa

Alexander Karachun brachte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum Vorrunden-Abschluss in Führung.

Von Von Tobias Brinkmann, dpa

Zürich - Pflichtsieg gegen Großbritannien, jetzt muss auf eine große Überraschung gehofft werden: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft benötigt weiter Schützenhilfe für den Viertelfinal-Einzug bei der WM in der Schweiz. Durch den 6:3 (3:0, 1:1, 2:2)-Erfolg gegen den bereits als Absteiger feststehenden Briten hat das Team von Bundestrainer Harold Kreis 10 Punkte auf dem Konto. Nur bei einer Niederlage Lettlands am Dienstag (12.20 Uhr) gegen Außenseiter Ungarn würde die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes noch die K.o.-Runde erreichen.

"Es war durchwachsen heute. Die letzten beiden Spiele waren bereits schwierig. Die anderen Ergebnisse machen ja was mit einem", sagte Nationalspieler Frederik Tiffels."Wir würden natürlich gerne weiterkommen, ansonsten wäre das schon eine Enttäuschung."

Wie schon im vergangenen Jahr bei der WM in Dänemark übersteht die deutsche Mannschaft mit großer Wahrscheinlichkeit erneut die Vorrunde nicht. Der schleppend in die WM gestartete Vize-Weltmeister von 2023 lief im Turnierverlauf einer 0:2-Niederlage gegen Lettland hinterher und verpasste auch gegen die biederen US-Amerikaner (3:4 nach Penaltyschießen) wichtige Punkte. Siege gab es nur gegen die Außenseiter. Gegen die Schweiz (1:6) und Finnland (1:3) war das Kreis-Team ohnehin nicht auf Augenhöhe. "Wir haben das Turnier vorher verloren", monierte NHL-Star Moritz Seider.

Norwegen macht es vor

Selten war es bei einer WM einfacher, die K.o.-Runde zu erreichen. Einige Nationen wie die Weltmeister und Olympiasieger USA, Tschechien oder Schweden verzichteten fast komplett auf ihre Starspieler. Daher steht beispielsweise in der Gruppe B Norwegen bereits als Viertelfinal-Teilnehmer fest. In der Deutschland-Gruppe haben Lettland und Österreich noch gute Möglichkeiten auf die nächste Runde.

Immerhin gelang den Deutschen gegen Großbritannien mit dem dritten Sieg in Serie ein versöhnlicher Abschluss der Gruppenphase. Doch passend zum Turnierverlauf konnte die deutsche Mannschaft nicht sofort überzeugen. Absteiger Großbritannien hatte wenig Mühe, die Angriffe der DEB-Auswahl zu unterbinden. 

Auch die erste Überzahl dokumentierte eine der großen Schwächen in der Schweiz. Keine wirkliche Torchance konnte Deutschland im Powerplay gegen die zweitklassigen Briten herausspielen. Es musste eine Einzelleistung von Star-Verteidiger Seider her. Sein perfektes Zuspiel nutzte Alexander Karachun zum 1:0 (14. Minute). Der 31-Jährige wurde in der vergangenen Woche für den verletzten Daniel Fischbuch nachnominiert. 

Doppelschlag innerhalb von 16 Sekunden

Der Treffer brachte den Außenseiter ins Wanken. Noch vor dem Ende des ersten Drittels erhöhten Tiffels (20.) vom deutschen Meister Eisbären Berlin und Münchens Fabio Wagner (20.) innerhalb von 16 Sekunden auf ein klares 3:0. "Wir wollen sie müde spielen", sagte NHL-Stürmer Lukas Reichel bei ProSieben.

Die Briten wirkten zumindest zu Beginn des zweiten Durchgangs verunsichert. Andreas Eder (23.) war mit seinem ersten WM-Tor für den vierten deutschen Treffer verantwortlich. Durch Robert Dowd (25.) kam der Gegner zum 1:4. "Ich freue mich über das Tor, aber es war kein gutes zweites Drittel", sagte Torschütze Eder.

Viele Tore im Schlussdrittel

Den Eindruck aus dem Mitteldurchgang wollte das DEB-Team zumindest schnell entgegenwirken. Joshua Samanski von den Edmonton Oilers traf zum 5:1 (41.). Leon Gawanke (49.) von den Adlern Mannheim sorgte für den sechsten Treffer in einer mittlerweile niveauarmen Partie. Ollie Betteridge (51.) und Robert Lachowicz (55.) konnten für die Briten noch verkürzen. "Über 60 Minuten haben wir den Sieg sicher nach Hause gebracht", sagte Coach Kreis.

Nationalspieler Alexander Karachun trifft bei seinem ersten WM-Auftritt gegen Großbritannien.

© Andreas Becker/Keystone/dpa

Nationalspieler Alexander Karachun trifft bei seinem ersten WM-Auftritt gegen Großbritannien.

Kapitän Moritz Seider hatte viele Szenen in der Offensive.

© Andreas Becker/Keystone/dpa

Kapitän Moritz Seider hatte viele Szenen in der Offensive.

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Erstellt:
25. Mai 2026, 22:50 Uhr
Aktualisiert:
25. Mai 2026, 23:26 Uhr

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