700000 Euro für die Ortskernsanierung

Grünes Licht für die geplanten Investitionen der nächsten vier Jahre gibt’s in Auenwald. Um alle Ausgaben zu schultern, wird die Gemeinde nicht um eine Kreditaufnahme herumkommen. Im Februar wird der Haushaltsplan in den Ausschüssen vorberaten.

Die Sanierung und Umgestaltung der Ortsmitte Oberbrüden wird die Gemeinde noch bis zum Jahr 2023 finanziell belasten. Archivfoto: E. Layher

© Edgar Layher

Die Sanierung und Umgestaltung der Ortsmitte Oberbrüden wird die Gemeinde noch bis zum Jahr 2023 finanziell belasten. Archivfoto: E. Layher

Von Florian Muhl

AUENWALD. Allein 700000 Euro will die Gemeinde Auenwald in diesem Jahr in die Sanierung der Ortsmitte Oberbrüden inklusive Bachverdolung stecken. Im Rahmen des Landessanierungsprogramms (LSP) erhält die Gemeinde allerdings für diese Maßnahmen eine Städtebauförderung in Höhe von 400000 Euro. Das geht aus dem Investitionsprogramm für die Jahre 2021 bis 2024 hervor, das die Kämmerin Claudia Kurz in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt und der Gemeinderat einstimmig abgesegnet hatte.

In diesem Zahlenwerk, das als Grundlage für die Aufstellung des Haushaltsplanentwurfs dient, sind alle Beschaffungen sowie Tief- und Hochbauprojekte enthalten, die bis einschließlich des Jahres 2024 in die Tat umgesetzt werden sollen. Wie Kurz ankündigte, lässt sich das vorliegende Programm aufgrund der derzeitigen Prognosen, auch wegen des unsicheren Pandemiegeschehens, nur durch Darlehensaufnahmen umsetzen. Zudem seien für dieses Jahr nur die wichtigsten Beschaffungs- und Infrastrukturmaßnahmen enthalten, die für die Gemeinde nur mit einer Förderung des Landes oder des Bundes umsetzbar seien. Als Beispiel dafür nannte die Kämmerin den Kauf des Feuerwehrfahrzeugs LF20. Dieses kostet insgesamt 460000 Euro. „Das Land beteiligt sich hier mit einem Zuschuss in Höhe von 92000 Euro“, sagte Kurz. Zudem erhalte die Feuerwehr 1500 Euro für eine Reinigungsmaschine fürs Feuerwehrhaus.

450000 Euro allein in diesem Jahr für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen.

Ein weiterer dicker Brocken ist die Erneuerung der Brücke Hohholzstraße und der Ausbau der Hohholzstraße in Hohnweiler mit jeweils 150000 Euro, also zusammen 300000 Euro in diesem Jahr. Die Kämmerin wies darauf hin, dass beide Maßnahmen nur mit umfangreichen Zuschüssen aus dem Landessanierungsfonds Brücken, dem Ausgleichstock und dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) in Angriff genommen werden könnten.

Hohe Geldbeträge muss Auenwald auch in den Bereich öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) stecken. Der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen ist bis zum Jahr 2022 gesetzlich vorgeschrieben (wir berichteten). Dafür plant die Kämmerin Haushaltsmittel in Höhe von 450000 Euro allein in diesem Jahr ein. Im vergangenen Jahr waren es 150000 Euro, im kommenden Jahr sind’s noch mal 90000. Im Gegenzug werden Zuschussmittel von 171500 Euro (2021) beziehungsweise 50000 Euro (2020) und 37000 Euro (2022) erwartet beziehungsweise wurden bereits gewährt.

Weitere nennenswerte Ausgaben in diesem Jahr werden folgende sein: Der Kindergarten in Hohnweiler soll erweitert werden. Die wesentliche Ausgabe wird zwar erst im kommenden Jahr mit 850000 Euro sein, aber 2021 wird eine erste Rate in Höhe von 150000 Euro im Etat eingeplant. 200000 Euro wird die Gemeinde für den Ausbau der Waldstraße in Däfern im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum ausgeben. Ebenfalls 200000 Euro sind für eine Fahrzeuggarage im Haushaltsplan vorgesehen. Für Gemeinschaftsräume im Gebäude Mühlstraße 3 in Oberbrüden sind 100000 Euro eingestellt. An Zuschüssen für private Baumaßnahmen im Rahmen des Landessanierungsprogramms in Oberbrüden zahlt die Gemeinde 90000 Euro aus. Der Straßenbau im Häfnersweg in Unterbrüden inklusive Kanalbau schlägt mit 190000 Euro zu Buche, der Straßenbau im Kellerweg in Däfern mit 40000 Euro und der Kanalbau in der Waldstraße in Däfern mit 200000 Euro. Weitere Kanalauswechslungen werden wohl ebenfalls 200000 Euro verschlingen. Für die Straßenbeleuchtung wird die Gemeinde 50000 Euro ausgeben und 20000 Euro für die Freizeitanlage Ebersberg.

Der Breitbandausbau in Auenwald macht Fortschritte, wenn man die Ausgaben dafür als Messlatte anlegt. Im vergangenen Jahr wurden dafür 400000 Euro ausgegeben, in diesem Jahr sind 500000 Euro vorgesehen und im kommenden Jahr sogar 650000 Euro. Allerdings erhält die Gemeinde jeweils einen Löwenanteil über die Breitbandförderung des Bundes/Landes wieder zurück, nämlich 360000 Euro (2020) beziehungsweise 450000 (2021) und 585000 Euro (2022).

Für den Grunderwerb im Rahmen von Baulandumlegungen hat die Gemeinde in diesem Jahr 300000 Euro eingeplant. Andererseits winken Einnahmen für den Verkauf von Grundstücken im Gewerbegebiet Hofäcker nördlich des Gewerbegebiets Anwänder in Mittelbrüden in Höhe von 615000 Euro.

Schwerpunkte in den kommenden Jahren neben der bereits erwähnten Kindergartenerweiterung in Hohnweiler werden folgende Maßnahmen sein: die Ortskernsanierung Oberbrüden (1,8 Millionen Euro in 2022 und 2023) und der Ausbau von Straßen in Mittelbrüden (200000 Euro in 2022) sowie 2024 die Umgestaltung des Dorfplatzes Däfern (300000), die Renaturierung des Raisbachs (150000), Ausbau der Straße Am Brenner in Unterbrüden (240000) und Ausbau der Straßen Schönblick/Rainweg in Unterbrüden (155000 Euro).

Nicht zu vergessen die Sanierung der Auenwaldhalle in Unterbrüden, die im kommenden Jahr beginnen soll. Kämmerin Kurz hat im Investitionsprogramm folgende Beträge vorgesehen: rund 370000 Euro im kommenden Jahr sowie in den beiden Folgejahren über 1,5 Millionen beziehungsweise knapp 1,2 Millionen Euro. Jeweils hohe Zuschüsse von Bund und Land werden dafür erwartet.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Januar 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Stadt & Kreis

Ausdrucksstark und in perfektem Tempo

Anna Merklinger gewinnt den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs, der mit eingesandten Beiträgen gearbeitet hat. Die junge Vorleserin aus Winnenden hat die Murrhardter Jury mit ihrer Präsentation einer Szene aus einem Klassiker von Cornelia Funke überzeugt.

Wenige Stunden nach der Wiedereröffnung sind Sylvia Siess (dunkelblaue Maske) und ihre Kolleginnen von Kasies Frisuren in Unterweissach schon wieder gut beschäftigt. Foto: A. Becher
Top

Stadt & Kreis

Die Haare wieder schön

Nach Wochen im Lockdown haben die Friseure am Montag wieder geöffnet. An ihrem ersten Arbeitstag hatten die Inhaber und ihre Mitarbeiter sprichwörtlich alle Hände voll zu tun. Für die kommenden Wochen haben die meisten nur noch wenige Termine frei.